Zuletzt aktualisiert am 22.09.2026
Die Feldbahnschauanlage Glossen bei Mügeln ist der erhaltene Quarzitsteinbruch eines Dorfes in Nordsachsen – mit Loks, Loren, Werkstatt und einer 600-Millimeter-Feldbahn, auf der Besucher an mehreren Fahrtagen im Jahr selbst mitfahren können.
Aus einem verlassenen Steinbruch wurde ein Museum
Der Steinbruch lieferte bis zum Zweiten Weltkrieg Quarzit für die Didier-Werke, in der DDR-Zeit gehörte er zum VEB Silikatwerk Brandis. Nach der Wende übernahm die Gemeinde das Gelände von der Treuhand.
Im Sommer 1993 fanden sich Dresdner Feldbahnfreunde zusammen, um die Anlage zu retten; am 9. Januar 1994 gründeten sie den Verein „Feldbahnschauanlage Glossen e. V.“. Kurz darauf wurde das Gelände unter Denkmalschutz gestellt. Zum Tag des Denkmals 1995 zeigte sich die Anlage erstmals der Öffentlichkeit.
Was es zu sehen gibt
Erhalten sind rund 1,2 Kilometer Gleis in 600 mm Spurweite. Der Fahrzeugbestand umfasst 22 Lokomotiven und 117 Güterwagen unterschiedlicher Bauarten – darunter die ursprünglich im Bruch verbliebenen Loks vom Typ Ns2f und weitere, die aus Privatsammlungen dazukamen.
Das ehemalige Sozialgebäude wurde 2003 zum Feldbahn- und Steinbruchmuseum umgebaut. Wer nicht nur fahren, sondern auch verstehen will, wie in einem Quarzitbruch gearbeitet wurde, findet dort das Umfeld dazu.
Fahrtage 2026
- 5. und 6. April – Osterfahrtage
- 24. und 25. Mai – Pfingstfahrtage
- 12. und 13. September – Tage des offenen Denkmals
Fahrbetrieb jeweils von 10 bis 18 Uhr, letzte Abfahrt 17 Uhr. Die Abfahrtszeiten richten sich nach Bedarf und sind auf die Schmalspurbahn Döllnitzbahn abgestimmt.
Stand: September 2026.
Preise
- Erwachsene 4,00 €, Kinder 2,00 €, Familien 10,00 €
- An den Tagen des offenen Denkmals: Erwachsene 5,00 €, Kinder 2,00 €, Familien 12,00 €
Stand: September 2026.
Anfahrt
Zum Steinbruch 1a, 04769 Glossen (Gemeinde Mügeln).
Die schönste Anreise geht über die Schiene: mit dem Regionalexpress bis Oschatz, dort umsteigen in die Döllnitzbahn „Wilder Robert“ und bis zum Bahnhof Glossen fahren. Mit dem Auto ab der A 14, Abfahrt Leisnig/Mügeln, in Mügeln den Gleisen des „Wilden Robert“ folgen.
Gut zu wissen
Der Verein trifft sich alle zwei Wochen samstags zur Restaurierung und Gleispflege. Wer mitmachen will, ist ab 14 Jahren willkommen – Vorkenntnisse sind nicht nötig.
Für wen sich der Besuch lohnt
Für alle, die Feldbahn nicht als Attraktion, sondern am Arbeitsort sehen wollen: Hier steht die Bahn dort, wo sie gebraucht wurde, mitsamt Bruchwand, Verladung und Werkstatt.
Zusammen mit der Döllnitzbahn ergibt sich ein Tagesausflug mit zwei Spurweiten – 750 mm auf der Anreise, 600 mm im Bruch. Das gibt es so kein zweites Mal in Sachsen.
Offizielle Seite: feldbahn-glossen.de
Bildnachweise
- Feldbahnzug in Glossen – Foto: Dieter Albrecht, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
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