Zuletzt aktualisiert am 22.09.2026
In Deinste bei Stade lässt sich Feldbahngeschichte nicht nur im Museum anschauen. An den Fahrtagen werden historische Fahrzeuge auf einer eigenen 600-Millimeter-Schmalspurbahn tatsächlich in Betrieb gezeigt. Vom historischen Bahnhof Deinste fahren die kleinen Züge hinaus durch die Stader Feldmark bis zum Museumsschuppen in Lütjenkamp und weiter in Richtung Rehncampe.
Die Wurzeln des Museums reichen bis 1967 zurück. Damals begann die Schmalspur- und Kleinbahn-Betriebsgesellschaft in Holm-Seppensen damit, historische Feldbahnfahrzeuge zu sammeln und auf einer eigenen Strecke einzusetzen. Nachdem der Betrieb dort nicht weiter ausgebaut werden konnte, zog die Sammlung 1977 nach Deinste. Am neuen Standort begann der Aufbau der heutigen Museumsbahn, 1978 konnte bereits der erste Abschnitt in Betrieb gehen.
Zwei Kilometer auf 600 Millimetern
Heute verfügt das Museum über eine rund zwei Kilometer lange Strecke. Ausgangspunkt ist der Bahnhof Deinste. Von dort führt die Feldbahn zunächst parallel zur normalspurigen Bahnstrecke und anschließend durch die Landschaft bis zum Museumsgelände und zum Endpunkt Rehncampe.
Das Konzept gefällt mir für Gleismomente besonders gut, weil hier nicht nur Fahrzeuge abgestellt werden. Der Verein möchte zeigen, wie eine Kleinbahn ungefähr um 1930 ausgesehen und funktioniert haben könnte. An den Museumstagen fahren historische Personenwagen hinter einer Dampflokomotive. Bei passendem Wetter kommt zusätzlich ein offener Lorenzug mit einer Dieselfeldbahnlok zum Einsatz.
Dampflok Montua von 1927
Das bekannteste Fahrzeug der Sammlung ist die Henschel 20925 „Montua“. Die zweiachsige Dampflok wurde 1927 bei Henschel & Sohn in Kassel gebaut und ursprünglich an ein niederländisches Ziegelwerk geliefert.
Nach mehreren Stationen kam sie ab 1992 regelmäßig in Deinste zum Einsatz. 2010 konnte das Museum die Lok schließlich erwerben. Heute ist sie betriebsfähig und übernimmt an den meisten öffentlichen Museumstagen den Dampfzug. Die Maschine leistet rund 60 PS und wiegt etwa zehn Tonnen.
Dieselloks, Draisine und Heeresfeldbahnwagen
Die Sammlung ist erheblich größer als eine einzelne Dampflok. Aktuell nennt das Museum unter anderem 14 Diesellokomotiven, eine Elektrolokomotive, einen Triebwagen und eine Draisine. Dazu kommen drei historische Heeresfeldbahn-Personenwagen, zwei Fakultativwagen sowie zahlreiche Feldbahn-Güterwagen.
Gerade die Güterwagen zeigen, wie vielseitig Feldbahnen früher eingesetzt wurden. Solche Bahnen waren auf Baustellen, in Ziegeleien, Torfwerken, Landwirtschaft und Industriebetrieben zu finden. Viele dieser kleinen Schienennetze sind heute vollständig verschwunden.
Im Museumsschuppen Lütjenkamp werden zusätzlich Werkzeuge und Gegenstände aus dem Bahnstreckenbau und aus Ziegeleien gezeigt. Besucher können außerdem beobachten, wie die ehrenamtlichen Mitglieder historische Fahrzeuge instand setzen und restaurieren.
Fahrtage 2026
Das Museum besitzt keine täglichen Öffnungszeiten. Es gibt mehrere feste Fahrtage im Jahr.
Nach dem bereits vergangenen Termin zum Tag des offenen Denkmals bleiben 2026 aktuell noch:
- 3. Oktober 2026, Oktoberdampf
- 5. und 6. Dezember 2026, Nikolausfahrten
- 12. und 13. Dezember 2026, Adventsfahrten
Der Dampfzug fährt an den regulären Museumstagen stündlich zwischen 10:40 und 15:40 Uhr ab Bahnhof Deinste. Eine Rundfahrt einschließlich Museumsbesuch dauert ungefähr 50 Minuten. Erwachsene zahlen derzeit 6 Euro, Kinder 3 Euro. Eine Reservierung ist normalerweise nicht erforderlich.
Außerhalb der regulären Termine können für Gruppen auch Sonderfahrten vereinbart werden.
Anreise
Adresse:
Deutsches Feld- und Kleinbahnmuseum e.V.
Bahnhofstraße 3
21717 Deinste
Der Ausgangspunkt der Museumsbahn liegt direkt am Bahnhof Deinste. Von Mai bis September ist Deinste an den Wochenenden zusätzlich mit dem Moorexpress zwischen Stade und Bremervörde erreichbar. Parkplätze stehen an der ehemaligen Ladestraße zur Verfügung.
Offizielle Website des Feld- und Kleinbahnmuseums Deinste
Fotonachweis
Deutsches Feld- und Kleinbahnmuseum in Deinste mit historischen Fahrzeugen auf 600 mm Spurweite. Foto: Christian der Vierte / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
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