Zuletzt aktualisiert am 22.09.2026
Der Modelleisenbahnclub Freiberg am Neckar e.V. gehört zu den traditionsreichen Modellbahnvereinen im Raum Ludwigsburg. Die Geschichte des Clubs reicht bis ins Jahr 1964 zurück. Heute beschäftigen sich rund 45 Mitglieder mit Modelleisenbahnen, Landschaftsbau, Elektronik und der großen Eisenbahn. Bekannt ist der MEC Freiberg vor allem für seine große H0-Modulanlage. Sie ist über Jahrzehnte gewachsen und wird bei den jährlichen Modellbahntagen vollständig aufgebaut. Neben langen Hauptbahnzügen gibt es eine H0e-Schmalspurbahn, Bahnhöfe, Industrie, Weinberge, einen großen Rummelplatz und zahlreiche bewegte Szenen zu entdecken.Seit 1964 Modelleisenbahn im Verein
Die Geschichte des heutigen Modelleisenbahnclubs begann 1964. Einige Modellbahnfreunde gründeten damals in Ludwigsburg einen gemeinsamen Club, um größere Projekte zu verwirklichen und das Hobby gemeinsam zu betreiben. Schon früh entstand dabei eine außergewöhnliche Idee: Eine komplette Modelleisenbahn wurde in einen ehemaligen Schnellzugwagen eingebaut. Dadurch konnte die Anlage an unterschiedlichen Orten gezeigt werden. Die H0-Anlage im Eisenbahnwagen war rund 25 Meter lang und besaß eine zweigleisige Hauptstrecke, einen Hauptbahnhof, einen Schattenbahnhof, Nebenstrecken und sogar eine Zahnradbahn. Da das Angebot an fertigem Modellbahnzubehör damals noch wesentlich kleiner war, entstanden zahlreiche Gleise, Weichen, Gebäude und Landschaftselemente im Eigenbau.Ein echtes Stellwerk als Vereinsheim
Eine besondere Verbindung zur großen Eisenbahn entstand 1980. Durch den Ausbau der S-Bahn zwischen Ludwigsburg und Marbach wurde das alte Stellwerk am Bahnhof Freiberg nicht mehr benötigt. Der Modellbahnclub konnte das historische Gebäude übernehmen und als Vereinsheim nutzen. Die Mitglieder renovierten das Stellwerk in Eigenarbeit und bewahrten es damit gleichzeitig vor dem Abbruch. Eine dauerhaft aufgebaute große Modelleisenbahn ließ sich aufgrund der schmalen Form des Stellwerks allerdings kaum realisieren. Deshalb entschied sich der Verein für ein anderes Konzept: eine transportable Modulanlage.Große H0-Modulanlage seit den 1980er-Jahren
Ab 1985 begannen die Mitglieder mit dem Bau einer neuen großen H0-Modulanlage im Maßstab 1:87. Die ersten 15 Module entstanden teilweise bei den Mitgliedern zuhause und wurden später zu einer gemeinsamen Anlage zusammengesetzt. Zum 25-jährigen Vereinsjubiläum im Jahr 1989 konnte der erste große Bauabschnitt erstmals öffentlich präsentiert werden. Seitdem wurde die Modellbahn immer wieder erweitert und modernisiert. Bei den Modellbahntagen 2026 besteht die Vereinsanlage aus 35 Segmenten. Damit ist sie inzwischen wesentlich größer als bei ihrer ersten Präsentation.Bonn Hauptbahnhof als Mittelpunkt
Eines der größten Bauwerke auf der Modulanlage ist der Modellbahnhof Bonn Hauptbahnhof. Der Bahnhof erstreckt sich über drei jeweils rund zwei Meter lange Module und besitzt sieben Bahnhofsgleise. Die Gleisanlagen sind großzügig ausgeführt. Im Bahnhof können Züge mit einer Länge von bis zu etwa fünf Metern abgestellt werden. Für eine H0-Anlage sind damit ungewöhnlich lange Reise- und Güterzüge möglich. Direkt angeschlossen ist ein kleines Bahnbetriebswerk mit Drehscheibe, Lokschuppen und Bekohlung. Weitere Stadtmodule ergänzen den Bahnhofsbereich.Maulbronn und die H0e-Schmalspurbahn
Ein weiterer interessanter Anlagenteil zeigt den Bahnhof Maulbronn. Das Empfangsgebäude orientiert sich am realen Bahnhof Maulbronn-Stadt. Hier trifft die normalspurige Hauptstrecke auf eine H0e-Schmalspurbahn. Eine Rollbockanlage ermöglicht im Modell sogar den Übergang von normalspurigen Güterwagen auf die Schmalspur. Die Schmalspurbahn zieht sich über mehrere Module. Zu ihren Motiven gehören kleinere Bahnhöfe, ein Steinbruch und verschiedene ländliche Landschaften. Teile der Gestaltung erinnern an südwestdeutsche Schmalspurbahnen wie die frühere Bottwartalbahn.Weinberge von Neckar und Enz
Auch die Umgebung von Freiberg am Neckar findet ihren Platz auf der Anlage. Zwei Module zeigen ausgedehnte Weinberge, wie sie entlang von Neckar und Enz typisch sind. Die Rebstöcke entstanden einzeln in Handarbeit. Auch die Mauern zur Abstützung der Weinberge wurden speziell für die Anlage angefertigt. Dadurch besitzen diese Module einen deutlichen regionalen Bezug.Rummelplatz mit Licht, Bewegung und Sound
Zu den auffälligsten Bereichen gehört der große Rummelplatz. Er entstand ab Mitte der 1990er-Jahre und wurde seitdem ständig erweitert. Neben klassischen Fahrgeschäften wie Riesenrad und Karussell entstanden verschiedene Eigenbauten. Zahlreiche LEDs sorgen für eine aufwendige Beleuchtung, während elektronische Steuerungen die Fahrgeschäfte bewegen. Viele Funktionen können Besucher über Taster selbst auslösen. Dadurch gehört der Rummelplatz besonders bei Kindern zu den beliebten Bereichen der jährlichen Ausstellung.Viele bewegte Szenen auf der Anlage
Auch abseits der Züge gibt es viel zu entdecken. Die Mitglieder haben über die Jahre zahlreiche kleine Funktionen in die Anlage eingebaut. Dazu gehören beleuchtete Gebäude, bewegte Fahrzeuge, eine Gleisbaustelle, ein funktionsfähiger Kran, eine Industriebahn, Straßenbahnen und verschiedene Szenen, die per Knopfdruck gestartet werden können. Auf einem Modul wurde sogar das frühere Stellwerk des Vereins in H0 nachgebaut. Damit findet das historische Vereinsheim auch auf der Modellbahn seinen Platz.H0-Winteranlage mit Märklin-Digitalsteuerung
Neben der großen Gleichstrom-Modulanlage besitzt der Club eine zweite H0-Bahn mit einem völlig anderen Charakter. Die Winteranlage entstand ab 2008 und zeigt eine verschneite Nebenbahnlandschaft. Die Anlage besteht aus sieben Modulen und verwendet Märklin C-Gleis. Gefahren wird digital. Seit der Erweiterung kommt eine ESU ECoS zur Steuerung zum Einsatz. Auch bei dieser Anlage spielt Eigenbau eine wichtige Rolle. Verschiedene Gebäude wurden von Clubmitgliedern selbst hergestellt. Für die Schneelandschaft entwickelte der Verein nach mehreren Versuchen eine eigene Materialmischung.Brand im historischen Stellwerk 2024
Am 8. Juni 2024 wurde das historische Vereinsstellwerk durch einen Brand schwer beschädigt. Vor allem das untere Stockwerk und dort gelagerte Werkzeuge, Elektronik und weitere Vereinsgegenstände wurden zerstört. Die großen Modellbahnanlagen und das rollende Material waren glücklicherweise nicht im Gebäude gelagert und blieben erhalten. Der reguläre Bastelbetrieb findet deshalb aktuell nicht im Stellwerk statt. Die Mitglieder treffen sich derzeit montags ab 19:30 Uhr im alten Feuerwehrhaus in Ludwigsburg-Geisingen.Modellbahntage Freiberg 2026
Die beste Gelegenheit, die Anlagen des Clubs vollständig zu sehen, sind die jährlichen Modellbahntage in Freiberg am Neckar. Für 2026 ist die Ausstellung am 14. und 15. November geplant.- Datum: 14. und 15. November 2026
- Öffnungszeiten: jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr
- Ort: PRISMA, Freiberg am Neckar
- große vereinseigene H0-Modulanlage mit 35 Segmenten und H0e-Schmalspurbahn
- digitale Märklin-H0-Winteranlage
- große LGB-Anlage
- H0-Hafenanlage im Bau
- Spur-N-Anlage im Bau
- H0-Jugend-Bahnbetriebswerk im Bau
- Modellbahnflohmarkt
- Suchspiel und Spielbereiche für Kinder
Nachwuchs und Ferienprogramm
Ein weiteres Thema des Vereins ist die Nachwuchsarbeit. Seit 2010 beteiligt sich der Modelleisenbahnclub am Freiberger Sommerferienprogramm. Kinder konnten dabei unter anderem eigene kleine Landschaften bauen und gleichzeitig Einrichtungen der großen Eisenbahn kennenlernen. In früheren Jahren gehörten beispielsweise Besuche im Rangierbahnhof Kornwestheim oder in Stellwerken zum Programm. Der Verein verbindet damit Modellbahn und Eisenbahnvorbild und zeigt, dass hinter einem realistischen Modell oft auch Wissen über den echten Bahnbetrieb steckt.Besuch beim Modelleisenbahnclub Freiberg
Die Vereinsanlagen sind nicht dauerhaft wie in einem kommerziellen Modellbahnmuseum geöffnet. Für Besucher eignet sich vor allem die große Jahresausstellung im November. Interessierte Modellbahner sind auch bei den Clubaktivitäten willkommen. Wer den Verein außerhalb einer Ausstellung kennenlernen möchte, sollte vorher Kontakt aufnehmen, da sich der Treffpunkt aufgrund des Brands im historischen Stellwerk geändert hat.- Verein: Modelleisenbahnclub Freiberg am Neckar e.V.
- Kurzname: MEC Freiberg / MECF
- Gründung: 1964
- Mitglieder: rund 45
- Hauptanlage: H0-Modulanlage
- Weitere Spurweiten: unter anderem H0e sowie weitere Vereins- und Ausstellungsanlagen
- Bastelabend: Montag ab 19:30 Uhr
- Öffentlicher Besuch: vor allem zu den Modellbahntagen
Lohnt sich ein Besuch?
Der Modelleisenbahnclub Freiberg ist besonders interessant, wenn du große H0-Anlagen mit langen Zügen und vielen kleinen Szenen magst. Die über Jahrzehnte gewachsene Modulanlage verbindet klassischen Modellbahnbau mit zahlreichen bewegten Funktionen und regionalen Motiven. Auch die Geschichte des Vereins ist ungewöhnlich. Von der Modellbahn im echten Schnellzugwagen über das historische Stellwerk bis zur heutigen großen Modulanlage begleitet den Club die Verbindung zwischen Modellbahn und großer Eisenbahn seit mehr als 60 Jahren. Weitere Modellbahnvereine, Schauanlagen und besondere Eisenbahnziele in Baden-Württemberg findest du auf unserer Eisenbahn-Erlebniskarte. Stand: September 2026. Ausstellungstermine und Treffpunkte können sich ändern. Bitte vor einer längeren Anreise die aktuellen Angaben des Vereins prüfen.
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