Zuletzt aktualisiert am 22.09.2026
Der Museumsbahnhof Markersdorf-Taura in Claussnitz ist ein sächsischer Landbahnhof, den ein Verein vollständig erhalten hat – mit Empfangsgebäude, Wasserstation und Gleisanlagen. Auf dem letzten befahrbaren Stück der Chemnitztalbahn fahren von hier Museumszüge und Draisinen.
Die Chemnitztalbahn
Der Bahnhof entstand beim Bau der Chemnitztalbahn zwischen 1899 und 1902, angestoßen von einem Eisenbahnkomitee regionaler Industrieller. Die Strecke folgte dem Flusslauf der Chemnitz und erschloss die Betriebe im Tal – sie transportierte Güter und Arbeiter zugleich.
In seiner besten Zeit hatte der Bahnhof Markersdorf-Taura sieben Gleise und 15 Weichen samt zugehöriger Infrastruktur. Im Mai 1998 endete der Personenverkehr, Anfang 2000 fuhr der letzte Güterzug.
Was der Verein daraus gemacht hat
Am 3. Februar 2001 gründeten sich die Eisenbahnfreunde Chemnitztal e. V. Ende 2005 kauften sie die Bahnhofsgebäude von der Deutschen Bahn und begannen, sie nach den Vorgaben des Denkmalschutzes herzurichten.
Erhalten blieben rund zwei Kilometer Gleis zwischen Markersdorf-Taura und Schweizerthal-Diethensdorf. Darauf verkehren heute die Museumszüge; außerdem bietet der Verein Draisinenfahrten an. 2025 wurde er mit dem Andreas-Möller-Geschichtspreis ausgezeichnet.
Was es zu sehen gibt
Auf dem Gelände stehen mehrere Fahrzeuge: die Dieselloks V 22 und V 10, der Triebwagen VT 24 004 mit Beiwagen VB 24-01 sowie der Zweiwege-Traktor „Paul“. Dazu kommen Hand- und Motordraisinen.
Das eigentliche Denkmal ist aber der Bahnhof selbst: Empfangsgebäude, Wasserturm und Güterschuppen bilden ein Ensemble, wie es in dieser Vollständigkeit selten geblieben ist.
Fahrtage und Preise
Der Verein führt regelmäßige Fahrtage durch, dazu Themenfahrten und kulturelle Veranstaltungen. Die Museumszugfahrt geht durch das Schweizerthal, ein enges, bewaldetes Tal.
Stand: September 2026.
Anfahrt und Kontakt
Hauptstraße 100, 09236 Claussnitz. Telefon 037202 539746.
Gut zu wissen
Der Bahnhof liegt am Chemnitztalradweg. Die Strecke ist damit gleich doppelt nutzbar: Wer nicht mit dem Museumszug fährt, kommt mit dem Rad und sieht dieselben Bauwerke – darunter das Eisenbahnviadukt Markersdorf-Taura.
Für wen sich der Besuch lohnt
Für alle, die einen vollständigen Landbahnhof sehen wollen und nicht nur einen restaurierten Lokschuppen. Wasserstation, Empfangsgebäude, Güterschuppen, Gleisreste – hier steht noch, was anderswo abgerissen wurde.
Modellbahner finden ein Vorbild, das fast maßgeschneidert ist: sieben Gleise sind überschaubar, der Betrieb war gemischt, und das Empfangsgebäude ist ein sächsischer Standardtyp, den es auch als Bausatz gibt.
Und wer mit Kindern kommt: Draisine schlägt Museumszug fast immer.
Offizielle Seite: chemnitztalbahn.de
Bildnachweise
- Empfangsgebäude und Wasserstation des Bahnhofs Markersdorf-Taura – Foto: Aagnverglaser, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
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