Zuletzt aktualisiert am 22.09.2026
Die Wendelsteinbahn ist ein besonders lohnendes Ziel für Eisenbahnfreunde und verbindet historische Bahntechnik mit einer eindrucksvollen Fahrt durch die bayerische Alpenlandschaft. Für Eisenbahnfans ist vor allem die Zahnradbahn ab Brannenburg interessant. Sie bringt ihre Fahrgäste vom Tal hinauf in Richtung Wendelstein und überwindet dabei auf vergleichsweise kurzer Strecke einen großen Höhenunterschied.
Die Geschichte der Bahn reicht mehr als 100 Jahre zurück. Zwischen 1910 und 1912 ließ der Unternehmer Otto von Steinbeis die Zahnradbahn auf den Wendelstein errichten. Für die damalige Zeit war das ein außergewöhnlich anspruchsvolles Bauprojekt. Rund 800 Arbeiter waren am Bau beteiligt. Die ursprüngliche Strecke war knapp zehn Kilometer lang und führte durch sieben Tunnel, acht Galerien und über zwölf Brücken. Hinzu kamen zahlreiche Stützmauern und weitere Bauwerke, die für die Streckenführung im steilen Gelände notwendig waren.
Bemerkenswert ist auch, dass die Wendelsteinbahn von Anfang an elektrisch betrieben wurde. Da es in der Region damals noch kein ausreichendes Stromnetz gab, wurde eigens ein Wasserkraftwerk errichtet. Schon bei der Planung spielte außerdem die Rückgewinnung von Bremsenergie eine Rolle. Damit war die Bahn technisch für ihre Zeit ausgesprochen fortschrittlich.
Heute prägen vor allem die markanten gelb-blauen Triebwagen das Bild der Zahnradbahn. Die Fahrt beginnt am Talbahnhof in Brannenburg und führt über die Bedarfshaltestellen Aipl und Mitteralm hinauf zum Bergbahnhof. Während der Fahrt verändert sich die Landschaft immer wieder. Waldabschnitte wechseln sich mit felsigen Passagen und offenen Ausblicken auf die umliegenden Berge ab. Gerade die Verbindung aus Zahnradtechnik, historischen Kunstbauten und Alpenpanorama macht die Strecke für Eisenbahnfreunde interessant.
Wer etwas genauer hinsieht, entdeckt entlang der Strecke noch viele Hinweise auf die lange Geschichte der Bahn. Tunnelportale, Galerien, Brücken und massive Stützmauern zeigen, welcher Aufwand nötig war, um hier bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Bahnstrecke zu bauen.
Eine Alternative auf der anderen Seite des Berges ist die Wendelstein-Seilbahn ab Bayrischzell. Dadurch lassen sich Zahnradbahn und Seilbahn auch miteinander kombinieren. Für Wanderer sind außerdem die Zwischenhalte der Zahnradbahn interessant, da sich einzelne Abschnitte der Bergfahrt mit einer Wanderung verbinden lassen. Die Fahrpläne unterscheiden sich je nach Jahreszeit und können sich aufgrund der Wetterverhältnisse kurzfristig ändern.
Ein besonderes Erlebnis für Eisenbahnfreunde sind die Nostalgiefahrten. Beim Nostalgie-Express kommen historische Personenwagen aus dem Jahr 1912 zum Einsatz. Die alten Wagen mit Holzbänken und klassischen Gepäcknetzen vermitteln noch einen Eindruck davon, wie eine Fahrt auf den Wendelstein vor vielen Jahrzehnten ausgesehen haben könnte. Heute werden die historischen Wagen unter anderem von der modernen Lok 5 befördert, die seit 2021 bei der Wendelsteinbahn eingesetzt wird.
Im Jahr 2026 werden die Nostalgie-Sonderfahrten saisonal von Mai bis Oktober angeboten. Daneben gibt es weitere Veranstaltungen mit historischen Fahrzeugen, darunter besondere Mondscheinfahrten.
Für Eisenbahnfreunde lohnt sich deshalb nicht nur die Fahrt selbst. Auch der Talbahnhof, die Fahrzeuge und die zahlreichen Bauwerke entlang der Strecke bieten interessante Fotomotive. Wer historische Bahntechnik, Zahnradbahnen und Bergbahnen mag, findet mit der Wendelsteinbahn in Brannenburg eines der spannendsten Eisenbahnziele im bayerischen Alpenraum.
Weitere Informationen
https://www.wendelsteinbahn.de/
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