DCC CV-Lexikon
CV-Lexikon (DCC)
Die wichtigsten Konfigurationsvariablen für Lokdecoder, zum Nachschlagen und Stöbern
CV 1Basisadresse (kurze Adresse)Die normale Lokadresse für den Alltag.Adressierung
Unter dieser Adresse wird die Lok an der Zentrale aufgerufen, solange in CV 29 Bit 5 nicht die lange Adresse aktiviert ist. Der Wert 0 ist ungültig. Manche Zentralen erlauben für kurze Adressen nur den Bereich 1 bis 99.
CV 2Anfahrspannung (Vstart)Motorspannung bei Fahrstufe 1.Fahrverhalten
Bestimmt, wie viel Spannung der Motor bei der niedrigsten Fahrstufe bekommt. Zu niedrig eingestellt fährt die Lok erst ab einer höheren Fahrstufe los, zu hoch eingestellt springt sie an. Bei Decodern mit Lastregelung ist der Wert oft weniger kritisch.
CV 3BeschleunigungszeitWie träge die Lok beschleunigt.Fahrverhalten
Je höher der Wert, desto langsamer arbeitet sich die Lok durch die Fahrstufen. Als Faustregel dauert das Hochfahren von 0 auf Höchstgeschwindigkeit etwa Wert mal 0,9 Sekunden. Der Wert 0 schaltet die Verzögerung ab, die Lok folgt dem Regler dann direkt.
CV 4BremszeitWie sanft die Lok abbremst.Fahrverhalten
Gegenstück zu CV 3 für das Verzögern. Höhere Werte lassen die Lok realistisch ausrollen. Für den Rangierbetrieb sind kleinere Werte praktischer, viele Decoder bieten dafür einen Rangiergang per Funktionstaste, der CV 3 und CV 4 halbiert oder abschaltet.
CV 5Höchstgeschwindigkeit (Vmax)Geschwindigkeit bei voller Fahrstufe.Fahrverhalten
Begrenzt die Endgeschwindigkeit der Lok, damit sie zum Vorbild passt. Die Werte 0 und 255 bedeuten bei den meisten Decodern volle Spannung. Wird die erweiterte Geschwindigkeitstabelle genutzt (CV 29 Bit 4), ignorieren viele Decoder CV 5 und CV 6.
CV 6Mittengeschwindigkeit (Vmid)Geschwindigkeit bei mittlerer Fahrstufe.Fahrverhalten
Legt zusammen mit CV 2 und CV 5 eine geknickte Kennlinie fest. Ein niedriger Mittenwert macht den unteren Fahrstufenbereich feinfühliger, was beim Rangieren angenehm ist.
CV 7VersionsnummerFirmware-Version des Decoders.Decoder & System
Zeigt die Softwareversion des Decoders und lässt sich nur auslesen. Bei einigen Herstellern löst das Schreiben bestimmter Werte in CV 7 Sonderfunktionen aus, etwa das Umschalten in einen Update-Modus. Ohne Anleitung besser nicht beschreiben.
CV 8Herstellerkennung und WerksresetWer hat den Decoder gebaut, und der Reset-Klassiker.Decoder & System
Beim Auslesen liefert CV 8 die Herstellerkennung, zum Beispiel 97 für Doehler & Haass, 99 für Lenz, 145 für Zimo, 151 für ESU oder 85 für Uhlenbrock. Das Schreiben des Wertes 8 setzt die meisten Decoder auf Werkseinstellungen zurück, danach hört die Lok wieder auf Adresse 3. Einzelne Hersteller verwenden andere Reset-Werte, ein Blick in die Anleitung lohnt.
CV 9Motoransteuerung (PWM-Frequenz)Taktfrequenz für den Motor.Decoder & System
Beeinflusst, mit welcher Frequenz der Motor angesteuert wird. Moderne Decoder takten hörbar unauffällig, bei alten Motoren kann eine andere Einstellung Brummen oder Pfeifen reduzieren. Die Skala ist herstellerspezifisch.
CV 10Lastregelung-Abschaltpunkt (EMK)Ab welcher Fahrstufe die Lastregelung zurückgenommen wird.Decoder & System
Legt fest, ab welcher Fahrstufe die Gegen-EMK-Regelung (Lastregelung) reduziert oder abgeschaltet wird. Wird selten gebraucht und ist nicht bei allen Decodern belegt.
CV 11Signal-TimeoutWie lange ohne gültiges Signal weitergefahren wird.Decoder & System
Bestimmt die Zeit, die der Decoder ohne gültige DCC-Pakete weiterfährt, bevor er anhält. Der Wert 0 schaltet die Überwachung bei vielen Decodern ab.
CV 12Erlaubte BetriebsartenWelche Stromsysteme der Decoder akzeptiert.Decoder & System
Bei Multiprotokoll-Decodern legen die Bits fest, welche Betriebsarten zugelassen sind, etwa Analog-Gleichstrom, Analog-Wechselstrom, DCC oder Motorola. Das grundsätzliche Erlauben des Analogbetriebs steckt zusätzlich in CV 29 Bit 2.
CV 13/14Funktionen im AnalogbetriebWelche Funktionen ohne Digitalsignal aktiv sind.Funktionen & Sound
CV 13 legt fest, welche der Funktionen F1 bis F8 im Analogbetrieb eingeschaltet sind, CV 14 regelt das Licht sowie F9 bis F12. So lässt sich zum Beispiel erreichen, dass eine Sound-Lok auch auf analogen Anlagen mit Fahrgeräusch unterwegs ist.
CV 15/16Decoder-Sperre (Lock)Schreibschutz, wichtig bei zwei Decodern in einer Lok.Decoder & System
Der Decoder nimmt Programmierbefehle nur an, wenn CV 15 und CV 16 den gleichen Wert enthalten. So lassen sich Fahr- und Sounddecoder in derselben Lok getrennt programmieren. Ein versehentlich verstellter Lock ist ein häufiger Grund, warum sich ein Decoder scheinbar nicht mehr programmieren lässt.
CV 17/18Lange AdresseVierstellige Lokadressen, gespeichert in zwei CVs.Adressierung
Die lange Adresse wird auf CV 17 und CV 18 aufgeteilt: CV 17 = 192 + (Adresse geteilt durch 256, abgerundet), CV 18 = Rest. Aktiv ist sie nur, wenn in CV 29 Bit 5 gesetzt ist. Die meisten Zentralen rechnen und programmieren das automatisch.
CV 19Mehrfachtraktions-AdresseVerbandsadresse für Doppeltraktionen, ein Stolperstein-Klassiker.Adressierung
Steht in den Bits 0 bis 6 ein Wert ungleich 0, hört die Lok nur noch auf diese gemeinsame Traktionsadresse statt auf ihre eigene. Bit 7 (plus 128) bedeutet, dass die Lok im Verband rückwärts eingereiht ist. Für Traktionsadressen über 127 kommt CV 20 dazu. Bleibt CV 19 nach dem Auflösen einer Traktion versehentlich gesetzt, scheint die Lok taub zu sein. Dann einfach CV 19 = 0 schreiben.
CV 20Lange Mehrfachtraktions-AdresseErweitert CV 19 auf vierstellige Traktionsadressen.Adressierung
Für Traktionsadressen über 127 rechnet der Decoder nach RCN-225: Adresse = Wert in CV 20 (Bits 0 bis 6) mal 100 plus Wert in CV 19 (Bits 0 bis 6). Bit 7 hat eine Sonderrolle: Ist es bei genau einem Fahrzeug des Verbands gesetzt, meldet dieses als Führungslok seine Daten per RailCom zurück, als wäre es einzeln aufgerufen. Stehen CV 19 und CV 20 beide auf 0, ist die Lok in keiner Traktion.
CV 21/22Funktionen in der MehrfachtraktionWelche Funktionstasten im Verband wirken.Adressierung
Legt fest, welche Funktionen auf die Traktionsadresse aus CV 19/20 reagieren und welche weiterhin nur über die eigene Lokadresse geschaltet werden. CV 21 regelt F1 bis F8 (Bit 0 = F1). CV 22 regelt das Licht und die höheren Funktionen: Bit 0 = F0 vorwärts, Bit 1 = F0 rückwärts, Bits 2 bis 5 = F9 bis F12, Bit 6 = Gruppe F13 bis F20, Bit 7 = Gruppe F21 bis F28. So pfeift zum Beispiel nur die führende Lok, während das Licht bei beiden funktioniert.
CV 23Beschleunigungs-TrimFeinkorrektur zur Beschleunigungszeit.Fahrverhalten
Wird zusätzlich zu CV 3 verrechnet, zum Beispiel um einen schweren Zug träger anfahren zu lassen, ohne die Grundeinstellung zu ändern. Werte ab 128 wirken subtrahierend (Bit 7 kehrt das Vorzeichen um).
CV 24Brems-TrimFeinkorrektur zur Bremszeit.Fahrverhalten
Gegenstück zu CV 23 für das Bremsen, wird zusätzlich zu CV 4 verrechnet. Praktisch für vorübergehende Anpassungen an Zuglast oder Fahrsituation.
CV 25Geschwindigkeitstabellen-AuswahlVordefinierte Kennlinien und Lage der Mittengeschwindigkeit.Fahrverhalten
Werte von 2 bis 127 wählen eine vom Hersteller vorgegebene Geschwindigkeitstabelle aus, der Wert 2 steht für eine lineare Kurve. Werte von 128 bis 154 legen stattdessen fest, bei welcher der 28 Fahrstufen die mittlere Geschwindigkeit aus CV 6 erreicht wird. Bei 0, 1 und Werten über 154 bleibt die CV wirkungslos, ebenso wenn in CV 29 Bit 4 die erweiterte Tabelle aus CV 67 bis 94 aktiv ist. Nur wenige Decoder setzen diese CV um.
CV 27Automatisches Anhalten (Bremsstrecken)Auf welche Bremssignale die Lok reagiert.Fahrverhalten
Die Bits geben frei, wobei der Decoder selbstständig anhält: Bit 0 und Bit 1 bei asymmetrischem DCC-Signal (ABC-Bremsen, getrennt für positiv an der rechten bzw. linken Schiene), Bit 2 beim HLU-Haltesignal (Austastlücken-Verfahren), Bit 4 und Bit 5 bei erkannter Gleichspannung entgegen bzw. in Fahrtrichtung. Zusammen mit CV 3 und CV 4 ergibt das punktgenaues Halten vor Signalen.
CV 28RailCom-KonfigurationFeineinstellung der RailCom-Rückmeldung nach RCN-217.Decoder & System
Konfiguriert die Zwei-Wege-Kommunikation nach RCN-217 im Detail: Bit 0 gibt den Adress-Broadcast auf Kanal 1 frei, Bit 1 die Daten- und Quittungsübertragung auf Kanal 2, Bit 2 schaltet Kanal 1 automatisch ab, Bit 3 erlaubt die ID 3 im Kanal 1, Bit 4 aktiviert die Programmieradresse 0000, Bit 6 gibt Hochstrom-RailCom frei und Bit 7 die automatische Anmeldung an der Zentrale (DCC-A nach RCN-218 bzw. RailComPlus). Damit RailCom überhaupt sendet, muss zusätzlich in CV 29 Bit 3 gesetzt sein.
CV 29Grundeinstellungen (der Dreh- und Angelpunkt)Fahrtrichtung, Fahrstufen, Analogbetrieb, RailCom, Kennlinie, Adressart.Decoder & System
Die wichtigste CV überhaupt. Jedes Bit schaltet eine Grundfunktion: Bit 0 kehrt die Fahrtrichtung um, Bit 1 stellt auf 28/128 Fahrstufen, Bit 2 erlaubt Analogbetrieb, Bit 3 aktiviert RailCom, Bit 4 schaltet auf die erweiterte Geschwindigkeitstabelle und Bit 5 aktiviert die lange Adresse. Viele scheinbar mysteriöse Fehlerbilder gehen auf ein falsch gesetztes Bit in CV 29 zurück.
CV 30FehlerspeicherLetzte Fehlermeldung des Decoders.Decoder & System
Einige Decoder hinterlegen hier einen Fehlercode, etwa nach Überlast oder Kurzschluss an einem Funktionsausgang. Die Bedeutung der Werte steht in der Decoder-Anleitung.
CV 31/32Index-CVs (CV-Bänke)Zeiger auf erweiterte CV-Bereiche bei großen Decodern.Decoder & System
Moderne Sound- und Funktionsdecoder haben weit mehr Einstellungen, als der klassische CV-Raum hergibt. CV 31 und CV 32 wählen deshalb eine Bank aus, auf die sich die folgenden CV-Zugriffe beziehen. RCN-225 reserviert zum Beispiel die Seite CV 31 = 0 / CV 32 = 255 für RailCom-Anwendungen nach RCN-217. Wer hohe CVs programmiert und sich wundert, dass nichts passiert, hat oft die falsche Bank aktiv.
CV 33 bis 46Funktionsmapping (NMRA-Standard)Welche Taste welchen Ausgang schaltet.Funktionen & Sound
CV 33 ordnet das Licht vorwärts zu, CV 34 das Licht rückwärts, CV 35 die Taste F1 und so weiter bis F12. Jedes gesetzte Bit verbindet die Taste mit einem physischen Ausgang des Decoders. Viele aktuelle Decoder nutzen zusätzlich ein eigenes, deutlich mächtigeres Mapping-System, dann gilt die Herstelleranleitung.
CV 47 bis 64Herstellerspezifischer BereichLastregelung, Lautstärke und mehr, je nach Decoder.Decoder & System
Dieser Bereich ist bewusst den Herstellern überlassen. Typische Beispiele: Bei vielen Sounddecodern liegt die Gesamtlautstärke auf CV 63, bei ESU stecken die Lastregelungs-Parameter in CV 53 bis 55. Ohne Anleitung des jeweiligen Decoders geht hier nichts.
CV 65KickstartAnfahrimpuls gegen das Losbrechmoment.Fahrverhalten
Gibt dem Motor beim Anfahren einen kurzen zusätzlichen Spannungsimpuls, damit die Lok ohne Anlauf-Zögern loskommt. Hilfreich bei älteren Motoren, bei Decodern mit guter Lastregelung meist unnötig.
CV 66Vorwärts-TrimGeschwindigkeitsfaktor nur für vorwärts.Fahrverhalten
Skaliert die Geschwindigkeit in Vorwärtsrichtung mit dem Faktor Wert geteilt durch 128. Der Wert 0 schaltet den Trim ab. Zusammen mit CV 95 lassen sich Loks angleichen, die vorwärts und rückwärts unterschiedlich schnell laufen.
CV 67 bis 94Erweiterte GeschwindigkeitstabelleFreie Kennlinie mit 28 Stützpunkten.Fahrverhalten
Jede der 28 CVs legt die Geschwindigkeit für eine Fahrstufe fest. So lässt sich das Fahrverhalten exakt ans Vorbild anpassen, etwa mit sehr feinen unteren Fahrstufen fürs Rangieren. Aktiv ist die Tabelle nur, wenn in CV 29 Bit 4 gesetzt ist.
CV 95Rückwärts-TrimGeschwindigkeitsfaktor nur für rückwärts.Fahrverhalten
Gegenstück zu CV 66 für die Rückwärtsfahrt, Faktor Wert geteilt durch 128. Praktisch, um Tender-voraus-Fahrten langsamer wirken zu lassen oder ungleiche Getriebe auszugleichen.
CV 105/106AnwenderkennungZwei freie Merk-CVs für eigene Zwecke.Decoder & System
Diese beiden CVs beeinflussen nichts und gehören ganz dir. Beliebt für Inventarnummern oder ein Kaufjahr, damit sich eine Lok später eindeutig zuordnen lässt.
CV ab 112Erweiterter HerstellerbereichSound-Slots, erweitertes Mapping, Sonderfunktionen.Decoder & System
Oberhalb von CV 112 liegen die großen herstellerspezifischen Bereiche, etwa einzelne Sound-Lautstärken, erweiterte Funktionszuordnungen, Servosteuerungen oder Rauchgeneratoren. Hier führt kein Weg an der Anleitung des Decoderherstellers vorbei, oft hilft auch die Programmiersoftware des Herstellers.
