Zuletzt aktualisiert am 22.09.2026
Mitten im kleinen Allgäuer Ort Urlau verbirgt sich auf rund 250 Quadratmetern eine überraschend große Modellbahnwelt. Die Urlauer Modellbahnen zeigen mehrere analoge und digitale Anlagen in verschiedenen Spurweiten und Eisenbahnepochen. Im Mittelpunkt steht eine große H0-Anlage mit Bergen, Burgen, Seen, Städten, Bahnhöfen und zahlreichen kleinen Szenen. Die Modellbahn ist bewusst keine exakte Nachbildung einer bestimmten realen Bahnstrecke. Stattdessen steht der Spaß am Landschafts- und Modellbau im Vordergrund.Rund 250 Quadratmeter Modelleisenbahn
Die Ausstellung umfasst insgesamt ungefähr 250 Quadratmeter. Neben der großen H0-Anlage sind weitere Modellbahnen in anderen Spurweiten zu sehen. Dabei treffen unterschiedliche Generationen der Modellbahntechnik aufeinander. Einige Anlagen werden klassisch analog betrieben, andere digital. Auch zeitlich ist die Ausstellung nicht auf eine einzelne Epoche festgelegt. Dampflokomotiven, klassische Diesel- und Elektroloks sowie moderne Triebzüge können deshalb nebeneinander auftreten.Die große H0-Anlage
Das Herzstück der Ausstellung ist die große H0-Anlage im Maßstab 1:87. Mehrgleisige Bahnhöfe, Tunnel, Täler und Berge ermöglichen einen abwechslungsreichen Zugbetrieb. ICE, Regionalzüge, Güterzüge und historische Fahrzeuge fahren durch eine frei gestaltete Landschaft. Dabei wird bewusst nicht versucht, jedes Fahrzeug und jedes Gebäude streng einer bestimmten Epoche zuzuordnen. Gerade für Familien hat das einen Vorteil: Auf der Anlage ist viel unterschiedlicher Eisenbahnbetrieb zu sehen und bekannte moderne Züge können ebenso auftauchen wie klassische Dampflokomotiven.Das „Burgenland“
Ein auffälliges Merkmal sind die zahlreichen Burgen, Schlösser und Berglandschaften. Deshalb wurde ein großer Teil der H0-Anlage in Veröffentlichungen auch als „Burgenland“ bezeichnet. Burgen stehen auf steilen Felsen über den Bahnstrecken, während die Züge durch Tunnel und über Brücken durch die Landschaft fahren. Für die Landschaftsgestaltung ist besonders Achim Harr verantwortlich, der sich seit vielen Jahren mit Modellbau beschäftigt und nach Angaben der Ausstellung besonders gerne Burgen baut.Keine starre Vorbildtreue
Die Urlauer Modellbahnen unterscheiden sich damit von Anlagen, die eine reale Bahnstrecke möglichst exakt nachbauen wollen. Hier darf die Fantasie eine größere Rolle spielen. Gebäude werden verändert, Landschaften frei gestaltet und verschiedene Eisenbahnepochen miteinander kombiniert. Für die Betreiber steht der Modellbau selbst im Mittelpunkt. Die Ausstellung soll zeigen, was sich mit unterschiedlichen Materialien, Techniken und Ideen auf einer Modellbahn verwirklichen lässt.Viele Gebäude entstehen nicht einfach nach Bauplan
Zwar dienen klassische Modellbahnbausätze häufig als Ausgangspunkt, viele Gebäude werden jedoch verändert, ergänzt oder teilweise vollständig selbst gebaut. Dadurch entstehen individuelle Häuser, Industriegebäude, Burgen und Landschaftsmotive, die man nicht auf jeder Modellbahnanlage wiederfindet.An der Anlage wird weiterhin gebaut
Die Urlauer Modellbahnen sind keine abgeschlossene Ausstellung. Teile der großen H0-Anlage werden weiterhin erweitert. Für Besucher ist das durchaus interessant: An unfertigen Modulen lässt sich erkennen, wie Unterbau, Gleise, Elektrik und Landschaft einer großen Modellbahnanlage entstehen. Wer selbst eine Modellbahn baut, kann dadurch nicht nur fertige Landschaft sehen, sondern auch einen Blick hinter die Kulissen werfen.Italien zieht in die Modellbahn ein
Zu den jüngeren Erweiterungen gehört der Bereich „Italia – Piemonte“. Das erste neue Modul wurde im Oktober 2024 in die Hauptanlage integriert. Im Mittelpunkt steht das „Castello Piemonte“ mit einer italienisch wirkenden Burganlage, engen Straßen und typischen Häusern. Damit verändert sich der Charakter der Landschaft deutlich gegenüber den stärker mitteleuropäisch beziehungsweise alpenländisch wirkenden Bereichen.Villaggio Piemonte als nächste Erweiterung
Das Italien-Thema wird weitergeführt. Das Anschlussmodul „Villaggio Piemonte“ befindet sich nach Angaben der Betreiber kurz vor der Fertigstellung. Ein weiteres italienisches Modul ist bereits geplant. Dadurch wächst die H0-Anlage schrittweise um einen zusammenhängenden südeuropäischen Bereich.Stausee mit Wasserkraftwerk
Zu den weiteren aufwendig gestalteten Bereichen gehört ein Stausee mit Staudamm und Elektrizitätswerk. Solche Landschaftselemente zeigen gut, dass die Eisenbahn in Urlau nicht isoliert betrachtet wird. Straßen, Gewässer, Industrie, Gebäude und Landschaft bilden gemeinsam eine Miniaturwelt.See und Tropfsteinhöhle
Auch unter der sichtbaren Landschaft gibt es kleine Überraschungen. Ein Modul kombiniert einen See und eine Burglandschaft mit einer dargestellten Tropfsteinhöhle. Gerade solche ungewöhnlichen Details machen es sinnvoll, die Anlage nicht nur wegen der fahrenden Züge zu betrachten.Auch Spur Z ist vertreten
Neben den großen H0-Landschaften zeigen die Urlauer Modellbahnen auch eine Anlage in Spur Z. Mit einer Spurweite von nur 6,5 Millimetern ist Spur Z erheblich kleiner als H0. Dadurch lassen sich selbst auf vergleichsweise wenig Fläche lange Strecken und größere Landschaften darstellen. Der Größenvergleich zwischen den verschiedenen Anlagen ist gerade für Besucher interessant, die selbst noch keine feste Modellbahnspur bevorzugen.Modellbahn zum Ausprobieren
Die Betreiber möchten die Ausstellung nicht nur als Ansammlung fertiger Schauanlagen verstanden wissen. Sie geben Besuchern gerne Auskunft über Technik und Modellbau und bieten nach Absprache auch Führungen an. Ein eigener Bereich richtet sich besonders an jüngere Besucher. Dort können Rangieren, Weichenstellen und andere Abläufe einer Modellbahn selbst ausprobiert werden.Vom Kegelraum zur Modellbahnwelt
Auch die Geschichte der Ausstellungsräume ist ungewöhnlich. Bevor hier Modellzüge durch Berge und Täler fuhren, befand sich in den Räumen unter anderem eine Kegelbahn. Später wurde das Gebäude gastronomisch genutzt. Das Team um Initiator Ingo Bosch verwandelte die langgezogenen Räume anschließend innerhalb relativ kurzer Zeit in die heutige Modellbahnausstellung.SWR zu Besuch in Urlau
Die ungewöhnliche Modellbahnwelt wurde inzwischen auch im Fernsehen vorgestellt. Im Februar 2023 besuchte ein Kamerateam des SWR die Ausstellung. Der Beitrag wurde am 3. März 2023 in der Landesschau Baden-Württemberg ausgestrahlt.Bistro „Modellbahnstüble“
Zur Ausstellung gehört ein eigenes kleines Bistro. Im „Modellbahnstüble“ werden Getränke und kleine Snacks angeboten. Bei gutem Wetter steht zusätzlich eine Terrasse zur Verfügung. Dadurch lässt sich der Aufenthalt auch nach dem Rundgang durch die Modellbahnausstellung noch etwas verlängern.Regelmäßiger Modellbahnstammtisch
Die Urlauer Modellbahnen sind außerdem Treffpunkt für Modellbahnfreunde aus der Region. In regelmäßigen Abständen findet im Bistro ein Modellbahnstammtisch statt. Dort geht es um Modellbau, Elektronik, Technik, Fahrzeuge und gemeinsame Projekte. Interessierte Modellbahner sind ausdrücklich willkommen.Gebrauchte Modelleisenbahnen kaufen
Inzwischen werden in Urlau auch gebrauchte Modellbahnartikel angeboten. Das Sortiment kann sich laufend ändern und reicht je nach Bestand von Fahrzeugen bis zu Zubehör. Für Sammler lohnt sich deshalb auch ein Blick in diesen Bereich der Ausstellung.Öffnungszeiten
Die Modellbahnausstellung besitzt im Gegensatz zu vielen Vereinsanlagen feste und vergleichsweise umfangreiche Öffnungszeiten.- Mittwoch: 13 bis 18 Uhr
- Donnerstag: auf Anfrage
- Freitag: 13 bis 18 Uhr
- Samstag: 13 bis 18 Uhr
- Sonntag: 13 bis 18 Uhr
Eintrittspreise 2026
- Erwachsene und Jugendliche über 15 Jahre: 6 Euro
- Kinder und Jugendliche bis einschließlich 15 Jahre: 4,50 Euro
- Kinder bis einschließlich 3 Jahre: frei
- Familienkarte: 18 Euro
- Gruppen ab 10 Personen: 5 Euro pro Person
- Besucher mit Behinderung: 3 Euro
Adresse
Urlauer Modellbahnen Landstraße 17 88299 Leutkirch im Allgäu – Urlau Die Ausstellung befindet sich mitten im Ort Urlau südlich von Leutkirch. Durch die Lage im Allgäu eignet sie sich auch gut als Schlechtwetterziel für Familien und Urlauber.Lohnt sich ein Besuch?
Die Urlauer Modellbahnen unterscheiden sich deutlich von einer klassischen Vereinsanlage, die nur an wenigen Tagen im Jahr geöffnet wird. Durch die festen Öffnungszeiten kann die Ausstellung auch spontan in einen Ausflug eingebaut werden. Besonders interessant sind die abwechslungsreichen Landschaften, die zahlreichen Burgen und die Tatsache, dass weiterhin an neuen Modulen gearbeitet wird. Dadurch verändert sich die Ausstellung immer wieder. Für Modellbahner bieten die unterschiedlichen Steuerungsarten und Spurweiten zusätzliche Anregungen. Familien profitieren von der überschaubaren Größe, den vielen kleinen Details und der Möglichkeit, den Modellbau nicht nur fertig, sondern teilweise auch während seiner Entstehung zu erleben.
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