Zuletzt aktualisiert am 21.09.2026
Direkt am Bahnhof Fürstenfeldbruck befindet sich ein ungewöhnliches technisches Freilichtmuseum. Das Feldbahnmuseum Fürstenfeldbruck zeigt historische Lokomotiven, Draisinen und Wagen, wie sie früher in Wäldern, Ziegeleien, Mooren, Bergwerken, Landwirtschaft und Tunnelbau eingesetzt wurden. Im Mittelpunkt stehen Feld- und Waldbahnen auf 600 Millimetern Spurweite. An mehreren Fahrtagen im Jahr werden die historischen Fahrzeuge nicht nur ausgestellt: Besucher können dann selbst mit einem Feldbahnzug über das Museumsgelände fahren.Feldbahnen aus einer fast verschwundenen Arbeitswelt
Feldbahnen waren über viele Jahrzehnte ein wichtiges Transportmittel in Industrie und Landwirtschaft. Ihre schmalen Gleise ließen sich vergleichsweise günstig verlegen und auch dort einsetzen, wo eine normale Eisenbahn viel zu aufwendig gewesen wäre. Solche Bahnen transportierten Holz aus Wäldern, Torf aus Moorgebieten, Ziegel, Steine, landwirtschaftliche Produkte oder Material auf Baustellen. Auch in Bergwerken und beim Tunnelbau wurden schmalspurige Bahnen verwendet. Mit Lastwagen, Förderbändern und modernen Baumaschinen verschwanden viele dieser kleinen Bahnen. Das Feldbahnmuseum Fürstenfeldbruck bewahrt heute zahlreiche Fahrzeuge und Arbeitsgeräte aus dieser Epoche.17 historische Lokomotiven
Zum Fahrzeugbestand gehören derzeit 17 Lokomotiven unterschiedlicher Hersteller und Baujahre. Vertreten sind bekannte Namen wie Orenstein & Koppel, Henschel, Gmeinder, Jung, Deutz, Schöma, Ruhrthaler und LKM. Viele dieser kleinen Diesellokomotiven wurden ursprünglich für Werk-, Feld- oder Industriebahnen gebaut. Einige Fahrzeuge sind weiterhin betriebsfähig und kommen bei den öffentlichen Fahrtagen zum Einsatz.Orenstein & Koppel, Gmeinder und Schöma
Zu den älteren Fahrzeugen gehört eine Orenstein-&-Koppel-Lokomotive des Typs MD-1 von 1937. Eine Gmeinder 18/20 wurde 1951 gebaut, eine weitere Gmeinder-Lok des Typs 10/12 stammt aus dem Jahr 1948. Auch mehrere typische Nachkriegs-Feldbahnlokomotiven sind vertreten. Dazu gehören beispielsweise Maschinen von Jung, Schöma und Ruhrthaler. Die Sammlung vermittelt dadurch einen guten Überblick über die unterschiedlichen Bauformen kleiner Diesellokomotiven, die früher in zahlreichen Betrieben eingesetzt wurden.Dieselelektrische GEBUS-Lok von 1925
Ein besonderes Fahrzeug ist die GEBUS F1260 mit der Fabriknummer 33 aus dem Jahr 1925. Die dieselelektrische Feldbahnlokomotive gelangte 2017 nach Fürstenfeldbruck, nachdem sie zuvor jahrzehntelang bei der Gurktal-Museumsbahn abgestellt gewesen war. Die Vereinsmitglieder arbeiteten die außergewöhnliche Lok wieder auf und passten sie für die 600-Millimeter-Spur des Museums an. Sie zählt heute zu den technisch interessantesten Fahrzeugen der Sammlung.Puch-Motorzugtriebwagen als Nachbau
Ein weiteres ungewöhnliches Fahrzeug ist der Puch-Motorzugtriebwagen. Solche einfachen Fahrzeuge kamen nach dem Ersten Weltkrieg unter anderem bei Wald- und Landwirtschaftsbahnen zum Einsatz. Da kaum entsprechende Originalfahrzeuge erhalten geblieben sind, rekonstruierte der Verein einen solchen Motortriebwagen. Im September 2021 ging das Fahrzeug im Feldbahnmuseum offiziell in Betrieb.86 Wagen für ganz unterschiedliche Aufgaben
Neben den Lokomotiven besitzt das Museum einen sehr umfangreichen Wagenbestand. 2026 werden 86 Wagen genannt. Die Bandbreite reicht von klassischen Kipploren und Rungenwagen über Fass- und Werkstattwagen bis zu Fahrzeugen für Bergbau, Torfabbau und Landwirtschaft. Auch Personenwagen gehören zur Sammlung und werden an Fahrtagen für die Besucherzüge verwendet.Kompletter Tunnelbauzug
Besonders interessant ist der Bereich Tunnelbau. 2010 konnte der Verein einen umfangreichen Bestand von Bilfinger & Berger übernehmen. Die Fahrzeuge waren zuvor beim Bau des Mangfall-Trinkwasserstollens eingesetzt worden. Zum übernommenen Bestand gehörten eine Valente-Akkulokomotive und zehn Wagen. Darunter befinden sich spezielle Tübbingwagen, Gitterwagen und ein Tankwagen. Damit kann das Museum heute einen nahezu kompletten Feldbahnzug aus dem modernen Tunnelbau zeigen.Feldbahnen im Bergbau
Ein weiterer Ausstellungsbereich beschäftigt sich mit dem Bergbau. Kleine Grubenbahnen waren dort besonders wichtig, weil sie auch in engen Stollen eingesetzt werden konnten. Zu sehen sind unter anderem Grubenhunte, Personenwagen für Bergleute, Seitenentleerer und spezielle Wagen für Grubenholz. Selbst ein sogenannter Grubenteewagen gehört zur Sammlung. Mit solchen Fahrzeugen wurde die Getränkeversorgung der Bergleute während ihrer Schicht organisiert.Waldbahn und Holztransport
Auch die Geschichte der Waldbahnen spielt eine wichtige Rolle. Schmalspurbahnen wurden früher eingesetzt, um geschlagenes Holz aus schwer zugänglichen Waldgebieten zu transportieren. Im Museum gehören verschiedene Rungenwagen, sogenannte Waldbahn-Trucks und historische Werkzeuge der Waldarbeiter zu diesem Themenbereich. Bei speziellen Waldbahn-Fahrtagen werden passende Züge zusammengestellt und verschiedene Arbeitsweisen früherer Forstbahnen vorgestellt.Torf- und Landwirtschaftsbahnen
Feldbahnen wurden auch in Moorgebieten beim Torfabbau sowie in landwirtschaftlichen Betrieben eingesetzt. Entsprechend finden sich in Fürstenfeldbruck verschiedene Torf- und Landwirtschaftswagen. Im Landwirtschaftsstadl stehen Fahrzeuge in 500 und 600 Millimetern Spurweite. Eine besondere Rarität ist ein mehr als 100 Jahre alter zerlegbarer Landwirtschaftswagen. Zusätzlich werden historische Arbeitsgeräte gezeigt, darunter Werkzeuge für den Torfabbau und landwirtschaftliche Geräte.Historische Schmiede im ehemaligen Lokschuppen
Zum Museum gehört auch ein historischer Lokschuppen. Das Gebäude diente früher als Unterstand für die in Fürstenfeldbruck stationierte Köf-Rangierlok. Heute befindet sich darin unter anderem eine alte Schmiede. Zusammen mit Schlosserei, Schreinerei und historischen Werkzeugen zeigt sie, wie Fahrzeuge und Geräte früher instand gehalten wurden. Auch ein alter Wasserkran gehört zur erhaltenen Eisenbahninfrastruktur auf dem Gelände.Feldbahnfahrten für Besucher
An den großen Veranstaltungstagen herrscht auf dem Museumsgelände echter Fahrbetrieb. Historische Diesellokomotiven ziehen dann kleine Personenzüge über das 600-Millimeter-Gleis. Die Fahrt ist besonders für Familien interessant. Gleichzeitig lassen sich dabei die kleinen Radien und die kompakte Bauweise einer Feldbahn unmittelbar erleben. Welche Lokomotiven und Wagen eingesetzt werden, hängt vom jeweiligen Veranstaltungsthema und vom technischen Zustand der Fahrzeuge ab.Vom Modellbahnclub zum Feldbahnmuseum
Die Geschichte des Museums ist eng mit dem Modelleisenbahnclub Fürstenfeldbruck verbunden. Der MEC wurde am 12. März 1976 gegründet. Die ersten Vereinsräume bestanden aus ausrangierten Eisenbahnwagen. 1981 zog der Verein an den Bahnhof Fürstenfeldbruck. Zwei Jahre später entstand die Interessengemeinschaft Deutsche Feld- und Waldbahnen. 1984 wurde schließlich das Feldbahnmuseum gegründet. Im Jahr 2024 konnte es damit bereits sein 40-jähriges Bestehen feiern.50 Jahre MEC Fürstenfeldbruck im Jahr 2026
2026 ist erneut ein Jubiläumsjahr. Der Modelleisenbahnclub Fürstenfeldbruck besteht seit 50 Jahren. Beim Jubiläumsfest im Mai wurden 17 Lokomotiven, 86 Wagen und vier Draisinen präsentiert. Viele Fahrzeuge kamen dabei auch im Fahrbetrieb zum Einsatz.Auch eine große H0-Modellbahn gehört zum Verein
Neben dem Feldbahnmuseum betreibt der MEC Fürstenfeldbruck eine große H0-Modellbahnanlage. Sie befindet sich in ehemaligen Eisenbahnwagen auf dem Vereinsgelände. Die große Anlage umfasst rund 40 Quadratmeter und etwa 200 Meter Modellbahngleis. Zusätzlich gibt es Feldbahnstrecken, eine Zahnradbahn, eine Straßenbahn sowie ein nachgebildetes Bergwerk. Die Modellbahn wird vor allem während der Wintermonate öffentlich gezeigt. Im Sommer bleibt sie aufgrund der hohen Temperaturen in den Eisenbahnwagen geschlossen.Öffnungszeiten des Feldbahnmuseums
Zwischen dem 15. April und dem 15. Oktober kann das Feldbahnmuseum grundsätzlich freitags von 17 bis 20 Uhr im Rahmen des Vereinstags besichtigt werden. Eine Führung über das Gelände ist dann in der Regel möglich. Freitags findet allerdings kein regulärer Fahrbetrieb statt. Für eine Fahrt mit der Feldbahn sollte deshalb einer der großen öffentlichen Fahrtage gewählt werden.Nächster Fahrtag 2026
Der letzte große Feldbahn-Fahrtag der Saison 2026 findet am 11. Oktober 2026 von 10 bis 17 Uhr statt. Das Veranstaltungsthema lautet „Bergbau“. Neben dem Fahrbetrieb werden passende Fahrzeuge und historische Arbeitsmittel aus diesem Bereich gezeigt.Modelleisenbahn im Advent 2026
Nach dem Ende der Feldbahnsaison folgen mehrere Termine für die Modelleisenbahnanlagen:- 29. November 2026, 10 bis 12 Uhr
- 6. Dezember 2026, 10 bis 12 Uhr
- 13. Dezember 2026, 10 bis 12 Uhr
Eintrittspreise 2026
- Erwachsene: 4 Euro
- Kinder: 2 Euro
- Familienkarte: 10 Euro
- Kinder unter einem Meter Körpergröße: Eintritt frei
Direkt am Bahnhof Fürstenfeldbruck
Das Feldbahnmuseum befindet sich unmittelbar am westlichen Ende des Bahnhofs Fürstenfeldbruck. Feldbahnmuseum Fürstenfeldbruck Bahnhofstraße 20 82256 Fürstenfeldbruck Die Lage ist für eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr praktisch. Vom Bahnhof Fürstenfeldbruck sind es über den westlichen P&R-Parkplatz nur etwa zwei Minuten bis zum Eingang. Von München erreicht man Fürstenfeldbruck mit der S-Bahn-Linie S4.Lohnt sich ein Besuch?
Das Feldbahnmuseum Fürstenfeldbruck ist besonders für Besucher interessant, die sich für kleine Industrie- und Arbeitsbahnen interessieren. Die große Vielfalt reicht von Wald- und Landwirtschaftsbahnen über Bergbau bis zum modernen Tunnelbau. An den Fahrtagen wird aus der Fahrzeugsammlung ein lebendiges Museum. Historische Lokomotiven ziehen Personenzüge über das Gelände und machen die Technik der Feldbahnen unmittelbar erlebbar. Durch die Lage direkt am Bahnhof und die niedrigen Eintrittspreise eignet sich das Museum auch gut für einen Familienausflug.
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