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Abschied vom Intercity 1: Museums-103 fährt als IC Diplomat nach Wiesbaden

Heute, am 10. Oktober 2026, verabschiedet sich die Deutsche Bahn mit einer großen Sonderfahrt von den klassischen Intercity-1-Zügen. Ein besonderer Teilnehmer ist der historische Museums-InterCity des DB Museums Koblenz. Gezogen von einer Elektrolokomotive der legendären Baureihe 103 fährt er als IC 1979 „Diplomat“ von Hamburg-Altona nach Wiesbaden.

Unterwegs stehen mehrere bekannte Eisenbahnknoten auf dem Fahrplan, darunter Hannover, Göttingen und Mannheim. Dort ist sogar eine gemeinsame Parallelausfahrt mit weiteren Abschiedszügen vorgesehen.

Für Eisenbahnfreunde ist dieser Samstag ein besonderer Tag. Schließlich endet damit ein Kapitel deutscher Eisenbahngeschichte, das 1971 mit der Einführung des Intercity-Verkehrs begann.

Mit der Baureihe 103 von Hamburg nach Wiesbaden

Der Museumszug startete laut Fahrplan bereits um 4:10 Uhr in Hamburg-Altona. Von dort führt die Strecke über Bremen, Hannover, Göttingen, Bebra und Fulda weiter nach Süddeutschland.

Über Aschaffenburg und Darmstadt erreicht der Zug schließlich Mannheim. Die Ankunft in Wiesbaden ist für 14:21 Uhr vorgesehen.

An der Spitze fährt eine Elektrolokomotive der Baureihe 103. Kaum eine andere deutsche Lokomotive ist so eng mit dem klassischen Intercity verbunden wie diese sechsachsige Schnellfahrlok.

Die Baureihe 103 wurde für Geschwindigkeiten bis 200 km/h gebaut und übernahm über Jahrzehnte die wichtigsten Fernverkehrszüge der Deutschen Bundesbahn.

Mit ihrer markanten Front, der rot-beigen Lackierung und den großen Lüftergittern wurde sie zum Erkennungszeichen des schnellen Bahnverkehrs.

Noch heute gehört sie zu den bekanntesten deutschen Elektrolokomotiven.

Historische Intercity-Wagen mit Speisewagen

Passend zur Lok setzt das DB Museum historische Intercity-Reisezugwagen ein.

Mitgeführt werden Wagen der ersten und zweiten Klasse sowie ein klassischer Speisewagen. Damit erinnert die Zugzusammenstellung an die Zeit, als Intercity-Züge noch aus lokbespannten Wagen bestanden und Reisende zwischen einzelnen Abteilen, Großraumwagen und dem Bordrestaurant wählen konnten.

Gerade der Speisewagen gehörte früher für viele Reisende zu einer längeren Intercity-Fahrt dazu.

Während draußen Landschaften und Bahnhöfe vorbeizogen, konnte man im Zug an einem gedeckten Tisch sitzen und eine Mahlzeit genießen.

Die historischen Wagen stammen aus der Sammlung des DB Museums Koblenz. Das Museum in Koblenz-Lützel bewahrt zahlreiche Fahrzeuge aus der Zeit der Deutschen Bundesbahn.

Mehr über das Museum und weitere historische Eisenbahnziele am Mittelrhein findest du in unserer Übersicht der Eisenbahnmuseen in Rheinland-Pfalz.

Parallelausfahrt in Mannheim als besonderer Höhepunkt

Ein interessanter Moment der Abschiedsfahrt ist für Mannheim angekündigt.

Hier soll der Museums-InterCity auf weitere Sonderzüge treffen, die ebenfalls im Rahmen der IC-1-Abschiedstournee unterwegs sind.

Geplant ist eine gemeinsame Parallelausfahrt. Dabei verlassen mehrere Züge möglichst gleichzeitig auf nebeneinanderliegenden Gleisen den Bahnhof.

Solche Fahrten sind im heutigen Eisenbahnbetrieb selten. Für Fotografen und Eisenbahnfreunde könnten dabei besondere Aufnahmen entstehen.

Die geplante Abfahrt des IC 1979 in Mannheim liegt bei 13:18 Uhr.

Ob die Parallelausfahrt genau wie angekündigt stattfinden kann, hängt allerdings vom tatsächlichen Betriebsablauf ab. Verspätungen oder Änderungen bei der Streckenbelegung können das Programm beeinflussen.

Der Fahrplan des IC 1979 „Diplomat“

Für den historischen Museums-InterCity hat das DB Museum folgende Zeiten veröffentlicht:

BahnhofGeplante Zeit
Hamburg-Altona04:10 Uhr
Hamburg Hbf04:21 Uhr
Bremen Hbf05:24 Uhr
Wunstorf06:33 Uhr
Hannover Hbf06:57 Uhr
Göttingen Hbf08:03 Uhr
Bebra09:13 Uhr
Fulda09:53 Uhr
Aschaffenburg Hbf11:17 Uhr
Darmstadt Hbf12:17 Uhr
Mannheim Hbf13:18 Uhr
Wiesbaden Hbf14:21 Uhr

Die Zeiten stammen aus dem vorläufigen Fahrplan des Veranstalters. Kurzfristige Änderungen sind möglich.

Gerade für Eisenbahnfotografen ist es deshalb wichtig, sich nicht ausschließlich auf diese Angaben zu verlassen.

Wie der Intercity 1971 begann

Mit dem heutigen Abschied endet ein wichtiges Kapitel der deutschen Eisenbahngeschichte.

Am 26. September 1971 führte die Deutsche Bundesbahn ihr neues Intercity-System ein.

Damals richtete sich das Angebot zunächst vor allem an Geschäftsreisende und andere Fahrgäste, die besonders schnell und komfortabel zwischen den großen Städten reisen wollten.

Die neuen Intercity-Züge boten ausschließlich Wagen der ersten Klasse.

Das Netz bestand anfangs aus vier Linien. Sie verbanden wichtige Wirtschaftszentren und Großstädte miteinander.

Ein wesentliches Merkmal war der regelmäßige Taktverkehr. Die Intercity-Züge sollten alle zwei Stunden auf ihren Linien verkehren und an wichtigen Knoten gute Anschlüsse ermöglichen.

Damit entstand ein Fernverkehrsangebot, das sich deutlich von den bisherigen Schnellzugverbindungen unterschied.

Die Baureihe 103 spielte dabei eine wichtige Rolle. Sie war leistungsfähig genug, um schwere Reisezüge auch bei hohen Geschwindigkeiten zuverlässig zu befördern.

1979 wurde der Intercity zum Zug für alle

Eine der wichtigsten Veränderungen folgte 1979.

Unter dem bekannten Werbespruch „Jede Stunde, jede Klasse“ führte die Bundesbahn ein neues Intercity-Konzept ein.

Von nun an verkehrten die Züge auf den wichtigsten Linien im Stundentakt. Gleichzeitig wurde die zweite Wagenklasse eingeführt.

Damit wurde der Intercity für deutlich mehr Reisende interessant.

Aus dem ursprünglich hochwertigen Angebot für Fahrgäste der ersten Klasse entwickelte sich ein Fernverkehrssystem für breite Bevölkerungsschichten.

Die Züge erhielten nun größere Wagenparks mit erster und zweiter Klasse.

Auch die Zuglängen nahmen zu. Nicht selten waren die Intercity-Züge mit zehn oder mehr Wagen unterwegs.

Gerade die Baureihe 103 konnte hier ihre Stärken ausspielen. Mit ihrer hohen Leistung war sie für die schweren und schnellen Züge gut geeignet.

Der heutige Museumszug trägt deshalb die Zugnummer IC 1979 und den Namen „Diplomat“. Er erinnert an die große Umstellung des Intercity-Verkehrs im Jahr 1979.

Warum die Baureihe 103 so berühmt wurde

Die Baureihe 103 entstand in einer Zeit, als die Bundesbahn mit dem schnellen elektrischen Fernverkehr neue Maßstäbe setzen wollte.

Nach vier Vorserienlokomotiven begann 1970 die Lieferung der Serienmaschinen.

Insgesamt entstanden 145 Serienlokomotiven.

Die Fahrzeuge besaßen sechs angetriebene Achsen und eine hohe Anfahr- und Dauerleistung.

Mit ihren bis zu 200 km/h waren sie lange Zeit die schnellsten regelmäßig eingesetzten Lokomotiven der Deutschen Bundesbahn.

Besonders bekannt wurden die Maschinen durch ihren Einsatz vor Intercity- und TEE-Zügen.

Die klassische rot-beige Lackierung passte hervorragend zu den hochwertigen Reisezugwagen der damaligen Zeit.

Auch technisch waren die Lokomotiven bemerkenswert. Die hohe Leistung ermöglichte es, lange Reisezüge schnell zu beschleunigen und die Fahrzeiten zwischen den großen Städten zu verkürzen.

Mit der Einführung der ICE-Züge und späteren Neubau-Elektrolokomotiven verloren die 103er allerdings schrittweise ihre ursprünglichen Aufgaben.

Einige Maschinen blieben für Sonderfahrten und museale Zwecke erhalten.

Wer sich für weitere bekannte Lokomotiven dieser Zeit interessiert, findet auf Gleismomente unseren Artikel über die wichtigsten Bundesbahn-Loks für die Modelleisenbahn.

Warum der klassische Intercity 1 verschwindet

Der Intercity 1 gehörte über Jahrzehnte zum Fernverkehrsbild der Deutschen Bahn.

Typisch war die klassische Zusammenstellung aus einer Lokomotive und mehreren Reisezugwagen.

Je nach Einsatzstrecke kamen unterschiedliche Elektrolokomotiven zum Einsatz. Besonders verbreitet waren später die Baureihen 101 und 120.

Mit der Modernisierung des Fernverkehrs änderte sich jedoch das Fahrzeugkonzept.

Neue Triebzüge und Doppelstock-Intercitys übernahmen zunehmend Leistungen, die früher mit klassischen Reisezugwagen gefahren wurden.

Auch der Wartungsaufwand für die älteren Wagen spielte eine Rolle.

Für Fahrgäste bedeutete die Umstellung neue Fahrzeuge mit anderer Innenraumgestaltung und modernerer Ausstattung.

Für Eisenbahnfreunde verschwindet damit allerdings eine Zugform, die über viele Jahrzehnte zum Alltag gehörte.

Gerade die langen Intercity-Garnituren mit einer Lokomotive an der Spitze prägten das Erscheinungsbild großer Bahnhöfe in Deutschland.

Der heutige Abschied betrifft die klassischen Intercity-1-Wagengarnituren im regulären Fernverkehr. Historische Wagen und einzelne Lokomotiven bleiben weiterhin bei Eisenbahnmuseen und Sonderzugveranstaltern erhalten.

Das DB Museum Koblenz erhält Eisenbahngeschichte

Dass heute noch ein vollständiger historischer Intercity auf großer Fahrt unterwegs sein kann, ist dem Engagement von Eisenbahnmuseen und den Menschen hinter solchen Fahrzeugen zu verdanken.

Das DB Museum Koblenz befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Güterwagen-Ausbesserungswerks in Koblenz-Lützel.

Dort stehen zahlreiche historische Lokomotiven und Reisezugwagen aus unterschiedlichen Epochen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Geschichte der Deutschen Bundesbahn.

Neben den erhaltenen Schnellzuglokomotiven gehören auch mehrere bekannte Altbau-Elektrolokomotiven zur Sammlung.

Ein Beispiel ist die E41 001. Über die Geschichte dieser Lokomotive haben wir bereits ausführlich berichtet:

70 Jahre E41 001: Geschichte des legendären Knallfroschs

Weitere Informationen zum Museum und zu sehenswerten Eisenbahnzielen entlang des Rheins findest du auf unserer Eisenbahn-Erlebniskarte.

Die Baureihe 103 bleibt auch nach dem Abschied unterwegs

Der Abschied vom klassischen Intercity bedeutet nicht, dass die Baureihe 103 vollständig von den Gleisen verschwindet.

Erhaltene Lokomotiven kommen weiterhin bei besonderen Veranstaltungen und historischen Sonderfahrten zum Einsatz.

Bereits für den 18. Oktober 2026 ist beispielsweise eine weitere Fahrt mit einem Museums-Intercity angekündigt.

Dabei soll eine Lokomotive der Baureihe 103 einen Sonderzug von Frankfurt über die Geislinger Steige bis nach Lindau am Bodensee befördern.

Gerade die Geislinger Steige ist für eine historische Schnellzuglokomotive eine interessante Strecke.

Die bekannte Steigungsstrecke zwischen Geislingen und Amstetten gehört zu den traditionsreichsten Eisenbahnabschnitten Süddeutschlands.

Für Eisenbahnfotografen ergeben sich dort besondere Möglichkeiten, die historischen Fahrzeuge auf freier Strecke zu beobachten.

Ein Abschied von einer ganzen Eisenbahnepoche

Mit der großen Abschiedsfahrt am 10. Oktober 2026 geht eine lange Geschichte zu Ende.

Seit 1971 stand der Intercity für schnelle Verbindungen zwischen deutschen Großstädten. Mit der Einführung der zweiten Klasse und des Stundentakts im Jahr 1979 entwickelte sich daraus eines der wichtigsten Angebote der Deutschen Bundesbahn.

Die Baureihe 103 war lange das bekannteste Gesicht dieses Verkehrs.

Dass heute noch einmal ein vollständiger Museums-InterCity von Hamburg bis Wiesbaden fährt, erinnert an eine Zeit, in der lange Reisezugwagen-Garnituren den Fernverkehr bestimmten.

Wer die Fahrzeuge weiterhin erleben möchte, hat auch nach der Abschiedsfahrt Gelegenheit dazu. Das DB Museum Koblenz und andere Eisenbahnmuseen sorgen dafür, dass ein Teil dieser Geschichte erhalten bleibt.

Quellen und weitere Informationen

DB Museum Koblenz: Abschiedsfahrt Intercity 1 am 10. Oktober 2026

Nostalgiezugreisen: IC-1-Abschiedsfahrt 2026

Gleismomente: Eisenbahnmuseen in Rheinland-Pfalz

Stand: 10. Oktober 2026. Die veröffentlichten Fahrzeiten sind Planangaben. Änderungen beim Fahrzeugeinsatz und im Betriebsablauf sind möglich.

Bildnachweis

  • Baureihe 103 mit IC 720 bei Trechtingshausen, 1988. Foto: Joachim Seyferth / Wikimedia Commons, CC BY 4.0

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