Zuletzt aktualisiert am 22.09.2026
Nur wenige Gehminuten vom heutigen Bahnhof Hünfeld entfernt befindet sich im ehemaligen Bahn-Wasserhaus an der Gartenstraße ein kleines Museum zur regionalen Eisenbahngeschichte. Das Bahnmuseum Hünfeld wurde 2013 eingerichtet und zeigt, wie stark die Entwicklung der Stadt mit der Eisenbahn verbunden war.
Hünfeld erhielt bereits 1866 Anschluss an das Eisenbahnnetz. Am 1. Oktober dieses Jahres wurde der Bahnhof an der Strecke zwischen Bad Hersfeld und Fulda eröffnet. Damit wurde Hünfeld Teil einer wichtigen Nord-Süd-Verbindung, die später über Fulda weiter in Richtung Frankfurt führte.
Eisenbahngeschichte entlang einer echten Schiene
Im Museum wird die Entwicklung der Eisenbahn von ihren Anfängen bis in die jüngere Vergangenheit erklärt. Eine schöne Idee ist die Zeitleiste der Ausstellung. Sie verläuft passend zum Thema entlang einer echten Schiene.
Dabei geht es unter anderem um den Bau der Hauptstrecke, den Wandel der Fahrzeuge und Bahntechnik sowie um die Veränderungen des Bahnhofs Hünfeld. Auch die Entwicklung bis zur modernen Eisenbahn und zur ICE-Zeit wird aufgegriffen.
Neben historischen Bildern, Unterlagen und Bahngegenständen beschäftigt sich die Ausstellung mit den verschiedenen Berufen bei der Eisenbahn. So bekommt man einen Eindruck davon, wie viele unterschiedliche Tätigkeiten früher notwendig waren, damit ein Bahnhof und eine Bahnstrecke funktionieren konnten.
Die Hünfelder „Bimbel“
Ein eigener Teil der Ausstellung erinnert an die frühere Nebenbahn von Hünfeld in Richtung Wenigentaft und Vacha.
Die Bahn wurde ab 1906 betrieben und war in der Region unter dem Spitznamen „Bimbel“ bekannt. Sie zweigte unmittelbar in Hünfeld von der Hauptstrecke ab und führte westlich in Richtung Rhön beziehungsweise zur späteren innerdeutschen Grenze.
Die Strecke spielte für kleinere Orte entlang der Linie über viele Jahrzehnte eine wichtige Rolle. Personenverkehr, Güterverkehr und die Versorgung der Region liefen teilweise über diese Bahn.
Nach dem Rückgang des Verkehrs verlor die Strecke zunehmend an Bedeutung. Ein Teil wurde 1972 stillgelegt. Heute verläuft auf großen Abschnitten der ehemaligen Bahntrasse der Kegelspielradweg. Wer nach dem Museumsbesuch noch etwas Zeit hat, kann damit zumindest einen Teil der früheren Strecke zu Fuß oder mit dem Fahrrad verfolgen.
Historische Bahntechnik im Außenbereich
Interessant ist auch der kleine Außenbereich des Museums. Dort befinden sich originale beziehungsweise rekonstruierte Eisenbahnelemente.
Zu sehen sind unter anderem ein Signalmast, eine Weiche und ein Stück Gleis mit nachgebildetem Bahnsteig. Dadurch beschränkt sich die Ausstellung nicht auf Fotos und Vitrinen. Einige typische Bestandteile eines früheren Bahnhofs lassen sich direkt betrachten.
Das historische Bahngebäude selbst trägt ebenfalls zur Atmosphäre bei. Das Museum wurde 2013 in dem ehemaligen Wasserhaus der Bahn eingerichtet, das häufig auch als alter Wasserturm bezeichnet wird.
Bahnhof Hünfeld heute
Ein Besuch lässt sich gut mit einem kurzen Abstecher zum heutigen Bahnhof verbinden. Das historische Empfangsgebäude wurde umfangreich saniert und der Bahnhof ist weiterhin Teil der wichtigen Bahnverbindung zwischen Fulda und Bebra.
Damit liegen in Hünfeld alte und neue Eisenbahnwelt nur wenige Gehminuten auseinander. Vom Bahnmuseum sind es ungefähr fünf Minuten zum Bahnhof.
Öffnungszeiten 2026
Das Bahnmuseum hat von April bis Oktober jeweils am ersten Sonntag des Monats von 16 bis 18 Uhr geöffnet.
Gruppenführungen sind auch außerhalb dieser Zeiten nach vorheriger Vereinbarung möglich.
Adresse:
Bahnmuseum Hünfeld
Gartenstraße 5
36088 Hünfeld
Da die reguläre Öffnungszeit nur zwei Stunden pro Monat beträgt, würde ich vor einer längeren Anreise noch einmal auf der offiziellen Museumsseite prüfen, ob der jeweilige Termin stattfindet.
Offizielle Seite des Bahnmuseums Hünfeld
Fotonachweis
Bahnhof Hünfeld, Ausgangspunkt der ehemaligen Nebenbahn Richtung Wenigentaft und Vacha, der sogenannten „Bimbel“. Foto: Presse03 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.
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