Zuletzt aktualisiert am 22.09.2026
Wichtiger Hinweis: Die frühere Vereinsanlage des Modelleisenbahnclubs Freising e.V. existiert nicht mehr. Aufgrund steigender Mietkosten musste der Verein sein Vereinsheim aufgeben. Die große H0-Anlage wurde in der zweiten Jahreshälfte 2024 abgebaut. Eine öffentlich besuchbare Modellbahn-Schauanlage gibt es derzeit nicht.
Mehr als vier Jahrzehnte lang gehörte der Modelleisenbahnclub Freising e.V., kurz MEC Freising, zur Modellbahnszene der Region. Der 1980 gegründete Verein betrieb zunächst eine außergewöhnliche Vereinsanlage in ausrangierten Bahnpostwagen am Bahnhof Freising und später eine große H0-Anlage im ehemaligen Kasernengelände im Norden der Stadt.
Modelleisenbahnclub Freising seit 1980
Der Modelleisenbahnclub Freising wurde 1980 gegründet. Der Verein ist bis heute als eingetragener Verein aktiv und gehört weiterhin dem Bundesverband Deutscher Eisenbahn-Freunde e.V. an.
Von Beginn an stand die Spur H0 im Mittelpunkt. Neben dem gemeinsamen Bau einer großen Vereinsanlage organisierte der Club über Jahrzehnte öffentliche Modellbahnausstellungen und Modellbahnbörsen.
Modellbahn in ausrangierten Bahnpostwagen
Die erste feste Heimat des MEC Freising war außergewöhnlich: Auf dem Gelände des Bahnhofs Freising standen ausrangierte Bahnpostwagen, in denen die Mitglieder ihre Modellbahnanlage aufbauten.
Damit befand sich die Modelleisenbahn unmittelbar neben der großen Eisenbahn. Historische Aufnahmen aus den 1990er-Jahren zeigen die ehemaligen Postwagen im damaligen Güterbahnhof von Freising.
Bis 1998 nutzten die Modellbahner diesen ungewöhnlichen Standort. Danach mussten die Eisenbahnwagen aufgegeben werden.
Neuanfang in der ehemaligen Vimy-Kaserne
Nach einer Übergangszeit fand der Verein eine neue Heimat im früheren Kasernengelände in Freising. Ab 2001 standen im späteren Haus der Vereine rund 146 Quadratmeter für eine neue H0-Vereinsanlage zur Verfügung.
Damit konnte wesentlich großzügiger geplant werden als zuvor in den Eisenbahnwagen. Über die folgenden Jahre entstand eine große zusammenhängende Modellbahnanlage, die kontinuierlich erweitert wurde.
Große H0-Vereinsanlage
Die Freisinger Anlage wurde in Spur H0 im Maßstab 1:87 gebaut. Bei den öffentlichen Tagen der offenen Tür zeigte der Verein umfangreichen Fahrbetrieb mit langen Reise- und Güterzügen.
Besonders auffällig waren die langen Garnituren. Bei früheren Veranstaltungen berichtete der Verein beziehungsweise die regionale Presse von Modellzügen mit einer Länge von bis zu etwa fünf Metern.
Die Anlage wurde computerunterstützt gesteuert. Dadurch konnten mehrere Züge gleichzeitig verkehren und Fahrwege ähnlich wie beim großen Vorbild koordiniert werden.
Tage der offenen Tür
Über viele Jahre öffnete der Modelleisenbahnclub sein Vereinsheim regelmäßig für Besucher. Bei diesen Tagen der offenen Tür konnten Interessierte die große H0-Anlage im Betrieb erleben und mit den Vereinsmitgliedern über Modellbahntechnik, Fahrzeuge und Anlagenbau sprechen.
Die Anlage war damit lange Zeit eines der wenigen regelmäßig öffentlich gezeigten größeren Modellbahnprojekte in Freising.
Die Freisinger Modellbahnbörse
Noch bekannter als die Vereinsanlage wurde in der Region die Modellbahnbörse des MEC Freising. Über Jahrzehnte trafen sich dort Händler, Sammler und Modellbahner zum Kaufen, Verkaufen und Tauschen.
Die Börsen fanden traditionell in der Luitpoldhalle statt. In erfolgreichen Jahren wurden mehr als 100 Verkaufstische angeboten. Damit gehörte die Veranstaltung zu den größeren Modellbahnbörsen in Süddeutschland.
Lokomotiven, Wagen, Gebäude, Gleismaterial, Ersatzteile und Zubehör aus unterschiedlichen Spurweiten wechselten dort ihre Besitzer.
Finanzielle Probleme gefährdeten den Verein
Bereits Anfang der 2020er-Jahre wurde die Situation schwieriger. Steigende Kosten für das Vereinsheim belasteten den Verein. Gleichzeitig kämpfte der MEC – wie viele klassische Modellbahnvereine – mit fehlendem Nachwuchs.
Die Modellbahnbörsen waren für den Verein eine wichtige Einnahmequelle. Zeitweise mussten Veranstaltungen wegen der eingeschränkten Verfügbarkeit der Freisinger Luitpoldhalle sogar nach Allershausen verlegt werden.
Aus für die H0-Anlage im Jahr 2024
2024 fiel schließlich eine schwere Entscheidung. Die steigenden Mietkosten für das Vereinsheim waren nicht mehr dauerhaft zu tragen.
Der Modelleisenbahnclub gab deshalb seine Räume auf. In der zweiten Jahreshälfte 2024 wurde die über viele Jahre entstandene H0-Anlage abgebaut beziehungsweise abgerissen.
Damit endete nach mehr als zwei Jahrzehnten die Geschichte der großen stationären Vereinsanlage im ehemaligen Kasernengelände.
Letzte Modellbahnbörse im März 2026
Zunächst blieben die bekannten Modellbahnbörsen bestehen. Doch Ende 2025 wurden nach Angaben des Vereins die Gebühren für die Nutzung der Luitpoldhalle deutlich erhöht.
Der MEC kam zu dem Ergebnis, dass sich die Veranstaltungen unter diesen Bedingungen nicht mehr wirtschaftlich durchführen lassen.
Am 15. März 2026 fand deshalb die letzte Modellbahnbörse des Modelleisenbahnclubs Freising statt. Damit endete nach rund 45 Jahren auch diese Tradition.
Der Modelleisenbahnclub besteht weiterhin
Das Ende der Anlage und der Börsen bedeutet nicht automatisch das Ende des Vereins. Der Modelleisenbahnclub Freising e.V. besteht weiterhin und wird auch 2026 noch beim Bundesverband Deutscher Eisenbahn-Freunde geführt.
Auf seiner Internetseite bietet der Verein weiterhin einen Newsletter an, über den über Aktivitäten und Neuigkeiten informiert wird.
Eine neue öffentlich besuchbare stationäre Modellbahnanlage wurde bisher jedoch nicht angekündigt.
Keine öffentliche Schauanlage mehr
Stand September 2026 gibt es beim MEC Freising keine öffentlich zugängliche Modellbahn-Schauanlage und keine weiteren angekündigten Modellbahnbörsen.
Ältere Internetverzeichnisse nennen teilweise weiterhin das ehemalige Vereinsheim am Major-Braun-Weg und regelmäßige Clubabende. Diese Angaben beziehen sich auf den inzwischen aufgegebenen Standort und sollten nicht als aktuelle Besucherinformationen verwendet werden.
Ein Stück Freisinger Modellbahngeschichte
Trotzdem gehört der Modelleisenbahnclub zur Eisenbahn- und Modellbahngeschichte der Stadt. Besonders die frühere Anlage in den Bahnpostwagen am Bahnhof Freising war ein ungewöhnliches Kapitel: Eine Modelleisenbahn befand sich dort tatsächlich in ehemaligen Eisenbahnfahrzeugen mitten im Bahngelände.
Später entwickelte sich die große H0-Anlage im Haus der Vereine zu einem Treffpunkt für Modellbahnfreunde aus der Region. Mit dem Abbau 2024 und dem Ende der Börsen 2026 ging diese öffentlich sichtbare Phase der Vereinsgeschichte zu Ende.
Hinweis für Besucher: Dieser Eintrag dokumentiert heute vor allem die Geschichte des Modelleisenbahnclubs Freising. Eine Besichtigung einer Vereinsanlage ist derzeit nicht möglich.
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