VT 798 auf großer Deutschlandreise: Historischer Schienenbus fährt durch den Schwarzwald
Ein roter Schienenbus auf großer Fahrt durch Süddeutschland: Vom 26. bis 30. Oktober 2026 ist ein historischer VT 798 auf einer fünftägigen Sonderreise unterwegs. Die Fahrt beginnt im Rheinland und führt über das Saarland, die Pfalz und den Schwarzwald bis in die Bodenseeregion.
Für Eisenbahnfreunde wird besonders der 28. Oktober interessant. An diesem Mittwoch soll der Schienenbus von Kaiserslautern über Karlsruhe und Freudenstadt auf die Kinzigtalbahn fahren. Anschließend geht es über Hausach, Villingen und Rottweil weiter bis Tuttlingen.
Auch auf der Rückreise am 30. Oktober steht mit der Höllentalbahn zwischen Titisee und Freiburg eine bekannte Schwarzwaldstrecke im Reiseprogramm.
Fünf Tage mit dem historischen VT 798 durch Deutschland
Unter dem Titel „Im Schienenbus durch Deutschland“ bietet der Veranstalter zugtouren.de eine fünftägige Eisenbahnreise an. Dabei geht es vor allem um das Erlebnis, Strecken in einem historischen Fahrzeug kennenzulernen.
Der Schienenbus der Baureihe VT 798 gehört zu den bekanntesten Triebwagen der Deutschen Bundesbahn. Mit seiner roten Lackierung, den großen Fenstern und den charakteristischen runden Frontpartien erinnert er an die Zeit, als solche Fahrzeuge auf zahlreichen Nebenbahnen unterwegs waren.
Für die Deutschlandreise stehen unterschiedliche Eisenbahnstrecken auf dem Programm. Dabei werden neben bekannten Hauptstrecken auch Verbindungen befahren, die für Eisenbahnfreunde besonders interessant sind.
Die geplante Route im Überblick
| Datum | Geplante Strecke |
|---|---|
| 26. Oktober 2026 | Koblenz über Trier, Saarbrücken und Kusel nach Kaiserslautern |
| 27. Oktober 2026 | Rundfahrt durch die Pfalz, unter anderem über Pirmasens, Hinterweidenthal und Landau |
| 28. Oktober 2026 | Kaiserslautern über Karlsruhe, Freudenstadt, Hausach, Villingen und Rottweil nach Tuttlingen |
| 29. Oktober 2026 | Rundfahrt ab Tuttlingen über die Bodenseeregion, Konstanz und Sigmaringen |
| 30. Oktober 2026 | Rückfahrt über Titisee, Freiburg, Offenburg und Karlsruhe nach Koblenz |
Die Route stammt aus dem veröffentlichten Reiseprogramm. Konkrete Durchfahrtszeiten an den einzelnen Bahnhöfen sind darin nicht durchgehend angegeben. Kurzfristige Änderungen bleiben möglich.
Am 28. Oktober fährt der Schienenbus durch das Kinzigtal
Ein besonders interessanter Abschnitt der Deutschlandreise ist für Mittwoch, den 28. Oktober, vorgesehen.
Von Kaiserslautern aus führt die Fahrt zunächst über Landau und Karlsruhe in Richtung Freudenstadt. Anschließend erreicht der Schienenbus die Kinzigtalbahn.
Diese Strecke verbindet Freudenstadt mit Hausach und führt durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit bewaldeten Hängen, engen Tälern und historischen Bahnhöfen.
Gerade für einen VT 798 passt diese Strecke hervorragend. Schließlich waren die roten Schienenbusse früher auf vielen vergleichbaren Nebenbahnen unterwegs.
In Hausach trifft die Kinzigtalbahn auf die badische Schwarzwaldbahn. Von dort führt die Reise weiter nach Villingen, Rottweil und schließlich Tuttlingen.
Auch für Eisenbahnfotografen könnte die Fahrt interessant werden. Ein roter Schienenbus vor den herbstlich gefärbten Schwarzwaldhängen ist ein Motiv, das man im regulären Bahnverkehr heute kaum noch zu sehen bekommt.
Über die berühmte Schwarzwaldbahn
Die badische Schwarzwaldbahn gehört zu den bekanntesten Eisenbahnstrecken Deutschlands.
Zwischen Offenburg und Singen überwindet sie große Höhenunterschiede. Besonders der Abschnitt zwischen Hausach, Triberg und St. Georgen ist für seine zahlreichen Tunnel und Kehrschleifen bekannt.
Die Strecke wurde im 19. Jahrhundert nach Plänen des Eisenbahningenieurs Robert Gerwig gebaut. Um die Steigungen für gewöhnliche Eisenbahnfahrzeuge befahrbar zu machen, musste die Trasse teilweise große Umwege durch die Landschaft nehmen.
Dadurch entstanden die berühmten Schleifen rund um Triberg.
Wer die Strecke einmal zu Fuß erkunden möchte, findet auf Gleismomente eine ausführliche Beschreibung der Rundwanderung auf dem Schwarzwaldbahn-Erlebnispfad.
Dort lassen sich die ungewöhnliche Streckenführung und mehrere historische Bahnbauwerke aus nächster Nähe entdecken.
Für den Schienenbus dürfte die Fahrt durch den Schwarzwald ebenfalls ein besonderes Erlebnis sein. Seine großen Fenster ermöglichen einen guten Blick auf die Landschaft, während die Reisenden die Strecke in deutlich gemütlicherem Tempo erleben als in einem modernen Schnellzug.
Am 29. Oktober geht es an den Bodensee
Nach der Übernachtung in Tuttlingen steht am Donnerstag eine Rundfahrt durch die Bodenseeregion auf dem Programm.
Die Route führt unter anderem über Hintschingen und Weizen sowie über Immendingen nach Radolfzell und Konstanz. Anschließend geht es über Mengen, Sigmaringen und Donaueschingen zurück nach Tuttlingen.
Damit berührt die Reise gleich mehrere interessante Eisenbahnstrecken.
Besonders bemerkenswert ist der Abschnitt über die Ablachtalbahn. Die Verbindung zwischen Stockach und Mengen hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich.
Hier waren früher ebenfalls Schienenbusse der Deutschen Bundesbahn unterwegs. Nach dem Rückzug des regulären Personenverkehrs blieb die Strecke über lange Zeit nur eingeschränkt in Betrieb.
Inzwischen hat sie mit der Biberbahn eine neue Aufgabe im Ausflugsverkehr gefunden.
Mehr über diese Entwicklung erfährst du in unserem Artikel Ablachtalbahn: Wie eine fast vergessene Bahnstrecke in Baden-Württemberg zurückkehrte.
Dass nun wieder ein historischer VT 798 in dieser Region unterwegs sein soll, passt hervorragend zur Geschichte der Strecke.
Rückfahrt über die Höllentalbahn am 30. Oktober
Auch die Rückreise ins Rheinland hat einen besonderen Streckenabschnitt zu bieten.
Am Freitag, den 30. Oktober, soll der Schienenbus von Tuttlingen über Titisee und Freiburg nach Offenburg fahren.
Damit steht die Höllentalbahn auf dem Programm.
Die Strecke von Donaueschingen über Neustadt und Titisee nach Freiburg gehört zu den eindrucksvollsten Eisenbahnverbindungen im Südwesten.
Besonders bekannt ist der Abschnitt zwischen Hinterzarten und Freiburg mit seinen starken Steigungen, zahlreichen Kurven und dem Ravenna-Viadukt.
Am Bahnhof Titisee zweigt außerdem die Dreiseenbahn nach Seebrugg ab.
Diese feiert im Dezember 2026 ihren 100. Geburtstag. Darüber haben wir bereits ausführlich berichtet:
100 Jahre Dreiseenbahn: Die Geschichte der Eisenbahn zwischen Titisee und Schluchsee
Für alle, die sich für historische Eisenbahnstrecken im Schwarzwald interessieren, bietet die Region damit gleich mehrere lohnende Ziele.
VT 798: Warum der Schienenbus als Retter der Nebenbahnen galt
Die Geschichte des Uerdinger Schienenbusses beginnt in den 1950er-Jahren.
Damals suchte die Deutsche Bundesbahn nach einer Möglichkeit, schwach ausgelastete Nebenbahnen kostengünstiger zu betreiben.
Klassische Personenzüge mit Dampflokomotiven waren vergleichsweise teuer. Sie benötigten mehrere Mitarbeiter, verbrauchten viel Brennstoff und verursachten einen hohen Wartungsaufwand.
Die Lösung waren leichte Dieseltriebwagen, die mit einer kleinen Besatzung betrieben werden konnten.
Der Uerdinger Schienenbus entwickelte sich dabei zu einem der bekanntesten Fahrzeuge.
Die zweimotorige Ausführung VT 98 wurde ab Mitte der 1950er-Jahre gebaut. Ab 1968 erhielten die Fahrzeuge im neuen Nummernsystem der Deutschen Bundesbahn die Baureihenbezeichnung 798.
Mit zwei Dieselmotoren, jeweils rund 150 PS Leistung und einer Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h waren diese Fahrzeuge für den Nebenbahnbetrieb gut geeignet.
Sie konnten sowohl einzeln als auch zusammen mit passenden Bei- und Steuerwagen eingesetzt werden.
Weil die Betriebskosten geringer ausfielen als bei lokbespannten Zügen, halfen die Schienenbusse dabei, zahlreiche Nebenbahnen noch über Jahre im Personenverkehr zu halten.
Daher stammt auch der Spitzname „Retter der Nebenbahnen“.
Bahnfahren wie in den 1960er-Jahren
Wer heute in einen historischen VT 798 einsteigt, erlebt eine andere Art des Reisens.
Die Fahrzeuge besitzen große Fenster, eine vergleichsweise einfache Inneneinrichtung und die typischen Sitzbänke der damaligen Zeit.
Eine Besonderheit sind die umklappbaren Rückenlehnen. Damit lässt sich die Sitzrichtung wechseln, sodass die Fahrgäste auch nach einem Fahrtrichtungswechsel wieder nach vorne schauen können.
Auch der Blick in Richtung Führerstand gehört zum Erlebnis.
Anders als bei vielen modernen Triebzügen ist der Fahrerplatz beim Schienenbus eng mit dem Fahrgastraum verbunden. Reisende können deshalb den Betrieb und die Strecke vor dem Zug besonders gut beobachten.
Dazu kommt der typische Klang der Dieselmotoren.
Gerade beim Beschleunigen aus einem Bahnhof ist deutlich zu hören, wie die Antriebe arbeiten.
Für viele ältere Eisenbahnfreunde weckt das Erinnerungen an die Zeit, als solche Fahrzeuge im ländlichen Raum zum Alltag gehörten.
Für jüngere Besucher ist es dagegen eine Gelegenheit, den Bahnverkehr vergangener Jahrzehnte selbst kennenzulernen.
Wo kann man den VT 798 im Schwarzwald fotografieren?
Wer den Schienenbus während seiner Deutschlandreise fotografieren möchte, sollte sich vor allem Mittwoch, den 28. Oktober, und Freitag, den 30. Oktober, vormerken.
Am Mittwoch führt die geplante Route über Freudenstadt, Hausach und Villingen nach Tuttlingen.
Interessante Fotomöglichkeiten gibt es entlang der Kinzigtalbahn sowie auf der Schwarzwaldbahn zwischen Hausach und St. Georgen.
Besonders rund um Triberg bieten sich durch die zahlreichen Kurven und Tunnel interessante Streckenmotive.
Der Schwarzwaldbahn-Erlebnispfad bei Triberg ist eine gute Anlaufstelle, um bekannte Fotopunkte kennenzulernen.
Allerdings sind für den Sonderzug keine konkreten Durchfahrtszeiten veröffentlicht. Wer die Fahrt gezielt fotografieren möchte, sollte deshalb rechtzeitig prüfen, ob der Veranstalter oder Eisenbahnvereine weitere Angaben veröffentlichen.
Wichtig ist außerdem, ausschließlich öffentliche Wege und sichere Fotostandorte zu nutzen.
Kann man bei der Deutschlandreise noch mitfahren?
Die Sonderreise wird über zugtouren.de angeboten.
Laut Reisebeschreibung ist die Teilnehmerzahl begrenzt, damit alle Fahrgäste einen reservierten Sitzplatz mit guter Aussicht erhalten.
Ob kurzfristig noch Plätze verfügbar sind, muss direkt beim Veranstalter geprüft werden.
Die Reise richtet sich besonders an Eisenbahnfreunde, die historische Fahrzeuge und ungewöhnliche Strecken kennenlernen möchten.
Weitere Informationen zur Tour gibt es unter zugtouren.de: Nostalgie-Bahnfahrten.
Ein Stück Bundesbahngeschichte auf großer Fahrt
Historische Schienenbusse sind heute selten geworden. Während sie früher auf zahlreichen Nebenbahnen zum Alltag gehörten, sind nur noch vergleichsweise wenige betriebsfähige Fahrzeuge erhalten.
Umso interessanter ist eine fünftägige Sonderfahrt quer durch Deutschland.
Besonders die geplanten Fahrten über die Kinzigtalbahn, die Schwarzwaldbahn und die Höllentalbahn dürften viele Eisenbahnfreunde anziehen.
Hier treffen ein Fahrzeug aus der Bundesbahnzeit und einige der schönsten Strecken Süddeutschlands aufeinander.
Wer den VT 798 Ende Oktober im Schwarzwald entdeckt, bekommt damit ein kleines Stück Eisenbahngeschichte auf Schienen zu sehen.
Stand: 25. Oktober 2026. Die Angaben beziehen sich auf das veröffentlichte Reiseprogramm. Änderungen am Fahrtverlauf sind möglich.
Quelle: zugtouren.de – Im Schienenbus durch Deutschland, 26. bis 30. Oktober 2026

Liebe Eisenbahn-Romantiker und Nostalgiker!
Ich hatte heute am frühen Nachmittag das große Glück, vollkommen überraschend den roten Schienenbus unterwegs auf der Strecke hinter Scheidt Richtung Rentrisch/ St. Ingbert zu sehen. Es ging leider viel zu schnell, um ein Foto davon machen zu können.
Gerne würde ich das morgen oder übermorgen in Kaiserslautern nachholen. Gibt es schon Abfahrts- oder Ankunftszeiten für Kaiserslautern, an denen ich mich orientieren könnte?