LZB einfach erklärt: Kontinuierliche Zugbeeinflussung auf der Strecke
Die LZB ist ein Zugbeeinflussungssystem, das Züge während der Fahrt kontinuierlich überwacht. Die Abkürzung steht für Linienförmige Zugbeeinflussung.
Im Gegensatz zur PZB werden Informationen nicht nur an einzelnen Punkten übertragen. Die LZB begleitet den Zug über einen längeren Streckenabschnitt und kann dabei unter anderem zulässige Geschwindigkeit und Fahrweg überwachen.
Sie wurde vor allem auf stark belasteten und schnellen Strecken eingesetzt, auf denen klassische Signalisierung allein an ihre Grenzen stößt.
Was ist LZB?
Die Linienförmige Zugbeeinflussung ist ein Sicherungssystem zwischen Strecke und Fahrzeug.
Der Zug erhält während der Fahrt kontinuierlich Informationen über den weiteren Fahrweg. Dazu gehören unter anderem Geschwindigkeit und die Entfernung bis zu einem möglichen Ziel- oder Haltepunkt.
Die Fahrzeugtechnik überwacht anschließend, ob der Zug innerhalb der vorgegebenen Grenzen fährt.
Warum wurde die LZB entwickelt?
Bei hohen Geschwindigkeiten reicht die klassische Orientierung an ortsfesten Signalen irgendwann nicht mehr aus.
Ein schneller Zug benötigt einen sehr langen Bremsweg. Außerdem werden Signalabstände bei hohen Geschwindigkeiten schwerer sinnvoll darstellbar.
Die LZB liefert dem Lokführer deshalb Informationen direkt in den Führerstand und ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung über größere Entfernungen.
Wie funktioniert die LZB?
Bei klassischen LZB-Strecken liegt zwischen den Schienen ein Linienleiter.
Über diesen Linienleiter findet die Kommunikation zwischen Strecke und Fahrzeug statt.
Das Fahrzeug erhält dadurch laufend Informationen über den vor ihm liegenden Fahrweg.
Was zeigt die LZB dem Lokführer?
Im Führerstand werden wichtige Informationen angezeigt, die für die weitere Fahrt relevant sind.
- aktuell zulässige Geschwindigkeit
- Zielgeschwindigkeit
- Entfernung bis zum nächsten Zielpunkt
- Informationen über notwendige Geschwindigkeitsreduzierungen
Der Lokführer kann dadurch bereits früh erkennen, wie sich die Fahrt in den kommenden Kilometern entwickeln muss.
Was ist die Zielgeschwindigkeit?
Die Zielgeschwindigkeit ist die Geschwindigkeit, die der Zug an einem vorausliegenden Punkt erreicht haben muss.
Liegt beispielsweise eine Geschwindigkeitsreduzierung oder ein Halt voraus, zeigt die LZB an, welche Geschwindigkeit dort erforderlich ist.
Die Fahrzeugtechnik berechnet daraus eine passende Bremskurve.
Was ist die Zielentfernung?
Zusätzlich zur Zielgeschwindigkeit wird die Entfernung bis zum entsprechenden Zielpunkt angezeigt.
Dadurch weiß der Lokführer nicht nur, welche Geschwindigkeit erforderlich ist, sondern auch, wann diese erreicht sein muss.
Wie überwacht die LZB die Geschwindigkeit?
Die LZB überprüft kontinuierlich, ob der Zug die vorgegebene Geschwindigkeit und die berechnete Bremskurve einhält.
Wird eine zulässige Grenze überschritten, kann das System den Lokführer zunächst warnen.
Reicht die Reaktion nicht aus, kann die Zugbeeinflussung eine Bremsung auslösen.
Was ist der Unterschied zwischen PZB und LZB?
Der wichtigste Unterschied liegt in der Art der Überwachung.
- PZB: überwacht den Zug an bestimmten Punkten entlang der Strecke.
- LZB: überwacht den Zug kontinuierlich über einen längeren Streckenabschnitt.
Die PZB reagiert beispielsweise auf 1000-Hz-, 500-Hz- oder 2000-Hz-Beeinflussungen.
Die LZB liefert dagegen laufend Informationen über Geschwindigkeit und vorausliegenden Fahrweg.
Wie das punktförmige System funktioniert, erklären wir ausführlich unter PZB einfach erklärt.
Warum braucht man bei LZB weniger klassische Signale?
Bei LZB-geführten Fahrten erhält der Lokführer die entscheidenden Informationen direkt im Führerstand.
Dadurch kann die Zugfolge in bestimmten Bereichen unabhängig von klassischen Signalabständen organisiert werden.
Ortsfeste Signale können trotzdem vorhanden sein und bleiben für andere Betriebsarten oder Rückfallebenen wichtig.
Wo wurde LZB eingesetzt?
Die LZB wurde besonders auf Schnellfahrstrecken und stark belasteten Hauptstrecken eingesetzt.
Dort ermöglichte sie höhere Geschwindigkeiten und eine dichtere Zugfolge als eine reine klassische Signalisierung.
Auch auf einzelnen besonders stark ausgelasteten Streckenabschnitten im Ballungsraum kam beziehungsweise kommt LZB zum Einsatz.
Warum war LZB für Hochgeschwindigkeitsverkehr wichtig?
Bei sehr hohen Geschwindigkeiten wird der Bremsweg so lang, dass der Lokführer nicht mehr allein auf das nächste sichtbare Signal reagieren kann.
Die LZB kann Informationen über einen deutlich längeren Bereich voraus übermitteln.
Dadurch kann der Zug rechtzeitig auf Geschwindigkeitsänderungen oder einen Halt vorbereitet werden.
Was ist LZB-Führung?
Wenn ein Zug vollständig durch die LZB überwacht wird, spricht man von einer Fahrt unter LZB-Führung.
Der Lokführer orientiert sich dabei insbesondere an den Anzeigen im Führerstand.
Die LZB gibt die maßgeblichen Informationen über Geschwindigkeit und Fahrweg vor.
Was passiert bei einer LZB-Störung?
Fällt die LZB aus oder endet die LZB-Führung, gelten dafür festgelegte betriebliche Verfahren.
Je nach Strecke und Situation kann der Zug anschließend wieder über andere Sicherungssysteme wie PZB und ortsfeste Signale geführt werden.
Die genaue Vorgehensweise richtet sich nach den betrieblichen Vorschriften und der jeweiligen Streckenausrüstung.
Warum wird LZB durch ETCS ersetzt?
Die LZB ist ein leistungsfähiges, aber national geprägtes System.
Mit ETCS wurde ein europäisches Zugbeeinflussungssystem entwickelt, das den grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehr vereinheitlichen soll.
Im Zuge der Modernisierung werden deshalb zunehmend Strecken mit ETCS ausgerüstet. Langfristig verliert die LZB dadurch an Bedeutung.
LZB und ETCS: Was ist der Unterschied?
Beide Systeme können Züge kontinuierlich überwachen, unterscheiden sich aber technisch und konzeptionell deutlich.
- LZB: deutsches System mit streckenseitiger Linienleitertechnik.
- ETCS: europäisches System mit standardisierter Fahrzeug- und Streckentechnik.
ETCS soll langfristig viele nationale Sicherungssysteme ersetzen oder ergänzen.
LZB und Hauptsignale
Bei LZB-geführten Fahrten erhält der Lokführer wesentliche Informationen direkt im Führerstand.
Hauptsignale bleiben trotzdem Teil der Eisenbahninfrastruktur und können für andere Betriebsarten weiterhin relevant sein.
Die Aufgabe von Hauptsignalen erklären wir ausführlich in unserem Artikel Hauptsignal bei der Eisenbahn einfach erklärt.
LZB auf der Modellbahn
Eine echte LZB wird auf klassischen Modellbahnanlagen normalerweise nicht nachgebildet.
Digitale Steuerungsprogramme können aber ähnliche Funktionen übernehmen.
Die Software kennt dabei Position, Fahrweg und Geschwindigkeit eines Zuges und kann bereits lange vor einem Signal eine Bremsung einleiten.
Das Grundprinzip einer kontinuierlichen Zugüberwachung lässt sich dadurch auch im Modell nachvollziehen.
Kurz erklärt: LZB
- LZB steht für Linienförmige Zugbeeinflussung.
- Der Zug wird kontinuierlich über einen längeren Streckenabschnitt überwacht.
- Informationen über Geschwindigkeit und Zielentfernung werden im Führerstand angezeigt.
- Die LZB überwacht auch die Einhaltung von Bremskurven.
- Sie wurde vor allem auf schnellen und stark belasteten Strecken eingesetzt.
- Langfristig wird sie zunehmend durch ETCS ersetzt.
Weitere Eisenbahn-Technik einfach erklärt
Weitere verständliche Erklärungen zu Signalen, Zugbeeinflussung und Sicherungstechnik findest du in unserem Bereich Eisenbahn-Technik einfach erklärt.
Passend dazu erklären wir bereits die PZB, das Hauptsignal, das Vorsignal und das Ks-Signal.
