Zuletzt aktualisiert am 22.09.2026
Das Deutsche Gruben- und Feldbahnmuseum in Witten-Bommern verbindet Eisenbahn- und Bergbaugeschichte an einem passenden historischen Ort. Das Museum befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Theresia unterhalb von Schloss Steinhausen und mitten im historischen Muttental.
Gesammelt werden vor allem die kleinen Bahnen, die früher in Bergwerken, Steinbrüchen, Torfwerken und Industriebetrieben zum Alltag gehörten. Viele dieser Fahrzeuge verschwanden nach der Stilllegung ihrer Betriebe innerhalb weniger Jahre. In Witten konnte eine ungewöhnlich große Sammlung erhalten werden.
Rund 90 Lokomotiven und 200 Wagen
Die Sammlung des Museums umfasst heute rund 90 Lokomotiven und etwa 200 Wagen.
Zu sehen sind Diesellokomotiven, Elektrolokomotiven und Pressluftlokomotiven. Dazu kommen Förderwagen aus dem Bergbau, klassische Feldbahnloren und verschiedene Personenwagen.
Gerade die unterschiedlichen Antriebsarten machen die Sammlung interessant. Unter Tage konnten Dieselmotoren wegen der Abgase nicht überall eingesetzt werden. Deshalb kamen dort auch elektrische, akkubetriebene oder mit Druckluft arbeitende Lokomotiven zum Einsatz.
Viele Fahrzeuge stammen aus dem Bergbau. Andere waren beispielsweise in Torfabbaugebieten in Niedersachsen unterwegs.
Museum auf einer ehemaligen Zeche
Auch das Gelände selbst gehört zur Geschichte. Bereits im 18. Jahrhundert wurde hier Kohle abgebaut. Ab 1812 erfolgte die Förderung über den Stollen Theresia.
1850 begann das Abteufen des Tiefbauschachtes Catharina. Der Schacht verlief schräg unter die Ruhr und erreichte später eine Länge von mehr als einem Kilometer. 1854 wurde die Zeche Theresia mit der benachbarten Zeche Nachtigall verbunden.
1892 endete der Kohleabbau im Grubenfeld Theresia.
Seit 1989 nutzt die Arbeitsgemeinschaft Muttenthalbahn das ehemalige Zechengelände. Die erhaltenen Betriebsgebäude wurden restauriert und für die Museumssammlung hergerichtet.
Mit der Muttenthalbahn unterwegs
Zum Museum gehört eine eigene schmalspurige Museumsbahn.
Sie beginnt am Parkplatz an der Nachtigallstraße und führt über das Gelände der Zeche Theresia weiter zum benachbarten LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall.
Normalerweise können Besucher damit direkt zum Gruben- und Feldbahnmuseum fahren. Die Züge werden mit historischen Feldbahnlokomotiven bespannt und bestehen aus einfachen Personenwagen, wie sie für Museumsbahnen dieser Art typisch sind.
Eine Tagesfahrkarte gilt für beliebig viele Fahrten am jeweiligen Betriebstag.
Aktuelle Situation 2026
Derzeit wird auf dem Gelände der Zeche Theresia gebaut. Deshalb bleiben das Deutsche Gruben- und Feldbahnmuseum und das Café Theresia nach aktuellem Stand im Jahr 2026 geschlossen.
Die Muttenthalbahn fährt trotzdem an ausgewählten Tagen. Während der Bauarbeiten halten die Züge allerdings nicht an der Zeche Theresia. Sie fahren direkt vom Parkplatz Nachtigallstraße zur Zeche Nachtigall und wieder zurück.
Für 2026 steht noch folgender regulärer Fahrtag an:
4. Oktober 2026 von 11:00 bis 18:00 Uhr
An diesem Tag findet gleichzeitig das Saisonende statt.
Zusätzlich ist für den 3. Oktober 2026 ein Maus-Türöffnertag mit kostenfreiem Fahrbetrieb angekündigt.
Da sich die Arbeiten auf dem Museumsgelände weiterentwickeln, sollte vor der Anreise unbedingt die aktuelle Webseite der Muttenthalbahn geprüft werden.
Fahrpreise 2026
Für die Muttenthalbahn gelten derzeit Tageskarten. Sie erlauben beliebig viele Fahrten am jeweiligen Betriebstag.
Erwachsene zahlen 5 Euro. Kinder von 6 bis einschließlich 14 Jahren zahlen 2 Euro. Eine Familienkarte für zwei Erwachsene und bis zu drei Kinder kostet 9 Euro.
Der Eintritt in das Museum ist normalerweise kostenlos. Wegen der laufenden Bauarbeiten ist ein Museumsbesuch aktuell jedoch nicht möglich.
Ein Ausflug mit viel Eisenbahngeschichte
Das Museum lässt sich sehr gut mit der Zeche Nachtigall und dem Bergbauwanderweg im Muttental verbinden.
Gerade für Eisenbahnfreunde ist die Kombination interessant. Hier geht es um Bahnen, die früher kaum im öffentlichen Personenverkehr zu sehen waren. Feld- und Grubenbahnen waren Arbeitsmittel und transportierten Kohle, Torf, Steine und andere schwere Güter oft unter schwierigen Bedingungen.
Sobald das Museum wieder vollständig geöffnet ist, dürfte sich für die große Fahrzeugsammlung wieder ein längerer Besuch lohnen.
Adresse und Anreise
Deutsches Gruben- und Feldbahnmuseum
Nachtigallstraße 27–33
58452 Witten-Bommern
Da die Parkmöglichkeiten direkt am Museum begrenzt sind, empfiehlt der Betreiber den Parkplatz an der Nachtigallstraße.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln geht es über den Hauptbahnhof Witten und anschließend mit der Buslinie 379 bis Witten-Bommern Bahnhof. Von dort sind es ungefähr zehn Minuten zu Fuß.
Vom Hauptbahnhof Witten kann man das Museumsgelände auch in etwa 25 Minuten zu Fuß erreichen.
Fotonachweis
Deutsches Gruben- und Feldbahnmuseum auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Theresia in Witten. Foto: Reclus / Wikimedia Commons / CC0 1.0
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