Zuletzt aktualisiert am 22.09.2026
Die Fürther Miniaturwelten im Odenwald gehören zu den großen öffentlich zugänglichen Modellbahnanlagen in Deutschland. Auf rund 2.300 Quadratmetern Hallenfläche führen verschiedene H0-Anlagen durch Deutschland, Österreich, die Schweiz und die USA.
Etwa 500 Züge sind auf rund 16 Kilometern Gleis unterwegs. Dazu kommen etwa 1.200 Weichen, große Bahnhöfe, Industrieanlagen, Städte, Gebirgslandschaften und unzählige kleine Szenen.
Die Ausstellung ist über viele Jahre gewachsen. Einige Anlagen wurden eigens für Fürth gebaut, andere konnten von früheren Modellbahnausstellungen übernommen und damit erhalten werden.
Von der Modellbahnschau zu den Miniaturwelten
Die Geschichte begann 2008. Damals wurden Teile des ehemaligen Harzer Modellbahnzentrums in Lautenthal übernommen und nach Fürth gebracht.
Nach umfangreichen Arbeiten öffnete die Ausstellung im Mai 2009 zunächst als Modellbahnschau Odenwald.
Schon bald wurde klar, dass der Platz nicht ausreichen würde. Deshalb entstand wenige Jahre später eine wesentlich größere Ausstellungshalle. 2013 öffnete die vergrößerte Modellbahnwelt Odenwald am heutigen Standort.
Im Laufe der folgenden Jahre kamen immer weitere Anlagen und Themenbereiche hinzu.
2020 erhielt die Ausstellung schließlich ihren heutigen Namen: Fürther Miniaturwelten.
Rund 16 Kilometer Gleise
Die Dimensionen erkennt man beim ersten Blick in die Halle kaum vollständig.
Nach aktuellen Angaben fahren rund 500 Modellzüge auf etwa 16.000 Metern Gleis. Rund 1.200 Weichen verteilen die Züge auf Hauptstrecken, Nebenbahnen, Bahnhöfe und Schattenbahnhöfe.
Die eigentliche gestaltete Anlagenfläche liegt bei ungefähr 1.200 bis 1.250 Quadratmetern.
Der überwiegende Teil ist im Maßstab H0 aufgebaut. Dadurch können große Bahnhöfe und lange Züge gezeigt werden, gleichzeitig bleibt genug Platz für kleinere Szenen, Gebäude und Landschaft.
Durch Deutschland im Maßstab 1:87
Ein großer Teil der Ausstellung beschäftigt sich mit deutschen Eisenbahnlandschaften.
Dabei gibt es keinen einzigen durchgehenden Vorbildort. Stattdessen werden unterschiedliche Regionen, Epochen und Eisenbahnthemen miteinander verbunden.
Zu sehen sind unter anderem Motive aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Unterfranken und dem Schwarzwald. Hinzu kommen Großstadtbereiche, große Bahnhöfe und verschiedene Bahnbetriebswerke.
Dadurch verändert sich die Atmosphäre während des Rundgangs immer wieder. Auf eine ländliche Nebenbahn kann wenige Meter später ein dichter Großstadtbahnhof mit Oberleitung und mehreren gleichzeitig fahrenden Zügen folgen.
Das Ruhrgebiet der 1960er-Jahre
Einer der eindrucksvollsten Bereiche ist die große Ruhrgebietsanlage.
Auf mehr als 420 Quadratmetern wird das Ruhrgebiet in den 1960er-Jahren dargestellt. Die Zeit passt gut zum Thema, denn Kohlebergbau, Stahlindustrie und Eisenbahn gehörten damals eng zusammen.
Zu sehen sind unter anderem Industrieanlagen, große Gleisfelder, Bahnhöfe und typische Bebauung.
Bekannte Motive wie die Zeche Zollverein und die Villa Hügel wurden ebenfalls nachgebildet.
Besonders spannend ist der starke Güterverkehr. Lange Züge fahren zwischen den Industrieanlagen, während sich auf den Personenstrecken der damalige Reiseverkehr abspielt.
Damit gehört dieser Bereich für Eisenbahnfreunde zu den interessantesten Teilen der Ausstellung.
Zwei Anlagen von Josef Brandl
Eine Besonderheit für Modellbahnfreunde sind zwei Anlagen des bekannten Anlagenbauers Josef Brandl.
Brandl ist für sehr realistische Landschaftsgestaltung, natürliche Vegetation und sorgfältig gestaltete Übergänge zwischen Bahn und Umgebung bekannt.
Die Fürther Miniaturwelten gehören nach Angaben der Gemeinde Fürth zu den wenigen Schauanlagen, bei denen gleich zwei seiner Arbeiten öffentlich besichtigt werden können.
Gerade wer selbst eine Modellbahn baut, sollte hier auf Landschaft, Geländeverlauf, Straßen und Vegetation achten. Viele Details wirken erst auf den zweiten Blick besonders überzeugend.
Die große H0-Kirmes
Mit Eisenbahn hat dieser Bereich nur am Rand zu tun, trotzdem gehört er zu den auffälligsten Teilen der Ausstellung.
Die große H0-Kirmes besteht aus mehr als 100 Fahrgeschäften, rund 10.000 Figuren und ungefähr 35.000 LEDs.
Riesenräder, Karussells und andere Fahrgeschäfte bewegen sich tatsächlich. Vor allem während der Dunkelphase der Ausstellung kommt die Beleuchtung gut zur Geltung.
Der Betreiber bezeichnet sie als größte H0-Miniaturkirmes der Welt.
Tag und Nacht in der Modellbahnwelt
Die Anlagen werden nicht dauerhaft gleich beleuchtet.
Eine automatische Tag-Nacht-Steuerung verändert regelmäßig die Lichtstimmung in der Ausstellung. Während der Nachtphase leuchten Häuser, Straßenlaternen, Bahnhöfe und Fahrzeuge.
Gerade bei größeren Stadt- und Industrieanlagen lohnt es sich deshalb, eine Szene zweimal anzuschauen. Manche Details fallen erst bei Dunkelheit auf.
Für Fotos ist die Nachtphase ebenfalls interessant, allerdings kann die geringe Beleuchtung längere Belichtungszeiten erforderlich machen.
Schwarzwald und neue Anlagenbereiche
Die Ausstellung wird weiterhin erweitert.
Aktuell gehört eine neue Schwarzwaldanlage zu den jüngeren Projekten. Dort entstehen typische Schwarzwaldlandschaften mit alten Bauernhäusern, Bachläufen und weiteren regionalen Motiven.
Sogar die bekannte Schwarzwaldklinik wurde als kleine Szene eingebaut.
Auf der Rückseite befindet sich ein neuer Schattenbahnhof. Die Besucher können durch einen als ICE 4 gestalteten Bereich beobachten, wie Züge ein- und ausfahren.
Auch eine neue Rheintalanlage mit Loreley-Felsen wird weiter ausgebaut.
Österreich und Schweiz
Der Rundgang bleibt nicht in Deutschland.
Mit Dürnstein gibt es einen österreichischen Anlagenbereich. Dieser ist laut aktueller Betreiberseite allerdings derzeit nicht zugänglich.
Auch schweizerische Eisenbahnen sind vertreten. Dazu gehören typische Alpenlandschaften und Fahrzeuge wie der Glacier-Express.
Damit lassen sich während eines Besuchs sehr unterschiedliche Bahnlandschaften miteinander vergleichen.
USA und Rocky Mountains
Ein weiterer Bereich führt in die USA.
Eine rund 50 Quadratmeter große Winterlandschaft stellt die Rocky Mountains dar. Hier fährt amerikanisches Eisenbahnmaterial durch eine dauerhaft verschneite Landschaft.
Die großen US-Lokomotiven und langen Züge wirken auf einer H0-Anlage deutlich anders als europäische Fahrzeuge.
Gerade der Kontrast zwischen deutschen Mittelgebirgen, Alpen und amerikanischer Eisenbahn macht den Rundgang abwechslungsreich.
Nicht nur zuschauen
An mehreren Stellen können Besucher selbst aktiv werden.
Über Taster lassen sich Funktionsmodelle starten oder bestimmte Abläufe auf der Anlage auslösen.
Für Kinder gibt es außerdem eigene Spielbereiche und ein Suchspiel, bei dem verschiedene Figuren oder Tiere innerhalb der großen Anlagen gefunden werden müssen.
Dadurch funktioniert die Ausstellung auch gut als Familienausflug.
Blick hinter die Kulissen
Wer sich stärker für die Technik interessiert, kann eine Führung hinter die Kulissen buchen.
Dabei geht es unter anderem um die Steuerung der Modellbahn, Schattenbahnhöfe und die Technik unter den Anlagen.
2026 werden mehrere feste Führungstermine angeboten. Zusätzlich können Sonderführungen vereinbart werden.
Die normale Führung kostet derzeit 8 Euro pro Erwachsenem zusätzlich zum Eintritt, Kinder von 8 bis 14 Jahren zahlen 5 Euro.
Öffnungszeiten 2026
Aktuell sind die Fürther Miniaturwelten bis zu den hessischen Herbstferien an fünf Tagen pro Woche geöffnet:
Dienstag: 11:00 bis 17:00 Uhr
Mittwoch: 11:00 bis 17:00 Uhr
Donnerstag: 11:00 bis 17:00 Uhr
Freitag: geschlossen
Samstag: 11:00 bis 17:00 Uhr
Sonntag: 11:00 bis 17:00 Uhr
Montag: geschlossen
Regulär außerhalb dieser erweiterten Öffnungsphase öffnet die Ausstellung donnerstags, samstags und sonntags von 11:00 bis 17:00 Uhr.
An gesetzlichen Feiertagen in Hessen gibt es zusätzliche Öffnungstage. Ausgenommen sind der 25. Dezember und der 1. Januar.
Da Ferienöffnungszeiten häufiger angepasst werden, lohnt sich vor der Anreise ein kurzer Blick auf die aktuelle Webseite.
Eintrittspreise
Aktuell gelten folgende reguläre Eintrittspreise:
- Erwachsene: 13,90 Euro
- Kinder bis einschließlich 14 Jahre: 7,90 Euro
- Kinder bis 1 Meter Körpergröße: kostenlos
- Senioren und Pensionäre: 12,90 Euro
- Schüler, Studenten, Auszubildende und Bundesfreiwilligendienst: 10,90 Euro
Eine Familienkarte kostet für zwei Erwachsene und ein Kind 30,90 Euro. Mit zwei Kindern werden 35,90 Euro berechnet.
Kartenzahlung ist möglich.
Barrierefreiheit
Die eigentliche Modellbahnausstellung befindet sich auf einer Ebene und ist auch für Besucher mit eingeschränkter Mobilität zugänglich.
Bistro, Biergarten und Kassenbereich sind ebenfalls stufenfrei erreichbar beziehungsweise können über einen Seiteneingang erreicht werden.
Eine Einschränkung gibt es bei den Toiletten. Diese befinden sich im ersten Obergeschoss und sind nur über eine Treppe erreichbar. Eine barrierefreie Toilette im Erdgeschoss gibt es derzeit nicht.
Fotografieren
Private Fotos und Videos sind in der Ausstellung grundsätzlich erlaubt.
Wer Bilder gewerblich beziehungsweise kommerziell verwenden möchte, benötigt laut Betreiber allerdings vorher eine ausdrückliche Genehmigung.
Das ist beispielsweise für Webseiten mit kommerziellem Hintergrund wichtig und sollte bei einer geplanten Veröffentlichung berücksichtigt werden.
Anreise
Fürther Miniaturwelten
Krumbacher Straße 37
64658 Fürth im Odenwald
Mit der Bahn kann man über Weinheim nach Fürth im Odenwald fahren. Vom Bahnhof Fürth lässt sich die Ausstellung zu Fuß oder mit dem Bus erreichen.
Von Heppenheim fahren ebenfalls Busse nach Fürth. Die passende Haltestelle heißt Freibad, Fürth (Odenwald).
Wer mit dem Auto kommt, findet Parkplätze direkt an der Ausstellung. Eine Lademöglichkeit für Elektroautos ist ebenfalls vorhanden.
Für Modelleisenbahnfreunde sollte man deutlich mehr als eine Stunde einplanen. Gerade die großen Anlagen lassen sich kaum beim ersten Vorbeigehen vollständig erfassen. Wer sich für Landschaftsbau, Bahnbetrieb und kleine Szenen interessiert, kann hier problemlos mehrere Stunden verbringen.
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