Zuletzt aktualisiert am 22.09.2026
Bei Lathen im Emsland stand die Transrapid-Versuchsanlage Emsland – 31,5 Kilometer Magnetschwebebahn-Fahrweg, auf dem über Jahrzehnte die deutsche Magnetbahntechnik erprobt wurde. Ein Förderverein kümmert sich heute um das, was davon geblieben ist.
Die Versuchsanlage
Gebaut wurde die Anlage von 1980 bis 1987. Der erste Abschnitt von 20,6 Kilometern ging 1984 in Betrieb, drei Jahre später war die Strecke mit der Südschleife komplett – insgesamt 31,5 Kilometer.
Betreiber war zunächst die IABG, ab 1985 die MVP Versuchs- und Planungsgesellschaft für Magnetbahnsysteme, eine Tochter von Deutscher Bundesbahn und Lufthansa. Erprobt wurden hier die Fahrzeuge TR 06, 07, 08 und 09.
Das Unglück von 2006
Am 22. September 2006 fuhr der Transrapid 08 auf einen auf dem Fahrweg stehenden Werkstattwagen auf. Bei dem Unfall kamen 23 Menschen ums Leben. Bis dahin war die Anlage mit rund tausend Besuchern täglich ein bedeutendes Ausflugsziel gewesen; Mitfahrten dauerten zehn Minuten und kosteten 18 Euro.
Der Besucherbetrieb wurde nach dem Unfall nicht wieder aufgenommen. Nachdem der Bund 2010 die Förderung beendete, wurde die Anlage Ende 2011 stillgelegt. Ein Teil des Betriebsgeländes dient heute als Forschungszentrum für Elektromobilität.
Was es zu sehen gibt
Der Förderverein Transrapid Emsland e. V. hat sich die Bewahrung und Vermittlung der Magnetbahntechnik zur Aufgabe gemacht. Er betreibt ein Besucherzentrum und arbeitet an der Restaurierung des Transrapid 07 – jenes Fahrzeugs, das 1988 auf der Internationalen Verkehrsausstellung in Hamburg gezeigt wurde.
Öffnungszeiten
- Samstag und Sonntag, 11 bis 17 Uhr
- Saison von Ostern bis Oktober
Stand: September 2026.
Anfahrt
Hermann-Kemper-Straße, 49762 Lathen. Die Straße ist nach Hermann Kemper benannt, der 1934 das Patent auf die elektromagnetische Schwebetechnik erhielt.
Gut zu wissen
Der Fahrweg selbst wird seit Jahren zurückgebaut. Was zu sehen ist, hängt vom Fortschritt dieser Arbeiten ab – vor einer weiten Anreise lohnt ein Blick auf die Vereinsseite oder ein Anruf.
Der Verein ist auf mehreren Plattformen aktiv und veröffentlicht regelmäßig über den Stand der Restaurierung. Das ist für Interessierte die zuverlässigste Quelle.
Für wen sich der Besuch lohnt
Für alle, die sich für Verkehrstechnik jenseits des Rad-Schiene-Systems interessieren. Der Transrapid ist eine deutsche Entwicklungsgeschichte über vier Jahrzehnte, die im Inland nie zu einer Anwendungsstrecke geführt hat – und deren einzige gebaute Versuchsanlage hier stand.
Der Ort ist zugleich eine Gedenkstätte. Wer herkommt, sollte das wissen.
Offizielle Seite: fv-transrapid.de
Bildnachweise
- Transrapid 07 in Lathen – Foto: Alex Hoekerd, CC0, via Wikimedia Commons
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