Zuletzt aktualisiert am 22.09.2026
Die Preßnitztalbahn gehört zu den bekanntesten Museumsbahnen im Erzgebirge. Auf der 750-mm-Schmalspurbahn fahren historische Dampf- und Dieselzüge zwischen Jöhstadt und Steinbach durch das Preßnitz- und Schwarzwassertal. Die heutige Museumsstrecke ist rund 8,5 Kilometer lang und bildet den oberen Abschnitt der früheren Schmalspurbahn Wolkenstein–Jöhstadt. Für Eisenbahnfreunde ist die Strecke besonders interessant, weil hier weit mehr als einzelne historische Fahrzeuge gezeigt werden. Bahnhöfe, Gleisanlagen, Lokschuppen und Fahrzeuge ergeben zusammen den Eindruck einer sächsischen Schmalspurbahn aus der Zeit um 1970. An vielen Fahrtagen sind die Züge mit Dampflokomotiven unterwegs.Die Museumsbahn zwischen Jöhstadt und Steinbach
Die heutige Preßnitztalbahn beginnt in Jöhstadt auf etwa 684 Metern Höhe und führt talwärts über Schlössel und Schmalzgrube nach Steinbach. Die Strecke folgt zunächst dem Jöhstädter Schwarzwasser und später der Preßnitz. Unterwegs passiert der Zug mehrere kleine Haltepunkte und typische Anlagen einer sächsischen Schmalspurbahn. Zu den Stationen gehören unter anderem Fahrzeughalle, Schlössel, Loreleifelsen, Schmalzgrube, Forellenhof, Stolln, Wildbach und Steinbach. Zwischen Steinbach und Jöhstadt überwindet die Bahn einen deutlichen Höhenunterschied. Die größte Neigung beträgt 25 Promille. Durch den kurvenreichen Verlauf und die bewaldete Landschaft bietet die Strecke zahlreiche typische Motive einer erzgebirgischen Schmalspurbahn.Von Wolkenstein nach Jöhstadt: die Geschichte der Preßnitztalbahn
Die ursprüngliche Preßnitztalbahn wurde 1892 eröffnet. Sie verband Wolkenstein mit Jöhstadt und war rund 23 Kilometer lang. Neben dem Personenverkehr spielte die Bahn lange Zeit auch für den Güterverkehr im Erzgebirge eine wichtige Rolle. 1984 endete der reguläre Bahnbetrieb. Anschließend wurde ein großer Teil der Strecke abgebaut. Damit schien die Geschichte der Preßnitztalbahn zunächst beendet. Ende der 1980er-Jahre entstand die Interessengemeinschaft Preßnitztalbahn. Nach der politischen Wende begann Anfang der 1990er-Jahre ein außergewöhnliches Projekt: Ein Teil der bereits abgebauten Bahn sollte als Museumsbahn wieder entstehen. Gleise wurden neu verlegt, Bahnhöfe wieder aufgebaut und historische Fahrzeuge nach Jöhstadt gebracht. Aus den ersten Metern Gleis entwickelte sich über die folgenden Jahre die heutige Museumsbahn zwischen Jöhstadt und Steinbach.Dampflokomotiven und historische Fahrzeuge
Ein großer Teil des Reizes der Preßnitztalbahn liegt im umfangreichen historischen Fahrzeugbestand. Besonders eng mit den sächsischen Schmalspurbahnen verbunden ist die Lokomotivgattung IV K. Mehrere Maschinen dieser Bauart sind in Jöhstadt beheimatet. Dazu gehören unter anderem die 99 1542-2, 99 1568-7, 99 1590-1 und 99 1594-3. Ergänzt wird der Bestand durch weitere Dampflokomotiven wie die VI K 99 1715-4 und die I K Nr. 54 sowie mehrere Diesellokomotiven. Auch bei den Reisezugwagen versucht der Verein, die Vielfalt früherer sächsischer Schmalspurbahnen zu erhalten. Dadurch wirken die Züge deutlich authentischer als ein Museumszug, der lediglich aus einzelnen historischen Fahrzeugen zusammengestellt wurde.Fahrtage und Dampfbetrieb
Die Preßnitztalbahn fährt nicht täglich. Der Museumsbetrieb konzentriert sich auf ausgewählte Wochenenden, Feiertage und Veranstaltungen. Während der Saison gibt es zahlreiche Fahrtage mit Dampfbetrieb. 2026 verkehren beispielsweise im Sommer und Herbst regelmäßig Dampfzüge zwischen Jöhstadt und Steinbach. Zusätzlich gibt es besondere Veranstaltungen mit erweitertem Fahrbetrieb. Zu Pfingsten 2026 waren beispielsweise gleich mehrere Dampflokomotiven gleichzeitig auf der Strecke unterwegs. Da sich Fahrplan, eingesetzte Lokomotiven und Veranstaltungen ändern können, solltest du vor der Anreise immer den aktuellen Fahrplan und die Fahrtage der Preßnitztalbahn prüfen.Bahnhof Jöhstadt und Lokschuppen
Jöhstadt ist der betriebliche Mittelpunkt der Museumsbahn. Hier befinden sich unter anderem der historische Lokschuppen, Gleisanlagen und weitere Einrichtungen für den Museumsbetrieb. Gerade an größeren Fahrtagen lohnt es sich, rund um den Bahnhof etwas mehr Zeit einzuplanen. Beim Umsetzen und Bereitstellen der Züge lassen sich Dampflokomotiven und historische Wagen aus nächster Nähe erleben.Ausstellungs- und Fahrzeughalle Schlössel
Zur Preßnitztalbahn gehört außerdem die Ausstellungs- und Fahrzeughalle Schlössel. Sie wurde zwischen 2004 und 2005 gebaut und am 3. Juni 2005 offiziell eröffnet. Auf rund 180 Metern überdachter Gleislänge können historische Fahrzeuge witterungsgeschützt abgestellt werden. Gleichzeitig besitzt die Halle Werkstatteinrichtungen und eine Krananlage, sodass hier auch Arbeiten an den Fahrzeugen durchgeführt werden können. Die Halle ist deshalb in erster Linie Teil des Museumsbahnbetriebs. Sie wird zusätzlich für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt und bietet Platz für bis zu 500 Gäste. Eine Besichtigung ist nicht jederzeit möglich. Wer gezielt die Fahrzeughalle besuchen möchte, sollte sich vorher beim Betreiber über aktuelle Veranstaltungen oder Besichtigungsmöglichkeiten informieren.Streckenverlängerung Richtung Oberschmiedeberg
Die Geschichte des Wiederaufbaus ist noch nicht abgeschlossen. Seit 2022 arbeitet die Preßnitztalbahn an einer Verlängerung über Steinbach hinaus in Richtung Oberschmiedeberg. Damit soll ein weiterer Abschnitt der früheren Strecke Wolkenstein–Jöhstadt wieder für die Eisenbahn gesichert werden. Nach derzeitiger Planung soll das Projekt etwa bis 2030 abgeschlossen werden. Die Museumsbahn würde dadurch nochmals länger und ein weiteres Stück der historischen Trasse wieder befahrbar.Preßnitztalbahn für Familien
Auch mit Kindern eignet sich die Preßnitztalbahn gut als Ausflugsziel. Die Fahrt zwischen Jöhstadt und Steinbach ist lang genug, um eine richtige Dampfbahnfahrt zu erleben, bleibt aber überschaubar. Besonders interessant sind das Rangieren der Lokomotiven, die kleinen Bahnhöfe und natürlich der sicht- und hörbare Dampfbetrieb. Die Fahrt lässt sich außerdem gut mit einem Spaziergang oder einer Wanderung im Preßnitztal verbinden. Dadurch kann man eine Teilstrecke mit der Bahn fahren und den Rückweg oder einzelne Abschnitte zu Fuß zurücklegen.Fotografieren an der Preßnitztalbahn
Für Eisenbahnfotografen bietet die Strecke viele abwechslungsreiche Motive. Die Züge fahren durch bewaldete Täler, vorbei an kleinen Bahnhöfen, Brücken und typischer erzgebirgischer Landschaft. Besonders interessant sind die Bereiche rund um Schmalzgrube, Steinbach und Jöhstadt. An Tagen mit mehreren Zügen oder besonderen Veranstaltungen ergeben sich zusätzliche Möglichkeiten, unterschiedliche Lokomotiven auf der Strecke zu erleben.Anfahrt und Parken
Der wichtigste Ausgangspunkt für einen Besuch ist der Bahnhof Jöhstadt. Die Interessengemeinschaft Preßnitztalbahn hat ihren Sitz unter folgender Adresse: Interessengemeinschaft Preßnitztalbahn e. V. Am Bahnhof 78 09477 Jöhstadt Rund um Jöhstadt gibt es mehrere Parkmöglichkeiten. Weitere Parkplätze stehen unter anderem an der Ausstellungs- und Fahrzeughalle, in Schlössel, Schmalzgrube und Steinbach zur Verfügung. Eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist ebenfalls möglich. Von Chemnitz besteht eine Busverbindung über Annaberg-Buchholz nach Jöhstadt. An ausgewählten Fahrtagen wird außerdem eine Ausflugslinie zwischen Wolkenstein und Steinbach angeboten, die Anschlüsse zur Erzgebirgsbahn und zur Museumsbahn ermöglicht.Für wen lohnt sich die Preßnitztalbahn?
Die Preßnitztalbahn ist besonders interessant für Freunde von Dampflokomotiven und sächsischen Schmalspurbahnen. Durch den umfangreichen Fahrzeugbestand, die wiederaufgebaute Infrastruktur und die längere Museumsstrecke gibt es wesentlich mehr zu sehen als bei einer kurzen Museumsrunde. Auch Familien, Fotografen und Besucher ohne tiefere Eisenbahnkenntnisse bekommen hier einen guten Eindruck davon, wie eine Schmalspurbahn früher funktioniert hat. Wer genügend Zeit mitbringt, sollte eine komplette Fahrt zwischen Jöhstadt und Steinbach mit einem Aufenthalt an einem der Bahnhöfe verbinden.Weitere Eisenbahnziele in Sachsen
Sachsen besitzt eine ungewöhnlich große Zahl historischer Schmalspurbahnen und Eisenbahnmuseen. Weitere Ziele findest du in unserer Übersicht Eisenbahnmuseen in Sachsen: Museen, Schmalspurbahnen und historische Züge. Auf der Eisenbahn-Erlebniskarte findest du außerdem Museumsbahnen, Eisenbahnmuseen, Modellbahnausstellungen und weitere besondere Eisenbahnorte in ganz Deutschland. Stand: September 2026. Fahrtage, Fahrpläne, eingesetzte Fahrzeuge und Besichtigungsmöglichkeiten können sich ändern. Vor einer längeren Anreise bitte die aktuellen Angaben des Betreibers prüfen.Bildnachweise
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- Schmalspur-Diesellok 199 008-4 in Jöhstadt – Foto: Kora27, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
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