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125 Jahre Bahnstrecke Engstingen–Gammertingen: Dampflok T3 Nr. 930 kehrt mit restauriertem Museumszug zurück

Am Sonntag, 8. November 2026, gibt es auf der Schwäbischen Alb ein besonderes Eisenbahnjubiläum zu feiern. Genau 125 Jahre nach der Eröffnung der Bahnstrecke zwischen Kleinengstingen und Gammertingen schickt der Verein Schwäbische Alb-Bahn seinen historischen Dampfzug auf die Strecke.

Die Hauptrolle übernimmt die württembergische Tenderdampflok T3 Nr. 930 aus dem Jahr 1905. Hinter der Lok werden frisch aufgearbeitete historische Personenwagen und ein Buffetwagen eingesetzt. Die teilweise mehr als 120 Jahre alten Fahrzeuge wurden in den vergangenen Monaten von ehrenamtlichen Eisenbahnfreunden restauriert und technisch untersucht.

Für die Besucher ist das eine schöne Gelegenheit, Eisenbahngeschichte auf der Schwäbischen Alb zu erleben. Schließlich wird der Museumszug ausgerechnet auf einer Strecke unterwegs sein, deren Geschichte bis in die Anfangszeit der Fahrzeuge zurückreicht.

Dampfzugfahrten am 8. November 2026 zwischen Engstingen und Gammertingen

Zum Streckenjubiläum sind zwei Fahrten von Kleinengstingen nach Gammertingen und zurück vorgesehen.

Der historische Zug startet zunächst in Münsingen. Von dort geht es über die Schwäbische Alb-Bahn nach Engstingen, wo die eigentlichen Jubiläumsfahrten beginnen.

Der angekündigte Fahrplan:

BahnhofAbfahrt
Münsingen10:55 Uhr
Engstingen nach Gammertingen12:00 Uhr
Gammertingen nach Engstingen13:30 Uhr
Engstingen nach Gammertingen15:20 Uhr
Gammertingen nach Engstingen und Münsingen17:10 Uhr

Die Ankunft des letzten Zuges in Münsingen ist für 18:50 Uhr vorgesehen.

Zwischenhalte sind an der Haidkapelle, bei ALB-GOLD, in Trochtelfingen und in Mägerkingen angekündigt.

Wichtig für Fahrgäste: Die historischen Züge halten nicht am Haltepunkt Engstingen-Schulzentrum.

Wer mitfahren möchte, findet aktuelle Informationen und Fahrkarten auf der Webseite des Vereins Schwäbische Alb-Bahn.

Ein besonderer Geburtstag: 125 Jahre Hohenzollerische Landesbahn

Die Bahnstrecke zwischen Kleinengstingen und Gammertingen wurde am 7. November 1901 eröffnet.

Damals gehörte die Region noch zu zwei unterschiedlichen deutschen Staaten. Kleinengstingen lag im Königreich Württemberg, während Gammertingen zu den preußischen Hohenzollerischen Landen gehörte.

Für den Bau der Bahnlinie war deshalb sogar ein Staatsvertrag zwischen Württemberg und Preußen erforderlich.

Die Hohenzollern’sche Kleinbahn-Gesellschaft, kurz H.K.G., hatte bereits mehrere Eisenbahnlinien in der Region errichtet.

Mit der Verbindung nach Kleinengstingen entstand eine weitere wichtige Strecke, die das Netz der späteren Hohenzollerischen Landesbahn ergänzte.

Insgesamt entwickelte sich daraus ein Streckennetz von rund 108 Kilometern.

Für die Menschen entlang der Bahn bedeutete der Anschluss eine erhebliche Verbesserung. Orte wie Trochtelfingen und Mägerkingen erhielten eine direkte Schienenverbindung zu anderen Regionen.

Vor allem für den Transport von Waren und landwirtschaftlichen Erzeugnissen war das wichtig.

Aber auch der Personenverkehr profitierte von der neuen Verbindung.

Von der Landesbahn zur heutigen Schwäbischen Alb-Bahn

Die ursprüngliche Bahnstrecke hat sich im Laufe der vergangenen 125 Jahre erheblich verändert.

Während zu Beginn Dampflokomotiven den gesamten Verkehr übernahmen, kamen später Dieseltriebwagen zum Einsatz.

Auch organisatorisch hat sich einiges getan.

Die Hohenzollerische Landesbahn ging 2018 in der SWEG auf. Heute gehört die Infrastruktur zum Netz der SWEG Schienenwege GmbH.

Zwischen Gammertingen, Engstingen und Münsingen fahren inzwischen moderne Dieseltriebwagen der Schwäbischen Alb-Bahn.

Gleichzeitig wird die Strecke für den historischen Museumsverkehr genutzt.

Gerade diese Verbindung aus regulärem Bahnbetrieb und Eisenbahngeschichte macht die Schwäbische Alb-Bahn interessant.

Auf ausgewählten Fahrten lässt sich die Landschaft in einem historischen Zug erleben, der von der Technik und Einrichtung her an die Anfangszeit des Eisenbahnverkehrs erinnert.

T3 Nr. 930: Eine kleine Dampflok mit großer Geschichte

Im Mittelpunkt des Jubiläums steht die Dampflok T3 Nr. 930.

Die Lok wurde 1905 von der Maschinenbau-Gesellschaft Heilbronn für die Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen gebaut.

Mit ihren drei gekuppelten Achsen gehört sie zu den klassischen kleinen Tenderdampflokomotiven, die früher auf Nebenbahnen und beim Rangieren eingesetzt wurden.

Im Vergleich zu großen Schnellzugdampflokomotiven wirkt die T3 recht kompakt.

Gerade das macht ihren besonderen Reiz aus.

Die Lok besitzt keine separate Tenderlokomotive zur Vorratshaltung. Wasser und Kohle werden direkt auf dem Fahrzeug mitgeführt.

Dadurch eignet sich eine solche Maschine besonders für kürzere Strecken und Einsätze, bei denen regelmäßig Wasser und Brennstoff ergänzt werden können.

Mit ihrem traditionellen Erscheinungsbild passt die T3 hervorragend zu den historischen Personenwagen der Schwäbischen Alb-Bahn.

Die Nr. 930 befindet sich seit Ende 2019 im Eigentum des Vereins und wurde bereits in den vergangenen Jahren umfangreich aufgearbeitet.

Auch 2026 war die Lok bei verschiedenen Sonderfahrten unterwegs.

Beim Streckenjubiläum am 8. November zieht sie nun einen frisch restaurierten Museumszug.

Historische Personenwagen aus den Anfangsjahren der Eisenbahn

Mindestens genauso interessant wie die Dampflokomotive sind die Wagen, die beim Jubiläum eingesetzt werden sollen.

Der Verein Schwäbische Alb-Bahn besitzt mehrere historische Personenwagen, die teilweise noch aus der Zeit um 1900 stammen.

In den vergangenen Monaten wurden drei Personenwagen und ein Buffetwagen erneut umfangreich aufgearbeitet.

Dabei ging es nicht nur um die äußere Erscheinung. Damit die Fahrzeuge weiterhin Fahrgäste befördern dürfen, mussten sie auch die erforderlichen technischen Untersuchungen durchlaufen.

Solche Arbeiten sind bei historischen Eisenbahnwagen besonders aufwendig.

Viele Bauteile sind längst nicht mehr im Handel erhältlich. Häufig müssen beschädigte Teile einzeln nachgefertigt werden.

Dazu kommen die Anforderungen an Bremsanlagen, Radsätze und andere sicherheitsrelevante Komponenten.

Umso bemerkenswerter ist es, dass die ehrenamtlichen Eisenbahnfreunde den Wagenzug rechtzeitig zum Jubiläum wieder einsatzbereit machen konnten.

Bei der Fahrt können Besucher also einen Eindruck davon gewinnen, wie das Reisen auf einer Nebenbahn vor mehr als 100 Jahren ausgesehen hat.

Die Wacholderbar: Ein Buffetwagen aus dem Jahr 1904

Eine Besonderheit des historischen Museumszuges ist der Buffetwagen.

Er stammt aus dem Jahr 1904 und wird vom Verein als „Wacholderbar“ betrieben.

Während der Fahrt gibt es dort Getränke, kleine Speisen sowie Kaffee und Kuchen.

Gerade bei einer gemütlichen Fahrt über die Schwäbische Alb passt das gut zum historischen Ambiente.

Die alten Personenwagen besitzen teilweise noch offene Plattformen und ihre typische Inneneinrichtung.

Wer in einem solchen Zug mitfährt, erlebt die Strecke ganz anders als in einem modernen Regionaltriebwagen.

Das Geräusch der Dampflokomotive, die langsame Fahrt durch die Landschaft und die historischen Wagen vermitteln einen Eindruck davon, wie Eisenbahnfahren früher ausgesehen haben könnte.

Von Engstingen über Trochtelfingen nach Gammertingen

Die Jubiläumsstrecke verläuft durch eine abwechslungsreiche Landschaft auf der Schwäbischen Alb.

Von Engstingen aus führt die Bahn zunächst durch die typische Albhochfläche mit ihren Feldern, Wiesen und kleineren Waldgebieten.

Unterwegs werden die Haltepunkte Haidkapelle und ALB-GOLD passiert.

Anschließend erreicht die Strecke Trochtelfingen.

Der Ort besitzt einen historischen Bahnhof und gehört zu den interessantesten Stationen auf der ehemaligen Landesbahn.

Weiter führt die Strecke über Mägerkingen nach Gammertingen.

Gerade dieser Abschnitt zeigt, wie wichtig die Eisenbahn früher für kleinere Orte war.

Viele dieser Gemeinden erhielten durch die Strecke erstmals eine leistungsfähige Verkehrsanbindung.

Heute ist die Bahn neben ihrer Funktion im regionalen Verkehr auch ein interessantes Ziel für Eisenbahnfreunde.

Wo kann man die T3 Nr. 930 fotografieren?

Für Eisenbahnfotografen dürfte die Jubiläumsfahrt besonders interessant werden.

Die historische Dampflok mit ihren alten Personenwagen passt gut in die Landschaft der Schwäbischen Alb.

Einige Abschnitte bieten schöne Möglichkeiten, den Zug mit Feldern, Wiesen und herbstlichen Bäumen aufzunehmen.

Bahnhof Engstingen

Engstingen ist ein wichtiger Ausgangspunkt der Jubiläumsfahrten.

Hier lässt sich der Museumszug vor der Abfahrt beobachten. Möglicherweise sind auch betriebliche Bewegungen der Lokomotive zu sehen.

Gerade für Detailaufnahmen der T3 ist der Bahnhof ein interessanter Anlaufpunkt.

Haidkapelle und ALB-GOLD

Der Streckenabschnitt zwischen Engstingen und Trochtelfingen verläuft durch eine weitgehend offene Landschaft.

Dort gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Zug aus größerer Entfernung zu fotografieren.

Besonders interessant sind die Steigungsabschnitte, auf denen die kleine Dampflok mit ihrem historischen Wagenzug arbeiten muss.

Trochtelfingen und Mägerkingen

Auch rund um Trochtelfingen und Mägerkingen lassen sich interessante Eisenbahnmotive finden.

Die historischen Bahnhöfe und die Landschaft bieten einen passenden Hintergrund für den Museumszug.

Wer gezielt fotografieren möchte, sollte sich vorher mit den örtlichen Gegebenheiten beschäftigen und ausschließlich öffentlich zugängliche Standorte nutzen.

Die genannten Fotobereiche sind allgemeine Hinweise. Einen konkreten Standort mit freier Sicht und passendem Sonnenstand sollte man vor Ort prüfen.

Weitere Eisenbahnziele und Fotostellen in Baden-Württemberg findest du auf unserer Eisenbahn-Erlebniskarte.

Auch die berühmte Zahnradlok 97 501 gehört zur Geschichte der Alb-Bahn

Wenn es um historische Dampflokomotiven auf der Schwäbischen Alb geht, darf auch die württembergische Zahnradlok 97 501 nicht fehlen.

Sie wurde früher auf der Zahnradbahn zwischen Honau und Lichtenstein eingesetzt und gehört zu den außergewöhnlichsten erhaltenen Dampflokomotiven Baden-Württembergs.

Bei besonderen Veranstaltungen waren die T3 Nr. 930 und die 97 501 bereits gemeinsam zu erleben.

So wurden beide Lokomotiven im Oktober 2023 bei einer Jubiläumsveranstaltung sogar vor demselben Zug eingesetzt.

Auf die 97 501 hatten wir uns übrigens auch bei unserem Besuch der Rottweiler Dampftage 2026 gefreut.

Leider konnte die Lok wegen eines Defekts damals nicht teilnehmen.

Unsere Eindrücke vom Besuch mit den Dampflokomotiven 01 180, 01 519 und 64 289 findest du hier:

Unser Besuch bei den 17. Rottweiler Dampftagen 2026

Gerade die Erhaltung solcher außergewöhnlichen Fahrzeuge zeigt, wie viel Arbeit die Eisenbahnvereine in Baden-Württemberg leisten.

Fahrkarten für die Jubiläumsfahrten

Für die Sonderzüge am 8. November 2026 gelten besondere Fahrpreise.

Normale Nahverkehrstickets können für die historischen Dampfzüge nicht verwendet werden.

Der Verein bietet Fahrkarten für einzelne Strecken sowie Hin- und Rückfahrten an.

Für die komplette Rückfahrt zwischen Engstingen und Gammertingen gelten beispielsweise folgende Preise:

FahrkartePreis
Erwachsene, Hin- und Rückfahrt30 Euro
Kinder von 4 bis 14 Jahren14 Euro
Familienkarte70 Euro

Die Familienkarte gilt für zwei Erwachsene und bis zu drei Kinder im Alter zwischen vier und 14 Jahren.

Für Gruppen ab zehn Personen werden bei vorheriger Reservierung ermäßigte Fahrkarten angeboten.

Der Vorverkauf läuft bereits.

Da die Plätze in den historischen Wagen begrenzt sind, empfiehlt sich eine frühzeitige Buchung.

Weitere Informationen und Fahrkarten gibt es unter www.sab-verein.de.

Mit dem Dampfzug in die Geschichte der Schwäbischen Alb eintauchen

Die Bahnstrecke Engstingen–Gammertingen gehört seit 125 Jahren zur Eisenbahngeschichte Baden-Württembergs.

Was 1901 als wichtige Verbindung zwischen Württemberg und Hohenzollern begann, ist heute noch immer Teil des regionalen Schienennetzes.

Dass zum Jubiläum ausgerechnet ein historischer Zug aus der Anfangszeit der Strecke zurückkehrt, macht die Veranstaltung besonders.

Die 1905 gebaute T3 Nr. 930 und die frisch restaurierten Wagen passen hervorragend zum Anlass.

Für die ehrenamtlichen Mitglieder des Vereins Schwäbische Alb-Bahn ist die Rückkehr des kompletten Museumszuges sicherlich ebenfalls ein besonderer Erfolg.

Schließlich stecken in den historischen Fahrzeugen viele Monate Arbeit.

Am Sonntag, 8. November 2026, können Eisenbahnfreunde nun selbst erleben, wie sich eine Fahrt auf der Schwäbischen Alb vor mehr als 100 Jahren angefühlt haben könnte.

Stand: 2. November 2026. Fahrzeiten und Fahrzeugeinsätze können sich aus betrieblichen Gründen ändern.

Bildnachweis

  • Foto: twue70 / LandApp Baden-Württemberg / Wikimedia Commons, CC0 1.0

Quellen und weitere Informationen

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