Vom Rhein hinauf in die vulkanische Landschaft der Eifel: Der Vulkan-Express fährt auf der historischen Brohltalbahn von Brohl-Lützing über Burgbrohl, Niederzissen und Oberzissen bis nach Engeln. Auf nur 17,5 Kilometern überwindet die meterspurige Bahn dabei rund 400 Höhenmeter.
Besonders spektakulär ist der letzte Abschnitt. Hinter Oberzissen beginnt eine 5,5 Kilometer lange Steilstrecke mit bis zu fünf Prozent Neigung. Früher benötigten die Züge hier sogar eine Zahnstange. Heute bewältigen Dampf- und Diesellokomotiven die Strecke im normalen Reibungsbetrieb.
Der Vulkan-Express ist dabei keine gewöhnliche Museumsbahn. Die Brohltalbahn besitzt weiterhin Güterverkehr, historische und moderne Eisenbahntechnik begegnen sich deshalb auf derselben Schmalspurstrecke.
Bildplatzhalter: Vulkan-Express mit Dampflok im Brohltal.
Bildunterschrift: Der Vulkan-Express fährt auf der meterspurigen Brohltalbahn vom Rhein hinauf in die Eifel.
Von Brohl am Rhein nach Engeln
Ausgangspunkt ist der Bahnhof Brohl BE in Brohl-Lützing. Er liegt direkt gegenüber des Bahnhofs an der linken Rheinstrecke und lässt sich deshalb auch mit der normalen Eisenbahn gut erreichen. Von hier folgt der Vulkan-Express zunächst dem Brohltal. Unterwegs hält der Zug unter anderem in Schweppenburg-Heilbrunnen, Bad Tönisstein, Burgbrohl, Weiler, Niederzissen und Oberzissen. Nach Oberzissen verändert sich die Strecke deutlich. Der Zug verlässt das Tal und beginnt den steilen Aufstieg über Brenk nach Engeln. Während Brohl nur etwa 67 Meter über dem Meer liegt, befindet sich Engeln bereits auf rund 466 Metern Höhe.17,5 Kilometer Schmalspurbahn
Die heute befahrene Strecke zwischen Brohl und Engeln ist 17,5 Kilometer lang. Die Brohltalbahn besitzt eine Spurweite von 1.000 Millimetern und gehört damit zu den deutschen Meterspurbahnen. Gerade die Schmalspur war beim Bau ein großer Vorteil. Das Brohltal ist eng und kurvenreich. Mit einer meterspurigen Strecke konnten engere Bögen gebaut und die Kosten gegenüber einer normalspurigen Eisenbahn reduziert werden.Fünf Prozent Steigung ohne Zahnrad
Der technisch interessanteste Teil beginnt am Bahnhof Oberzissen. Bis hierher hat der Zug bereits etwa 200 Höhenmeter zurückgelegt. Anschließend folgt die 5,5 Kilometer lange Steilstrecke nach Engeln. Die maximale Neigung beträgt 1:20 beziehungsweise fünf Prozent. Für eine normale Eisenbahn ist das bereits ausgesprochen steil. Als die Strecke gebaut wurde, vertraute man diesem Abschnitt deshalb nicht allein dem normalen Rad-Schiene-System an. Zwischen den Schienen lag zusätzlich eine Zahnstange nach dem System Abt. Spezielle Zahnradlokomotiven sorgten für den sicheren Transport der Züge. Bis 1934 wurde die Steilstrecke im Zahnradbetrieb befahren. Leistungsfähigere Lokomotiven machten die Zahnstange schließlich überflüssig. Seitdem bewältigen die Züge den Abschnitt ausschließlich durch die Haftung zwischen Rad und Schiene. Bildplatzhalter: Vulkan-Express auf der Steilstrecke zwischen Oberzissen und Engeln. Bildunterschrift: Auf der Steilstrecke überwindet die Brohltalbahn auf 5,5 Kilometern rund 235 Höhenmeter.Dampflok 11sm von 1906
Das bekannteste Fahrzeug der Brohltalbahn ist heute die Dampflokomotive 11sm. Die schwere Mallet-Lokomotive wurde 1906 bei der Maschinenbauanstalt Humboldt in Köln-Kalk gebaut. Das Kürzel „sm“ steht für schwere Mallet. Bei dieser Bauart besteht das Fahrwerk aus zwei beweglich miteinander verbundenen Teilen. Dadurch kann eine leistungsfähige Lok auch enge Kurven durchfahren, wie sie auf Schmalspurbahnen häufig vorkommen. Die 11sm ist besonders wertvoll, weil sie die einzige ursprünglich für die Brohltalbahn gebaute Dampflokomotive ist, die erhalten geblieben ist. Am 29. Januar 1966 bespannte sie zunächst ihren letzten Dampfzug auf der Strecke. Danach wurde der Betrieb vollständig von Diesellokomotiven übernommen. Eisenbahnfreunde konnten die Maschine jedoch vor der Verschrottung retten. Nach einer langen Geschichte und umfangreicher Aufarbeitung kehrte die Lok schließlich in den Betrieb zurück. Seit dem 25. April 2015 fährt die 11sm wieder auf ihrer alten Stammstrecke.Historische Diesellokomotiven gehören zum Vulkan-Express
Nicht jeder Vulkan-Express wird mit einer Dampflok gefahren. Ein großer Teil des planmäßigen Betriebs wird von historischen Diesellokomotiven übernommen. Besonders typisch sind die Lokomotiven D1 und D2. Beide wurden 1965 von Orenstein & Koppel gebaut und speziell für den Einsatz auf der Brohltalbahn beschafft. Die Maschinen leisten rund 300 PS und wurden ursprünglich für Güter- und Rangieraufgaben entwickelt. Wegen der starken Steigung verfügen sie über mehrere unterschiedliche Bremssysteme. Mit ihren charakteristischen drei Puffern können die Lokomotiven außerdem sowohl typische Schmalspurfahrzeuge als auch normalspurige Wagen im Bereich des Brohler Hafens rangieren.D4 ist wieder zurück im Brohltal
Für Freunde der Geschichte des Vulkan-Express ist außerdem die Diesellok D4 interessant. Als der Ausflugsverkehr 1977 startete, wurde sie schnell zur Stammlokomotive des Vulkan-Express. Nach technischen Problemen wurde die Lok Mitte der 1980er-Jahre verkauft und gelangte später zur Rhätischen Bahn in die Schweiz. Dort wurde sie umfangreich modernisiert und noch viele Jahre eingesetzt. 2023 gelang es den Eisenbahnfreunden, die historische Maschine wieder zurück ins Brohltal zu holen. Seit 2025 ist D4 erneut auf ihrer alten Strecke im Einsatz.Seit 1977 fährt der Vulkan-Express
Der heutige Ausflugsverkehr entstand in einer schwierigen Zeit für die Brohltalbahn. Anfang der 1970er-Jahre ging das Güteraufkommen immer weiter zurück und Eisenbahnfreunde fürchteten um die Zukunft der Strecke. Die Brohltal-Eisenbahngesellschaft entwickelte schließlich die Idee eines touristischen Zuges. Eine Diesellokomotive und ein bereits historisch wirkender Personenwagen bildeten den ersten Zug. Am 25. März 1977 fuhr der Vulkan-Express erstmals durch das Brohltal. Was zunächst klein begann, entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einer der bekanntesten touristischen Schmalspurbahnen in Rheinland-Pfalz.125 Jahre Brohltalbahn
Die Brohltalbahn selbst ist noch wesentlich älter. Die Bauarbeiten begannen 1898. Am 12. Januar 1901 fuhr der erste Zug von Brohl bis Engeln. Wenig später wurde die Strecke weiter verlängert. Am 7. Januar 1902 war schließlich der damalige Endbahnhof Kempenich erreicht. Die ursprüngliche Brohltalbahn war insgesamt 23,83 Kilometer lang und besaß einen Tunnel, zwei Viadukte und mehrere Brücken. 2026 blickt die Brohltalbahn damit auf 125 Jahre Eisenbahnbetrieb zurück. Das Jubiläum wird während des Jahres mit verschiedenen Sonderveranstaltungen gefeiert.Früher führte die Strecke bis Kempenich
Heute endet der Vulkan-Express in Engeln. Historisch führte die Strecke jedoch noch rund sechs Kilometer weiter über Weibern bis nach Kempenich. Dieser obere Abschnitt verlor mit der Zeit immer mehr Verkehr. Im Oktober 1974 wurde die Strecke stillgelegt und anschließend abgebaut. Auf Teilen der ehemaligen Bahntrasse verläuft heute ein Radweg.Brohltalbahn transportiert bis heute Güter
Eine Besonderheit unterscheidet die Brohltalbahn von vielen Museumsbahnen: Auf den Schmalspurgleisen findet weiterhin regulärer Güterverkehr statt. Seit vielen Jahrzehnten spielt dabei das vulkanische Gestein aus der Region eine wichtige Rolle. Heute wird unter anderem Phonolith aus dem Steinbruch bei Brenk auf der Schiene transportiert. In Brohl besitzt die Bahn eine Verbindung zum normalspurigen Eisenbahnnetz. Im Bereich des Umladebahnhofs und des Hafens liegen teilweise Dreischienengleise für 1.000 und 1.435 Millimeter Spurweite. Damit ist die Brohltalbahn heute gleichzeitig Touristenbahn, historische Eisenbahn und Güterbahn.Brücke und Tunnel bei Bad Tönisstein
Auch landschaftlich bietet die Strecke einige interessante Abschnitte. Besonders markant ist die Kombination aus Viadukt und Tunnel bei Bad Tönisstein. Der Zug fährt hier durch das enge Brohltal und passiert auf engem Raum Fels, Straße und Brohlbach. Später öffnet sich die Landschaft, bevor die Bahn hinter Oberzissen auf die Eifelhöhen steigt.Engeln auf 466 Metern Höhe
Nach 17,5 Kilometern erreicht der Vulkan-Express den Bahnhof Engeln. Seit Brohl hat der Zug dabei rund 400 Höhenmeter überwunden. Allein auf der 5,5 Kilometer langen Steilstrecke zwischen Oberzissen und Engeln beträgt der Höhenunterschied rund 235 Meter. Am Bahnhof befindet sich die Vulkanstube. Engeln eignet sich außerdem als Ausgangspunkt für Wanderungen und Radtouren durch die Osteifel.Mit dem Fahrrad im Vulkan-Express
Die Bahn lässt sich gut mit einer Fahrradtour verbinden. Fahrräder und E-Bikes können in den regulären Zügen im Gepäckwagen transportiert werden. Mobile Rampen erleichtern das Einladen. Gerade die Fahrt bergauf nach Engeln und eine anschließende Radtour zurück Richtung Rhein ist eine interessante Kombination. Bei stark ausgelasteten Zügen empfiehlt sich eine vorherige Reservierung des Fahrradplatzes.Vulkan-Express mit Kindern
Auch mit Kindern ist die Fahrt gut machbar. Die Strecke ist mit 17,5 Kilometern überschaubar und unterwegs gibt es deutlich mehr zu sehen als bei einer normalen Zugfahrt. Besonders spannend ist natürlich ein Fahrtag mit Dampflok. Rauch, Dampf und der kräftige Auspuffschlag der 11sm auf der Steilstrecke sorgen für das klassische Eisenbahnerlebnis. Kinderwagen können ebenfalls im Gepäckwagen transportiert werden.Fahrplan 2026
Der Vulkan-Express fährt fast das ganze Jahr über. Die Hauptsaison beginnt traditionell zu Ostern und reicht bis Ende Oktober beziehungsweise Anfang November. Im Sommer verkehren die Züge an vielen Tagen außer montags zwischen Brohl und Engeln. Je nach Wochentag und Veranstaltung fahren Diesel- oder Dampfzüge. Auch im Winter gibt es Fahrten. Dazu gehören unter anderem Winterfahrten, Nikolauszüge sowie besondere Weihnachts- und Silvesterfahrten. Wer unbedingt mit der Dampflok fahren möchte, sollte vor der Anreise den tagesaktuellen Fahrplankalender unter vulkan-express.de prüfen.Fahrpreise 2026
Für die komplette Strecke zwischen Brohl und Engeln gelten 2026 im regulären Dieselbetrieb folgende Preise:- Brohl – Engeln einfache Fahrt: 16 Euro
- Brohl – Engeln Tageskarte: 20 Euro
- Brohl – Oberzissen einfache Fahrt: 12 Euro
- Brohl – Oberzissen Tageskarte: 15 Euro
- Kinder unter 6 Jahren: kostenlos
- Kinder von 6 bis einschließlich 15 Jahren: halber Fahrpreis
Adresse und Anreise
- Name: Vulkan-Express / Brohltalbahn
- Startbahnhof: Brohl BE
- Adresse: Bahnhofstraße, 56656 Brohl-Lützing
- Bundesland: Rheinland-Pfalz
- Strecke: Brohl – Burgbrohl – Niederzissen – Oberzissen – Brenk – Engeln
- Streckenlänge heute: 17,5 Kilometer
- Spurweite: 1.000 Millimeter
- Maximale Steigung: 50 Promille / 5 Prozent
- Erster Betrieb Brohl–Engeln: 12. Januar 1901
- Erster Vulkan-Express: 25. März 1977
- Internetseite: www.vulkan-express.de
Warum sich eine Fahrt mit dem Vulkan-Express lohnt
Die Brohltalbahn bietet eine interessante Mischung. Auf der einen Seite gibt es historische Personenwagen, mehr als 100 Jahre alte Dampfloktechnik und den klassischen Ausflugsverkehr. Gleichzeitig wird auf derselben Strecke noch echter Güterverkehr abgewickelt. Besonders die Steilstrecke zwischen Oberzissen und Engeln macht die Fahrt interessant. Dort spürt man, warum beim Bau der Bahn ursprünglich sogar eine Zahnstange notwendig erschien. Wer Schmalspurbahnen und historische Eisenbahntechnik mag, findet mit dem Vulkan-Express deshalb ein spannendes Ziel zwischen Rhein und Eifel. Weitere Museumsbahnen, Schmalspurbahnen und besondere Eisenbahnstrecken findest du auf unserer Eisenbahn-Erlebniskarte.Bildnachweis
- Dampflok 11sm der Brohltalbahn. Foto: Lothar Spurzem / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0 DE.
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