Zuletzt aktualisiert am 22.09.2026
Stadtmuseum Beckum
Mitten auf dem Marktplatz von Beckum befindet sich das Stadtmuseum im historischen Rathaus. Die Ausstellung erzählt die Geschichte der Stadt von ihren frühen Anfängen bis zur Entwicklung des bedeutenden Zementreviers im 19. und 20. Jahrhundert.
Für Eisenbahnfreunde ist vor allem dieser Teil der Stadtgeschichte interessant. Der wirtschaftliche Aufstieg der Kalk- und Zementindustrie war eng mit dem Ausbau der Eisenbahn verbunden. Erst die Bahn machte es möglich, große Mengen Rohstoffe und fertigen Zement wirtschaftlich über größere Entfernungen zu transportieren.
Vom mittelalterlichen Rathaus zum Museum
Das Gebäude selbst ist bereits sehenswert. Der Kern des historischen Rathauses lässt sich bis ins Jahr 1441 zurückverfolgen. Sein markanter Giebel entstand bei einem Umbau im Jahr 1879.
Über viele Jahrhunderte wurde das Haus für ganz unterschiedliche Aufgaben genutzt. Neben der Stadtverwaltung befanden sich hier zeitweise unter anderem Gericht, Sparkasse, Stadtwache und sogar Gefängnisräume.
1986 wurde im historischen Rathaus das heutige Stadtmuseum eingerichtet.
Stadtgeschichte zum Anfassen
Die Dauerausstellung beginnt mit der frühen Besiedlung der Region. Ein Schwerpunkt liegt auf dem sogenannten Fürstengrab von Beckum aus der Zeit um 600 nach Christus. Weitere Bereiche beschäftigen sich mit Beckums Geschichte als Hansestadt, Handwerk und dem Leben früherer Generationen.
Besonders anschaulich sind mehrere vollständig eingerichtete historische Räume. Dazu gehört ein Tante-Emma-Laden aus dem Jahr 1908, der noch bis 1993 in Beckum betrieben wurde.
Zu sehen sind außerdem das Wohnzimmer eines Zementwerkdirektors aus der Zeit um 1910 und ein historisches Klassenzimmer.
Eisenbahn und Zementindustrie
Für Gleismomente ist vor allem die Industriegeschichte interessant. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Raum Beckum zu einem der bedeutendsten Zementreviere Deutschlands.
Die Eisenbahn spielte dabei eine wichtige Rolle. Mit der Eröffnung der Köln-Mindener Eisenbahn im Jahr 1847 erhielt die Region einen leistungsfähigen Transportweg. Zement und andere schwere Güter konnten nun wesentlich einfacher verschickt werden.
1872 entstand das erste Zementwerk in Beckum. In den folgenden Jahrzehnten kamen zahlreiche weitere Betriebe hinzu. Auch eigene Anschlussgleise und die Strecken der Westfälischen Landes-Eisenbahn waren für den Transport der Produkte wichtig.
Das Stadtmuseum zeigt diesen Teil der Beckumer Industriegeschichte mit historischen Dokumenten und Exponaten. Wer sich für ehemalige Industriebahnen und die Verbindung zwischen Eisenbahn und Zementindustrie interessiert, bekommt hier einen guten Einstieg in die Geschichte der Region.
Sonderausstellungen
Neben der Dauerausstellung nutzt das Stadtmuseum mehrere Räume für wechselnde Ausstellungen. Jedes Jahr werden vier bis sechs Sonderausstellungen gezeigt, häufig mit moderner und zeitgenössischer Kunst.
Ein Blick auf das aktuelle Programm lohnt sich deshalb auch dann, wenn man das Museum bereits kennt.
Öffnungszeiten
Das Stadtmuseum Beckum ist derzeit zu folgenden Zeiten geöffnet:
Mittwoch bis Freitag
09:30 bis 12:30 Uhr
15:00 bis 17:00 Uhr
Samstag
15:00 bis 17:00 Uhr
Sonntag
09:30 bis 12:30 Uhr
15:00 bis 17:00 Uhr
Montags, dienstags, am Samstagvormittag sowie an Feiertagen bleibt das Museum geschlossen.
Nach der Sommerpause 2026 ist die Dauerausstellung seit dem 9. September 2026 wieder zugänglich.
Eintritt
Der Besuch des Stadtmuseums ist kostenlos.
Sonderöffnungen und Gruppenbesuche sind nach vorheriger Vereinbarung möglich.
Adresse
Stadtmuseum Beckum
Markt 1
59269 Beckum
Das Museum liegt direkt am historischen Marktplatz im Zentrum von Beckum.
Für einen Ausflug mit Eisenbahnbezug lässt sich der Museumsbesuch gut mit weiteren Spuren der Zementindustrie in Beckum und Neubeckum verbinden. Besonders interessant ist dabei die Zementroute, die an ehemaligen Industrieanlagen, Steinbrüchen und Orten mit Bezug zur Eisenbahn vorbeiführt.
Fotonachweis
Das historische Rathaus am Beckumer Marktplatz beherbergt heute das Stadtmuseum. Foto: NordNordWest / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0 DE
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