Zuletzt aktualisiert am 22.09.2026
Direkt unter dem Landshuter Hauptbahnhof verbirgt sich eine große Modellbahnwelt. Der Modelleisenbahnclub Landshut e.V., kurz MECL, betreibt hier auf rund 110 Quadratmetern eine umfangreiche H0-Anlage mit Hauptbahn, Nebenbahn, Güterverkehr, Kopfbahnhof und einer Schmalspurbahn. Mehr als 750 Meter Gleis und rund 280 Weichen wurden auf der Anlage verbaut. Während der öffentlichen Ausstellungen sind etwa 100 komplette Zuggarnituren und rund 140 Lokomotiven im Einsatz. Damit gehört die Landshuter Vereinsanlage zu den größeren klassischen H0-Schauanlagen in Bayern.Modelleisenbahn direkt im Hauptbahnhof
Schon der Standort ist außergewöhnlich. Die Vereinsräume befinden sich im Untergeschoss des Landshuter Hauptbahnhofs, direkt unter der Schalterhalle. Besucher erreichen die Modellbahnanlage über den Fußgängertunnel des Bahnhofs. Damit lässt sich die Fahrt mit der großen Eisenbahn unmittelbar mit einem Besuch der kleinen Eisenbahn verbinden.110 Quadratmeter H0-Modellbahn
Die H0-Anlage besitzt eine Fläche von rund 110 Quadratmetern und wurde U-förmig aufgebaut. Gefahren wird auf Zweileiter-Gleichstromgleisen im Maßstab 1:87. Dadurch können zahlreiche Fahrzeuge unterschiedlicher Hersteller eingesetzt werden. Der umfangreiche Fahrzeugpark deckt mehrere Eisenbahnepochen ab und ermöglicht einen abwechslungsreichen Ausstellungsbetrieb.Mehr als 750 Meter Gleis
Die Dimensionen erkennt man nicht allein an der Anlagenfläche. Insgesamt wurden mehr als 750 Meter Modellbahngleis verlegt. Rund 280 Weichen verteilen die Züge auf Hauptstrecken, Bahnhöfe, Nebenbahnen, Güteranlagen und verdeckte Abstellbereiche. Dadurch können viele Zugbewegungen gleichzeitig stattfinden.Vier große Durchgangsbahnhöfe
Das Rückgrat der Anlage bildet eine zweigleisige elektrifizierte Hauptstrecke. Sie verbindet vier Durchgangsbahnhöfe miteinander. Zwischen den Bahnhöfen verschwinden die Züge immer wieder in Tunneln oder verdeckten Streckenbereichen. Drei größere Abstellgruppen ermöglichen es, zahlreiche komplette Garnituren außerhalb des sichtbaren Anlagenbereichs bereitzuhalten.Großer Kopfbahnhof
Zusätzlich besitzt die Anlage einen Kopfbahnhof. Dieser ist über zwei Hauptbahnstrecken mit dem übrigen Streckennetz verbunden. Ein Kopfbahnhof bietet auf einer Modellbahn besonders interessante Betriebsmöglichkeiten. Lokomotiven müssen gewechselt oder umgesetzt, Triebzüge wenden und neue Fahrstraßen eingestellt werden.Güterbahnhof mit Ablaufberg
Auch der Güterverkehr spielt beim MECL eine wichtige Rolle. Über eingleisige Verbindungsstrecken gelangen Güterzüge zu einem großen Rangier- beziehungsweise Güterbahnhof. Dort befindet sich sogar ein Ablaufberg. Beim großen Vorbild werden Güterwagen über einen solchen Hügel gedrückt und anschließend auf unterschiedliche Richtungsgleise verteilt. 2025 wurde gerade dieser Rangierbereich erneut umfassend umgebaut. Damit bleibt die Anlage trotz ihres langen Bestehens technisch und betrieblich in Bewegung.Nebenbahn mit drei Bahnhöfen
Neben den großen Hauptstrecken gibt es eine normalspurige Nebenbahn. Sie besitzt drei kleinere Bahnhöfe und ist mit der Hauptbahn verbunden. Hier können kürzere Personenzüge, Triebwagen und klassische Nebenbahnfahrzeuge eingesetzt werden. Dadurch unterscheidet sich dieser Bereich deutlich vom Betrieb auf der elektrifizierten Hauptstrecke.H0m-Schmalspurbahn
Eine weitere Besonderheit entsteht auf dem gegenüberliegenden Anlagenschenkel: Dort baut der Verein eine H0m-Schmalspurbahn. Die Schmalspurstrecke besitzt ebenfalls drei Bahnhöfe sowie einen eigenen Schattenbahnhof. Dadurch kann künftig ein eigenständiger Schmalspurbetrieb parallel zur normalspurigen H0-Bahn gezeigt werden.Von der Dampflok bis zum modernen Triebzug
Der Fahrzeugpark ist bewusst nicht auf eine einzige Epoche beschränkt. Der MECL setzt Fahrzeuge ungefähr von Epoche III bis Epoche VI ein – also von der Nachkriegszeit bis zur modernen Eisenbahn. Dadurch können sich auf der Anlage eine Dampflok, klassische Bundesbahn-Dieselloks, Elektrolokomotiven, ICE-Züge und moderne Triebwagen begegnen. Eine streng einheitliche historische Epoche wird dabei bewusst nicht dargestellt. Stattdessen sollen Besucher typische Zuggarnituren verschiedener Jahrzehnte erleben können.Internationale Züge
Der Fahrzeugpark orientiert sich auch an der Lage Landshuts im süddeutschen Eisenbahnnetz. Neben deutschen Fahrzeugen verkehren Modelle österreichischer, schweizerischer, italienischer und französischer Bahngesellschaften. Auch Fahrzeuge privater Eisenbahnunternehmen gehören zum Bestand. Dadurch entsteht während der Ausstellung ein sehr abwechslungsreicher Betrieb.Rund 100 Züge während der Ausstellung
Während der öffentlichen Ausstellung sind rund 100 Zuggarnituren und etwa 140 Lokomotiven im Einsatz. Natürlich können nicht alle Züge gleichzeitig sichtbar sein. Viele Garnituren warten in den verdeckten Abstellgruppen und erscheinen anschließend wieder auf einer anderen Strecke oder in einem anderen Bahnhof. Dadurch wechseln die sichtbaren Züge ständig und auch bei einem längeren Aufenthalt gibt es immer wieder neue Fahrzeuge zu entdecken.Clubgeschichte seit 1958
Der Modelleisenbahnclub Landshut wurde am 17. April 1958 gegründet. Zwölf Eisenbahn- und Modellbahnfreunde trafen sich damals im Landshuter Reichardbräu, um ihr gemeinsames Hobby künftig zusammen auszuüben. Bereits am 28. November 1958 fand die erste Modelleisenbahnausstellung statt. Dafür wurde zunächst die Privatanlage eines Vereinsmitglieds gemeinsam zur Ausstellungsanlage hergerichtet.Seit 1960 im Landshuter Hauptbahnhof
Eine dauerhafte Heimat fand der Verein ungewöhnlich früh. Am 29. März 1960 stellte die damalige Bundesbahndirektion Regensburg dem MECL einen Raum im Untergeschoss des Landshuter Hauptbahnhofs zur Verfügung. Dieser Raum wird noch heute als Clubraum genutzt. Damit sind die Landshuter Modellbahner seit mehr als sechs Jahrzehnten unmittelbar im Hauptbahnhof zuhause.Erste große Anlage ab 1965
1965 konnte zusätzlich der größere Raum vor dem bisherigen Vereinsheim angemietet werden. Dort entstand die Grundlage für die heutige große Modellbahnanlage. Bei der ersten Ausstellung in diesem Raum im Jahr 1967 umfasste die Modellbahn bereits rund 55 Quadratmeter, etwa 300 Meter Gleis und 120 Weichen. Etwa 20 Züge waren damals im Einsatz. Rund 3.000 Besucher kamen zur Ausstellung – bemerkenswert für einen noch jungen Modellbahnverein.Computertechnik bereits 1983
Auch technisch entwickelte sich die Anlage immer weiter. Bereits 1983 nahm der MECL am Kopfbahnhof sein erstes rechnergesteuertes Stellpult in Betrieb. In den folgenden Jahrzehnten wurden Anlagenteile wiederholt umgebaut, Schattenbahnhöfe erweitert und die Steuerung modernisiert.Die Anlage wird weiterhin umgebaut
Die große Modellbahn ist trotz ihres Alters kein abgeschlossenes Schaustück. Auch heute arbeiten die Mitglieder regelmäßig an Gleisen, Landschaft, Oberleitung und Steuerung. 2025 gehörten unter anderem der Neubau des Rangierbahnhofs und Arbeiten an der Oberleitung des Kopfbahnhofs zu den größeren Projekten.Mehr als 2.500 Besucher im Januar 2026
Die öffentliche Ausstellung findet traditionell im Januar statt. Bei der Ausstellung 2026 öffnete der Verein an sieben Tagen seine Türen. Mehr als 2.500 Besucher kamen dabei in die Räume unter dem Hauptbahnhof. Auf der 110 Quadratmeter großen Anlage waren bis zu 100 unterschiedliche Züge unterwegs.Nächste Ausstellung im Januar 2027
Auch für Januar 2027 ist die nächste große Ausstellung bereits angekündigt. Nach aktuellem Veranstaltungsstand öffnet der MECL an folgenden Tagen:- 6. Januar 2027
- 9. und 10. Januar 2027
- 16. und 17. Januar 2027
- 23. und 24. Januar 2027
Keine täglich geöffnete Schauanlage
Die Modellbahn kann außerhalb der jährlichen Ausstellung nicht wie ein gewöhnliches Museum täglich besucht werden. Der Verein lädt Interessierte allerdings ausdrücklich dazu ein, den MECL bei einem Vereinsabend kennenzulernen. Wer die Anlage außerhalb der Ausstellung sehen möchte, sollte vorher Kontakt mit dem Verein aufnehmen.Anreise könnte kaum einfacher sein
Für eine Modellbahnausstellung besitzt der MECL einen nahezu idealen Standort. Die Vereinsräume liegen direkt im Landshuter Hauptbahnhof. Wer mit dem Zug anreist, muss das Bahnhofsgebäude also praktisch nicht verlassen. Der Zugang zur Ausstellung erfolgt über den Fußgängertunnel. Für Autofahrer steht unter anderem der kostenpflichtige P+R-Parkplatz an der Oberndorferstraße zur Verfügung.Adresse
Modelleisenbahnclub Landshut e.V. Landshut Hauptbahnhof Bahnhofplatz 1 84032 Landshut Der Eingang zur Ausstellung befindet sich im Fußgängertunnel des Hauptbahnhofs.Lohnt sich ein Besuch?
Der Modelleisenbahnclub Landshut ist besonders für Besucher interessant, die klassischen großen Modellbahnbetrieb mögen. Statt weniger Züge auf einer kleinen Schauanlage gibt es hier lange Hauptstrecken, zahlreiche Bahnhöfe, Güterverkehr, Nebenbahn und Schmalspur auf engem Raum. Mit rund 100 eingesetzten Zuggarnituren ist während der Januarausstellung ständig Bewegung auf der Anlage. Gleichzeitig lohnt sich ein genauer Blick auf Bahnbetriebswerk, Güteranlagen, Landschaft und die zahlreichen kleinen Szenen neben den Gleisen. Die ungewöhnliche Lage direkt unter dem Hauptbahnhof macht den Besuch zusätzlich interessant: Nur wenige Meter über der Modellbahn fahren gleichzeitig die echten Züge durch Landshut.
Wird geladen …
Keine Einträge gefunden
. Leider wurden keine Einträge gefunden. Bitte ändere deine Suchkriterien und versuche es erneut.
Laden der Karte ist fehlgeschlagen.
Leider konnte die API für den Kartendienst nicht geladen werden.
