Zuletzt aktualisiert am 22.09.2026
Der Modelleisenbahnclub Dortmund, kurz MEC Dortmund, gehört zu den traditionsreichen Modellbahnvereinen in Deutschland. Gegründet wurde der Club bereits 1949. Seitdem hat der Verein mehrere Anlagen gebaut, einige Umzüge hinter sich gebracht und sein Anlagenkonzept immer wieder an neue Räume angepasst. Heute befindet sich der Club mitten in der Dortmunder Innenstadt.
Die ersten Vereinsräume lagen im Wasserturm am früheren Dortmunder Südbahnhof am Heiligen Weg. Dort entstand eine etwa 32 Quadratmeter große H0-Anlage mit Dreileiter-Gleissystem. Ein schwerer Wasserschaden Anfang 1984 beendete diese Anlage.
Noch im selben Jahr zog der Verein in den Wasserturm am Dortmunder Betriebsbahnhof, dem damaligen Bw 1. Dort wechselten die Modellbahner auf H0-Zweileiter-Gleichstrom. Auch diese Anlage konnte nicht dauerhaft erhalten werden. Nach der Bahnreform musste der Club die Räume 1998 wieder verlassen.
Vom Parkhaus bis in die Dortmunder Innenstadt
1999 folgte der nächste Neustart in Räumen des damaligen Parkhauses Barop an der Stockumer Straße. Dort entstand eine rund 13 Meter lange Segmentanlage auf drei Ebenen.
Nach einer weiteren Kündigung zog der Verein 2006 in Räume einer Dortmunder Gesamtschule. Zehn Jahre später musste erneut nach einem neuen Zuhause gesucht werden.
Seit 2017 stehen dem MEC etwa 180 Quadratmeter große Clubräume in der Dortmunder Innenstadt zur Verfügung. Gleichzeitig wurde das bisherige Anlagenkonzept grundlegend überarbeitet. Statt einer großen fest eingebauten Anlage setzt der Verein stärker auf transportable Module und Segmente.
Bahnhof Dortmund-Löttringhausen im Modell
Eines der spannendsten Projekte ist die Nachbildung des früheren Bahnhofs Dortmund-Löttringhausen.
Der Bahnhof war früher deutlich umfangreicher als der heutige Haltepunkt. Neben mehreren Gleisen gab es Anschlüsse zur Zeche Gottessegen und zu Ziegeleien. Der Verein orientiert sich beim Modell am Zustand Ende der 1950er- beziehungsweise Anfang der 1960er-Jahre.
Als Grundlage dient ein Originalgleisplan der Deutschen Bundesbahn. Gleislängen, Weichen, Signale und Gebäude werden daran ausgerichtet. Die Anlage entsteht in H0 im Maßstab 1:87 und wird so gebaut, dass die einzelnen Segmente transportiert und beispielsweise bei FREMO-Treffen oder Ausstellungen aufgebaut werden können.
Gerade dieser regionale Bezug macht den MEC Dortmund für Gleismomente interessant. Hier entsteht kein frei erfundener Bahnhof, sondern ein inzwischen weitgehend verschwundener Dortmunder Eisenbahnstandort wird im Modell wieder sichtbar.
Viel Platz für lange Züge
Zur Anlage gehört außerdem ein großer transportabler Schattenbahnhof. Dieser wurde 2022 umfassend umgebaut. Auf 14 Gleisen, sieben je Fahrtrichtung, können insgesamt bis zu 28 Zuggarnituren abgestellt werden. Auch der Schattenbahnhof wurde so konstruiert, dass er bei größeren Modellbahntreffen eingesetzt werden kann.
Thematisch beschäftigt sich der Club mit verschiedenen Bahnwelten. Auf der Vereinsseite werden unter anderem die Deutsche Bundesbahn der Epochen III und IV, die moderne Deutsche Bahn der Epochen V und VI sowie nordamerikanische Eisenbahnen aus den USA und Kanada genannt. Neben der H0-Gruppe gibt es außerdem eine Spur-0-Gruppe.
Kann man den MEC Dortmund besuchen?
Der Club ist keine regulär geöffnete Modellbahnausstellung. Interessierte können aber nach vorheriger Kontaktaufnahme zu den Clubabenden kommen.
Die Spur-0-Gruppe trifft sich donnerstags ab 18 Uhr, die H0-Gruppe freitags ab 19 Uhr. Eine vorherige telefonische oder schriftliche Anmeldung wird vom Verein ausdrücklich gewünscht. Dienstags und samstags finden ebenfalls Treffen statt, diese sind jedoch ausschließlich für Mitglieder vorgesehen.
Adresse:
Modelleisenbahnclub Dortmund
Brüderweg 22–24
44135 Dortmund
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Club sehr gut erreichbar. Von der Haltestelle Reinoldikirche sind es laut Verein nur rund drei Minuten zu Fuß. Dort halten unter anderem die Stadtbahnlinien U42, U43, U44 und U46.
Fotonachweis
Bahnhof Dortmund-Löttringhausen. Der Modelleisenbahnclub Dortmund baut den früher wesentlich umfangreicheren Bahnhof nach dem Vorbild der späten 1950er- und frühen 1960er-Jahre in H0 nach. Foto: Raenmaen / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.
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