Zuletzt aktualisiert am 22.09.2026
Der Bahnhof Grenzau liegt an der Brexbachtalbahn, einer Strecke, die seit Jahrzehnten zwischen Stilllegung und Wiederbelebung schwankt. Ein Verein hält den Abschnitt Grenzau–Siershahn befahrbar – regelmäßigen Ausflugsverkehr gibt es derzeit aber nicht.
Die Strecke
Die Brexbachtalbahn verbindet die rechte Rheinstrecke mit der Unterwesterwaldbahn. Sie führt von Neuwied-Engers über Bendorf, Sayn, Grenzau und Ransbach-Baumbach nach Siershahn und wurde nach zwölfjähriger Planungs- und Bauzeit am 31. Mai 1884 eröffnet.
Die Trasse folgt dem Brexbach durch ein enges Tal und ist bautechnisch bemerkenswert: mehrere Viadukte und der Sayner Tunnel gehören dazu. Sie verbindet zwei UNESCO-Welterbestätten miteinander – das Obere Mittelrheintal und den Obergermanisch-Raetischen Limes.
Der Verein und der heutige Stand
Am 26. März 2007 wurde in Bendorf der Verein Brexbachtalbahn e. V. gegründet, um die Strecke touristisch wieder in Betrieb zu nehmen. Am 13. Februar 2009 erteilte das rheinland-pfälzische Verkehrsministerium die Betriebsgenehmigung für den Abschnitt Siershahn–Grenzau.
Seit 2010 wurde der Abschnitt zwischen Grenzau und Bendorf hergerichtet. In dieser Zeit fanden Sonder- und Themenfahrten mit Uerdinger Schienenbussen und Dampfloks statt – daher stammt auch das Foto oben.
Wichtig für die Planung: Der Verein schreibt derzeit selbst, dass er „noch keine Fahrten anbieten“ kann; die Genehmigung für regelmäßigen Touristikverkehr steht aus. Im Einsatz ist ein Kleinwagen Klv 53. Ein Eisenbahnmuseum in Siershahn ist geplant.
Stand: September 2026.
Was man vor Ort sieht
Grenzau ist ein Bahnhof im Kannenbäckerland, der Region, die Deutschland über Jahrhunderte mit Steinzeug versorgt hat. Bahnsteig, Gleisanlagen und Empfangsgebäude sind erhalten. Wer die Trasse zu Fuß erkundet, findet die Viadukte im Brexbachtal und die Portale des Sayner Tunnels.
Anfahrt
Bahnhof Grenzau, 56206 Höhr-Grenzhausen, Ortsteil Grenzau.
Gut zu wissen
Wer im Westerwald ohnehin unterwegs ist: Die Bahnhöfe Ransbach-Baumbach und Kasbach liegen an derselben oder benachbarten Strecken und sind eigene Einträge. Zusammen ergeben sie eine Runde entlang von Trassen, die alle dieselbe Geschichte erzählen: gebaut für Ton, Basalt und Steinzeug, stillgelegt, halb wiederbelebt.
Für wen sich der Besuch lohnt
Für Leute, die stillgelegte Strecken interessanter finden als Museumsbahnen im Fahrplan – und die eine leere Trasse mit Viadukten und Tunnel lesen können. Als Ausflugsziel mit Fahrbetrieb taugt Grenzau derzeit nicht.
Für Modellbahner ist das Brexbachtal eine Fundgrube: enges Tal, mehrere Viadukte, ein Tunnel und eine Nebenbahn, die Industrie erschloss. Das ist mehr Motiv, als auf die meisten Anlagen passt.
Offizielle Seite: diebrex.de
Bildnachweise
- Dampflok 50 3552 im Bahnhof Grenzau, 31. Mai 2009 – Foto: Lothar Spurzem, CC BY-SA 2.0 DE, via Wikimedia Commons
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