Wer sich für Modelleisenbahnen begeistert, kommt am Miniatur Wunderland Hamburg kaum vorbei. In der historischen Speicherstadt fahren weit über tausend Züge durch detailreiche Landschaften, Großstädte, Gebirge und Fantasiewelten. Dabei ist das Wunderland längst viel mehr als eine große Modelleisenbahn. Autos fahren selbstständig durch die Straßen, Flugzeuge starten und landen, Schiffe bewegen sich über echtes Wasser und alle paar Minuten wird es auf der Anlage Nacht.
Selbst wenn man mit Modellbahn wenig anfangen kann, gibt es hier erstaunlich viel zu entdecken. Gerade die unzähligen kleinen Szenen am Rand der Gleise sorgen dafür, dass man auch beim zweiten Blick noch Dinge findet, die vorher völlig unbemerkt geblieben sind.
Mehr als 16 Kilometer Modellbahngleise
Die Dimensionen werden erst deutlich, wenn man ein paar Zahlen betrachtet. Auf einer Modellfläche von mittlerweile rund 1.694 Quadratmetern liegen mehr als 16 Kilometer Gleis. Etwa 1.231 Züge sind Teil der Anlage. Dazu kommen Tausende Fahrzeuge, Gebäude und Bäume sowie mehrere hunderttausend Figuren. Das Spannende ist aber weniger die reine Größe. Viele Szenen funktionieren erst durch Bewegung. Züge fahren nach komplexen Fahrplänen, Autos bewegen sich durch die Straßen und Ampeln regeln den Verkehr. Besonders eindrucksvoll ist der Flughafen Knuffingen Airport, an dem Modellflugzeuge tatsächlich starten und landen.Von Hamburg bis nach Südamerika
Ein Rundgang führt durch ganz unterschiedliche Modellwelten. Zu den älteren Bereichen gehören Mitteldeutschland, Knuffingen und Österreich. Später kamen unter anderem Hamburg, die USA, Skandinavien und die Schweiz hinzu. Besonders die Schweiz ist für Eisenbahnfreunde interessant. Auf mehreren Ebenen verschwinden Züge in Tunneln, überqueren Brücken und arbeiten sich durch eine beeindruckende Alpenlandschaft. Hier kann man eine ganze Weile stehen und einfach dem Zugbetrieb zuschauen. Andere Bereiche führen nach Italien, Venedig, Rio de Janeiro, Patagonien sowie Monaco und in die Provence. Das Wunderland wächst weiter. Neue Landschaften entstehen teilweise direkt vor den Augen der Besucher, denn Werkstätten und Baustellen werden bewusst nicht vollständig versteckt.Hamburg im Kleinformat
Natürlich besitzt auch Hamburg einen eigenen großen Abschnitt. Auf ungefähr 200 Quadratmetern wurden zahlreiche bekannte Orte der Hansestadt nachgebildet. Zu erkennen sind unter anderem die Landungsbrücken, die Speicherstadt, der Michel, die Köhlbrandbrücke und die Elbphilharmonie. Für Eisenbahnfreunde lohnt sich ein Blick auf den Hamburger Hauptbahnhof. Dort herrscht praktisch ständig Betrieb. Züge fahren ein und aus, wechseln die Gleise und verschwinden anschließend wieder in anderen Bereichen der Anlage.Tag und Nacht im Miniatur Wunderland
Eine Besonderheit ist der regelmäßig stattfindende Tag-Nacht-Wechsel. Innerhalb weniger Minuten wird die Beleuchtung in den Räumen langsam dunkler und auf der Anlage gehen hunderttausende kleine Lichter an. Viele Szenen wirken bei Nacht noch einmal völlig anders. Straßenlaternen, Häuser, Bahnhöfe, Fahrzeuge und ganze Stadtviertel beginnen zu leuchten. Deshalb lohnt es sich durchaus, einen Bereich während des Rundgangs zweimal anzusehen.Knuffingen Airport: Flugzeuge im Modellbetrieb
Einer der bekanntesten Bereiche ist der Knuffingen Airport. Auf dem Modellflughafen rollen Flugzeuge selbstständig zum Terminal oder zur Startbahn. Anschließend beschleunigen sie und verschwinden tatsächlich in der Luft. Auch rund um die Flugzeuge passiert ständig etwas. Gepäckfahrzeuge, Busse und Servicefahrzeuge bewegen sich über das Vorfeld. Dadurch wirkt der Flughafen eher wie eine kleine funktionierende Welt als wie ein klassisches Standmodell.Viele kleine Geschichten am Rand der Gleise
Mein Tipp für einen Besuch: Nicht nur den Zügen folgen. Die Modellbauer haben in den Landschaften unzählige kleine Geschichten versteckt. Manche sind offensichtlich, andere entdeckt man erst, wenn man sich etwas Zeit nimmt. Genau diese Details machen das Miniatur Wunderland auch für Besucher interessant, die keine Modellbahner sind. Auf Knopfdruck lassen sich außerdem an vielen Stellen kleine Aktionen starten.Wie viel Zeit sollte man einplanen?
Für einen ersten Besuch würde ich mindestens drei bis vier Stunden einplanen. Wer sich für Modelleisenbahn und Modellbau interessiert und viele Details anschauen möchte, kann problemlos deutlich länger bleiben. Gerade an Wochenenden, Feiertagen und während der Ferien kann es sehr voll werden. Das Miniatur Wunderland empfiehlt deshalb selbst, Eintrittskarten möglichst vorab für ein Zeitfenster zu reservieren. Früh am Morgen oder später am Abend ist es häufig etwas angenehmer.Miniatur Wunderland mit Kindern
Auch für einen Familienausflug eignet sich das Wunderland sehr gut. Kinder können den fahrenden Zügen folgen, Flugzeuge beobachten und die zahlreichen Knopfdruckaktionen ausprobieren. Gleichzeitig gibt es so viele unterschiedliche Bereiche, dass der Rundgang nicht nur aus Modelleisenbahn besteht. Bei kleineren Kindern sollte man trotzdem genügend Pausen einplanen. Die Ausstellung ist groß und bei hohem Besucherandrang kann ein kompletter Rundgang anstrengend werden.Adresse, Eintritt und Öffnungszeiten
- Adresse: Kehrwieder 2, Block D, 20457 Hamburg
- Ort: Hamburger Speicherstadt
- Öffnung: 365 Tage im Jahr, tagesabhängig mit teilweise deutlich verlängerten Öffnungszeiten
- Eintritt Erwachsene: 22 Euro
- Kinder bis einschließlich 15 Jahre: 13 Euro
- Kinder unter einem Meter: in Begleitung der Eltern oder Großeltern kostenlos
- Internet: www.miniatur-wunderland.de
Anreise zum Miniatur Wunderland
Das Miniatur Wunderland befindet sich mitten in der Hamburger Speicherstadt. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt, erreicht die Ausstellung beispielsweise über die U-Bahn-Station Baumwall. Von dort sind es ungefähr sechs Minuten zu Fuß. Auch die S-Bahn-Station Stadthausbrücke liegt in erreichbarer Nähe. Wer ohnehin einen Tag in Hamburg verbringt, kann den Besuch gut mit Speicherstadt, HafenCity und Elbphilharmonie verbinden.Lohnt sich das Miniatur Wunderland für Eisenbahnfreunde?
Für Modellbahnfreunde gehört das Miniatur Wunderland zu den Orten, die man zumindest einmal gesehen haben sollte. Dabei geht es längst nicht mehr ausschließlich um möglichst viele Züge. Landschaftsbau, Fahrzeugsteuerung, Beleuchtung, Technik und die kleinen Alltagsszenen gehören genauso zum Erlebnis. Und selbst nach mehreren Stunden hat man ziemlich sicher nicht alles gesehen. Genau darin liegt ein Teil des Reizes: Bei einem späteren Besuch gibt es neue Abschnitte und in den bekannten Landschaften immer noch Details, die man beim ersten Mal übersehen hat. Weitere besondere Modellbahnanlagen, Eisenbahnmuseen und Ausflugsziele findest du auf unserer Eisenbahn-Erlebniskarte.
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