Zuletzt aktualisiert am 22.09.2026
Der Schwarzwaldbahn-Erlebnispfad bei Triberg verbindet eine abwechslungsreiche Wanderung mit einem der spannendsten Abschnitte der badischen Schwarzwaldbahn. Immer wieder führt der Weg dicht an die Bahnstrecke heran oder eröffnet Ausblicke auf Gleise, Tunnel und die großen Schleifen, mit denen die Strecke den Höhenunterschied im Schwarzwald überwindet.
Für Eisenbahnfreunde ist die Wanderung besonders interessant, weil hier nicht nur historische Tafeln am Weg stehen. Die Schwarzwaldbahn ist weiterhin eine stark befahrene Hauptstrecke. Mit etwas Geduld lassen sich deshalb unterwegs auch Regionalzüge, Fernverkehr und gelegentlich Güterzüge beobachten.
Eine Gebirgsbahn ohne Zahnrad
Die Schwarzwaldbahn verbindet Offenburg mit Singen am Hohentwiel. Besonders bekannt ist der Abschnitt zwischen Hornberg, Triberg und St. Georgen.
Für den Bau musste Ingenieur Robert Gerwig eine schwierige Aufgabe lösen. Zwischen dem Rheintal und der Schwarzwaldhöhe liegt ein großer Höhenunterschied, gleichzeitig sollte die Strecke mit normalen Eisenbahnfahrzeugen ohne Zahnradbetrieb befahrbar bleiben.
Die Lösung waren große Schleifen, Kehrbögen und zahlreiche Tunnel.
Die Schwarzwaldbahn wurde 1873 vollendet. Insgesamt überwindet sie rund 670 Höhenmeter bei einer maximalen Steigung von 20 Promille. Auf der Gesamtstrecke befinden sich 37 Tunnel.
Gerade rund um Triberg lässt sich diese ungewöhnliche Streckenführung besonders gut erkennen.
Start am Bahnhof Triberg
Start und Ziel der Rundwanderung ist der Bahnhof Triberg.
Schon hier gibt es für Eisenbahnfreunde etwas zu sehen. Vor dem Bahnhof steht die historische Dampflok 50 245 als Denkmal.
Der Bahnhof eignet sich außerdem sehr gut für die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Dadurch kann die Wanderung problemlos mit einer Fahrt über die Schwarzwaldbahn verbunden werden.
Am Bahnhof beginnt die Beschilderung des Erlebnispfads.
Zwei Touren sind möglich
Der Schwarzwaldbahn-Erlebnispfad besteht aus zwei Rundtouren. Beide starten und enden am Bahnhof Triberg und können auch miteinander verbunden werden.
Die kürzere beziehungsweise obere Rundwanderung ist etwa 6,5 Kilometer lang. Für sie sollte man rund zwei bis zweieinhalb Stunden einplanen.
Wer beide Teile des Erlebnispfads miteinander verbindet, kommt auf ungefähr 12,5 Kilometer und sollte mindestens vier Stunden einplanen.
Die Wege sind teilweise steil. Gerade auf feuchten Waldwegen sind feste Schuhe sinnvoll.
16 Stationen zur Schwarzwaldbahn
Entlang des gesamten Erlebnispfads gibt es 16 Stationen.
Dabei geht es um den Bau der Strecke, Tunnelbau, Sicherungstechnik, Bahnbetrieb und das Leben der Menschen entlang der Schwarzwaldbahn.
Teilweise wurden originale Eisenbahnteile in die Stationen integriert. Alte Schienen, Schwellen und andere Bauteile machen die technischen Erklärungen anschaulicher.
Dadurch funktioniert der Weg auch dann gut, wenn gerade kein Zug vorbeikommt.
Der Dreibahnenblick
Einer der wichtigsten Punkte für Eisenbahnfreunde ist der Dreibahnenblick.
Von diesem Aussichtspunkt sieht man die Schwarzwaldbahn an mehreren Stellen übereinander am Hang. Was auf den ersten Blick wie verschiedene Bahnstrecken aussieht, gehört tatsächlich zur gleichen Strecke.
Ein Zug kann deshalb nach einigen Minuten erneut auftauchen, obwohl er vorher bereits an einer anderen Stelle vorbeigefahren ist.
Genau hier wird deutlich, wie geschickt Robert Gerwig die Bahn durch den Schwarzwald geführt hat.
Für Fotos lohnt es sich, etwas Zeit mitzubringen und auf einen Zug zu warten.
Ein guter Platz für Eisenbahnfotos
Der Dreibahnenblick gehört zu den bekanntesten Fotostellen an der Schwarzwaldbahn.
Besonders interessant sind längere Züge, weil sich die Wagen durch die Kurven gut erkennen lassen. Regionalzüge sind regelmäßig unterwegs, gelegentlich kommen auch Güterzüge vorbei.
Mit einem Teleobjektiv lassen sich die Züge gut in die Landschaft integrieren.
Da sich der Sonnenstand und die Vegetation im Laufe des Jahres stark verändern, sieht derselbe Fotopunkt im Frühjahr, Sommer und Herbst jeweils anders aus.
Tunnel direkt am Wanderweg
An mehreren Stellen führt der Weg dicht an die Tunnel der Schwarzwaldbahn heran.
Besonders interessant ist der Bereich am Gremmelsbacher Tunnel. Hier lässt sich gut erkennen, wie die Bahn in den felsigen Schwarzwald gebaut wurde.
Die Tunnelportale gehören zu den klassischen Motiven der Strecke. Mit etwas Planung kann man einen Zug bei der Einfahrt oder beim Verlassen eines Tunnels fotografieren.
Dabei sollte selbstverständlich immer ausreichend Abstand zur Bahnstrecke gehalten werden. Gleise und Bahnanlagen dürfen nicht betreten werden.
Vierbahnenblick und weitere Aussichtspunkte
Neben dem bekannten Dreibahnenblick gibt es weitere Stellen, von denen sich der Verlauf der Bahn erkennen lässt.
Der sogenannte Vierbahnenblick zeigt besonders gut, wie mehrfach die Strecke am Hang entlanggeführt werden musste, um Höhe zu gewinnen.
Ohne Karte oder Erklärung ist kaum zu erkennen, dass all diese Gleisabschnitte zur selben Eisenbahnstrecke gehören.
Genau solche Stellen machen den Erlebnispfad auch für Besucher interessant, die sich bisher wenig mit Streckenbau beschäftigt haben.
Weltgrößte Kuckucksuhr am Weg
Die obere Runde führt auch in Richtung Schonachbach.
Dort befindet sich die bekannte große Kuckucksuhr im Eble Uhren-Park. Sie liegt praktisch direkt an der Wanderroute und bietet sich für eine kurze Pause an.
Der Eisenbahnbezug steht hier natürlich nicht im Mittelpunkt. Als typisches Schwarzwaldmotiv passt die Uhr aber gut zu einer Wanderung durch die Region.
Fotografieren auf dem Erlebnispfad
Wer gezielt Eisenbahnfotos machen möchte, sollte deutlich mehr Zeit einplanen als die reine Wanderzeit.
Gute Motive bieten unter anderem:
- Dreibahnenblick mit vorbeifahrendem Zug
- Vierbahnenblick
- Tunnelportale
- Bahnstrecke im Wald
- Züge in den großen Kurven
- historische Eisenbahntechnik an den Erlebnisstationen
- Dampflok 50 245 am Bahnhof Triberg
- Bahnhof Triberg
- alte Stützmauern und Bahnbauwerke
Gerade am Dreibahnenblick lohnt es sich, auf mehrere Züge zu warten.
Welche Fotoausrüstung lohnt sich?
Für Landschaftsaufnahmen reicht ein normales Standardobjektiv.
Wer Züge vom Dreibahnenblick fotografieren möchte, ist mit einem Teleobjektiv deutlich flexibler. Je nach gewünschtem Bildausschnitt sind Brennweiten von etwa 100 bis 300 Millimetern praktisch.
Ein leichtes Stativ ist für die Wanderung nicht unbedingt notwendig. Bei schlechterem Licht im Wald kann es trotzdem hilfreich sein.
Beste Jahreszeit
Der Weg kann grundsätzlich einen großen Teil des Jahres begangen werden.
Besonders schön ist der Herbst, wenn sich der Schwarzwald verfärbt und die Züge zwischen den bunten Bäumen auftauchen.
Im Frühjahr sind viele Aussichtspunkte ebenfalls interessant, weil die Vegetation noch nicht so dicht ist.
Im Sommer kann dichter Bewuchs einzelne Sichtachsen einschränken.
Nach starkem Regen oder bei Schnee können einige Waldwege rutschig sein.
Kosten und Öffnungszeiten
Der Schwarzwaldbahn-Erlebnispfad ist frei zugänglich und kostet keinen Eintritt.
Es gibt keine festen Öffnungszeiten. Die Wanderung kann grundsätzlich jederzeit unternommen werden, sofern Wetter und Wegezustand dies zulassen.
Für Eisenbahnfotos ist ein Besuch tagsüber natürlich sinnvoller.
Anreise
Startpunkt:
Bahnhof Triberg
Bahnhofstraße 1
78098 Triberg im Schwarzwald
Die Anreise mit dem Zug bietet sich besonders an. Triberg liegt direkt an der Schwarzwaldbahn und wird regelmäßig von Regionalzügen angefahren.
Am Bahnhof stehen auch Parkplätze zur Verfügung.
Wer beide Rundwege miteinander kombiniert, sollte für Wanderung, Fotostopps und die Stationen lieber einen halben Tag einplanen. Gerade Eisenbahnfreunde bleiben am Dreibahnenblick meist länger stehen als ursprünglich vorgesehen.
Fotonachweis
Güterzug am oberen Dreibahnenblick des Schwarzwaldbahn-Erlebnispfads. Foto: Gerd Eichmann / Wikimedia Commons / CC BY 4.0
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