Zuletzt aktualisiert am 21.09.2026
In Winnenden befindet sich eine der größten öffentlich zugänglichen Vereins-Modellbahnanlagen im Raum Stuttgart. Die Private Modellbahnervereinigung Winnenden e.V., kurz PMW, betreibt auf fast 400 Quadratmetern eine riesige H0-Anlage mit mehreren Bahnhöfen, Schattenbahnhöfen, Bahnbetriebswerken, Schmalspurstrecken und einem außergewöhnlich dichten Zugbetrieb. Im Mittelpunkt steht nicht ein einzelnes landschaftliches Vorbild. Die PMW zeigt vielmehr eine große zusammenhängende Modellbahnwelt, in der lange Züge aus unterschiedlichen Eisenbahnepochen verkehren. Während der öffentlichen Vorführungen sind meist 50 bis 60 Züge gleichzeitig unterwegs.Fast 400 Quadratmeter H0-Modellbahn
Die Dimensionen der Anlage sind außergewöhnlich. Auf fast 400 Quadratmetern entstanden sieben große normalspurige Bahnhöfe, die durch eine rund 600 Meter lange Hauptstrecke miteinander verbunden sind. Dazu kommen zahlreiche Nebenstrecken, Schattenbahnhöfe, Schmalspur- und Zahnradbahnen sowie umfangreiche Abstellanlagen. Insgesamt liegen mehrere Kilometer Modellbahngleis in den Ausstellungsräumen. Die Strecken verlaufen teilweise auf zahlreichen Ebenen übereinander. Züge verschwinden in Tunneln und Schattenbahnhöfen und tauchen an völlig anderen Stellen der Anlage wieder auf.Mehr als 300 Züge und rund 1.000 Lokomotiven
Auch der Fahrzeugbestand ist ungewöhnlich groß. Nach Angaben der PMW stehen rund 1.000 Lokomotiven und mehr als 300 komplette Zuggarnituren zur Verfügung. Bei einem normalen Vorführbetrieb verkehren meist 50 bis 60 Züge gleichzeitig. Dadurch gibt es praktisch ständig irgendwo Bewegung zu entdecken. Gezeigt werden Züge aus unterschiedlichen Eisenbahnepochen. Neben kurzen Nebenbahnzügen sind auch lange Güter- und Schnellzüge unterwegs. Die längsten Garnituren erreichen fast acht Meter.Sieben große Bahnhöfe
Die große Anlage gliedert sich in mehrere Bereiche mit eigenen Bahnhöfen. Jeder Bereich besitzt einen etwas anderen Charakter und teilweise eine eigene Steuerungstechnik.- Alfingen
- Arnheim
- Holgersdorf
- Mayerhofen
- Peterhausen
- Siegburg
- Wilhelmsburg
Bahnhof Wilhelmsburg mit 16 Durchgangsgleisen
Einer der beeindruckendsten Bereiche ist Wilhelmsburg. Der große Hauptbahnhof besitzt 16 Durchgangsgleise. Daneben liegt ein umfangreiches Bahnbetriebswerk mit drei Drehscheiben. Die PMW bezeichnet es als vermutlich größtes bewegliches H0-Bahnbetriebswerk dieser Art. Unter dem Bahnhof befinden sich gleich sechs Schattenbahnhöfe. Dadurch können zahlreiche Zuggarnituren unsichtbar abgestellt und später wieder in den sichtbaren Betrieb geschickt werden.Rummelplatz, Autokino und fahrende Autos
Auch abseits der Gleise gibt es in Wilhelmsburg einiges zu entdecken. Zur Anlage gehören ein Rummelplatz und ein Autokino. Auf den Straßen sind außerdem selbstfahrende Fahrzeuge unterwegs. Dafür kommt unter anderem das Viessmann-CarMotion-System zum Einsatz.Bahnhof Alfingen für kleine Besucher
Alfingen liegt besonders niedrig und wurde dadurch zu einem guten Beobachtungspunkt für Kinder. Auch kleinere Besucher können hier direkt auf die Gleise und Züge schauen. Ein Teil der Funktionen lässt sich von Besuchern selbst auslösen. Per Tastendruck können beispielsweise eine Personalfahrt zum Bahnbetriebswerk und Fahrten auf der Hafenbahn gestartet werden. Ein beleuchteter Schattenbahnhof liegt hinter Glas und ermöglicht einen Blick auf die sonst meist unsichtbaren Abstellgleise.Kopfbahnhof Holgersdorf
Holgersdorf unterscheidet sich deutlich von den großen Durchgangsbahnhöfen. Hier endet die Strecke in einem Kopfbahnhof. Lokomotiven müssen umgesetzt oder gewechselt werden, bevor ein Zug den Bahnhof wieder verlassen kann. Außerdem beginnen hier eine Zahnradbahn und eine S-Bahn-Verbindung nach Alfingen.Schmalspurbahnen und Rhätische Bahn
Die PMW beschränkt sich nicht auf normalspurige H0-Züge. Mehrere Schmalspurbahnen ergänzen den Fahrbetrieb. Am Bahnhof Peterhausen beginnt beispielsweise eine Strecke nach dem Vorbild der Rhätischen Bahn. Allein im darunterliegenden Schattenbahnhof können bis zu 20 Schmalspurzüge abgestellt werden. Bei Mayerhofen fährt außerdem eine Schmalspurbahn mit württembergischem Vorbild. Hinzu kommt eine kleine Parkbahn, die Besucher selbst starten können.Zahnradbahn zum Monte Bädde
Auch eine Zahnradbahn gehört zur Anlage. Sie verbindet unterschiedliche Höhenbereiche und führt unter anderem in Richtung des Modellbergs „Monte Bädde“. Damit zeigt die PMW neben klassischem Hauptbahnverkehr auch technische Besonderheiten, die auf normalen H0-Anlagen eher selten zu finden sind.Analog und digital auf einer Anlage
Technisch ist die Modellbahn ebenfalls ungewöhnlich. Die Hauptstrecke wird weiterhin überwiegend mit dem klassischen Dreileiter-Wechselstromsystem analog betrieben. Andere Anlagenteile fahren digital. Zusätzlich gibt es Abschnitte mit Zweileiter-Gleichstrom. Damit treffen auf derselben großen Schauanlage unterschiedliche Generationen der Modellbahntechnik aufeinander. Auch bei der Steuerung kommen verschiedene Systeme zum Einsatz. Einige Bahnhöfe werden über Computer gesteuert, andere über klassische Drucktastenstellwerke und moderne Mikrocontrollertechnik.Züge fahren sogar durch die Toilette
Zu den kuriosesten Besonderheiten der PMW gehört die Streckenführung durch Bereiche, in denen man normalerweise keine Modellbahn erwartet. Ein Teil der Strecke führt tatsächlich durch die Toilette. An anderen Stellen verschwinden Züge im Fußboden oder fahren auf zahlreichen Ebenen übereinander durch den Raum. Gerade diese ungewöhnliche Nutzung des vorhandenen Raums trägt dazu bei, dass die Anlage trotz ihrer bereits enormen Fläche noch wesentlich größer wirkt.Winnender Torturm im Modell
Trotz der überwiegend frei gestalteten Modellbahnwelt gibt es auch Motive aus der Region. Dazu gehört ein Nachbau des bekannten Winnender Torturms. Zusammen mit zahlreichen Eigenbau-Brücken, Gebäuden und Landschaftsdetails unterscheidet sich die Anlage dadurch deutlich von einer reinen Fertigmodell-Schauanlage.Die Anfänge reichen bis 1964 zurück
Die Geschichte der PMW begann zur Weihnachtszeit 1964. Einige Winnender Modellbahner bauten gemeinsam in einer Schreinerei eine größere H0-Anlage auf. Bereits damals entstand das Grundprinzip, mehrere größere Bahnhöfe über eine gemeinsame Hauptstrecke miteinander zu verbinden. Die Anlage wurde zunächst immer wieder auf- und abgebaut. Bereits 1967 erschien ein Bericht über die Winnender Modellbahn im Märklin-Magazin.Mehrere Umzüge und immer größere Anlagen
Im Laufe der Jahrzehnte musste die Modellbahn mehrfach umziehen. Jeder Standortwechsel wurde genutzt, um das Konzept weiterzuentwickeln und die Anlage größer aufzubauen. Am heutigen Standort in der Daimlerstraße steht die Anlage dauerhaft zur Verfügung. Dadurch kann das ganze Jahr über gebaut, repariert und erweitert werden.60 Jahre PMW im Jahr 2024
2024 feierte die Private Modellbahnervereinigung ihr 60-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum fand eine große Ausstellung statt, bei der auch Gastvereine ihre Anlagen präsentierten. Seit 2024 gehört die PMW außerdem dem Bundesverband Deutscher Eisenbahn-Freunde e.V. an.Öffnungszeiten 2026 und 2027
Die große Hauptsaison liegt traditionell im Winter. Von Ende November bis Ende Januar öffnet die PMW an vielen Sonn- und Feiertagen von 10 bis 16 Uhr. Der nächste angekündigte Sonderöffnungstag ist am 24. Oktober 2026 von 13 bis 16 Uhr. Für die Wintersaison 2026/2027 sind anschließend folgende Öffnungstage angekündigt:- 22. und 29. November 2026
- 6., 13., 20., 26. und 27. Dezember 2026
- 1., 3., 6., 10., 17., 24. und 31. Januar 2027
Eintrittspreise
- Erwachsene: 6 Euro
- Kinder von 6 bis 14 Jahren: 1,50 Euro
- Kinder bis 5 Jahre: frei
- Familienkarte für zwei Eltern und bis zu vier Kinder: 13 Euro
Barrierearme Ausstellung
Die Ausstellungsräume sind barrierearm gestaltet und können auch von mobilitätseingeschränkten Besuchern und Rollstuhlfahrern genutzt werden. Einige Anlagenbereiche liegen bewusst vergleichsweise niedrig. Dadurch können auch Kinder die Züge gut beobachten.Adresse und Anreise
Private Modellbahnervereinigung Winnenden e.V. Daimlerstraße 12 71364 Winnenden Winnenden liegt nordöstlich von Stuttgart und ist mit der S-Bahn erreichbar. Vom Bahnhof ist die Ausstellung auch zu Fuß erreichbar. Für Besucher mit dem Auto stehen im Umfeld der Daimlerstraße Parkmöglichkeiten zur Verfügung.Lohnt sich ein Besuch?
Die PMW Winnenden ist vor allem für Besucher interessant, die viel Zugbetrieb sehen möchten. Bis zu 60 gleichzeitig fahrende Züge, fast acht Meter lange Garnituren und die ungewöhnlich verschachtelte Streckenführung unterscheiden die Anlage deutlich von vielen klassischen Vereinsanlagen. Auch technisch gibt es viel zu entdecken. Analoge und digitale Steuerung, Drei- und Zweileiterbetrieb, Schmalspur, Zahnradbahn und selbstfahrende Straßenfahrzeuge existieren nebeneinander. Für Familien eignet sich die Anlage ebenfalls gut. Die niedrigen Anlagenbereiche, interaktiven Funktionen und der ständig wechselnde Zugbetrieb sorgen dafür, dass auch jüngere Besucher schnell etwas entdecken können.
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