Mit dem Zug von Garmisch-Partenkirchen bis auf mehr als 2.500 Meter Höhe: Die Bayerische Zugspitzbahn gehört zu den außergewöhnlichsten Eisenbahnstrecken Deutschlands. Auf rund 19 Kilometern führt sie vom Tal über Grainau und den Eibsee bis zum Zugspitzplatt unterhalb des höchsten deutschen Berges.
Dabei verändert die Bahn unterwegs sogar ihre Betriebsart. Zwischen Garmisch-Partenkirchen und Grainau fährt sie zunächst wie eine normale Eisenbahn allein durch die Haftung zwischen Rad und Schiene. Ab Grainau greift zusätzlich ein Zahnrad in die Zahnstange zwischen den Gleisen. Erst dadurch lassen sich die starken Steigungen hinauf ins Hochgebirge bewältigen.
Bildplatzhalter: Bayerische Zugspitzbahn vor dem Wettersteingebirge. Bildunterschrift: Die Bayerische Zugspitzbahn fährt von Garmisch-Partenkirchen über Grainau und Eibsee bis auf das Zugspitzplatt.
Mit der Zahnradbahn auf die Zugspitze
Ausgangspunkt ist der Zugspitzbahnhof in Garmisch-Partenkirchen. Von hier fährt die Bahn zunächst über Hausberg, Kreuzeck und Hammersbach nach Grainau.
Dieser erste Abschnitt wirkt noch vergleichsweise unspektakulär. Die Züge fahren auf einer normalen Reibungsstrecke durch das Tal. Spätestens in Grainau ändert sich jedoch der Charakter der Bahn.
Ab hier beginnt die eigentliche Zahnradstrecke. Zwischen den beiden normalen Schienen liegt nun zusätzlich die Zahnstange. Das Zahnrad unter dem Fahrzeug greift hinein und ermöglicht damit eine sichere Fahrt auf Steigungen, die für eine normale Eisenbahn deutlich zu groß wären.
Bis zu 25 Prozent Steigung
Auf dem Zahnradabschnitt erreicht die Strecke Steigungen von bis zu 250 Promille beziehungsweise 25 Prozent. Damit gehört die Bayerische Zugspitzbahn technisch zu den interessantesten Bahnstrecken Deutschlands.
Je weiter der Zug an Höhe gewinnt, desto stärker verändert sich die Landschaft. Wälder und Wiesen weichen zunehmend dem felsigen Hochgebirge. Besonders schön ist der Abschnitt rund um den Eibsee mit Blick auf das Wettersteinmassiv.
Vom Eibsee hinein in den Berg
Hinter dem Eibsee beginnt der spektakulärste Abschnitt der Fahrt. Die Strecke steigt weiter an und erreicht schließlich den Bereich Riffelriss. Kurz darauf verschwindet der Zug im Zugspitztunnel.
Beim Bau der Bahn musste eine mehr als vier Kilometer lange Tunnelstrecke durch das Bergmassiv geschaffen werden. Die Arbeiten Ende der 1920er-Jahre waren unter den damaligen Bedingungen eine enorme technische Herausforderung.
Heute endet die Zahnradbahn im Gletscherbahnhof Zugspitzplatt auf 2.588 Metern. Von dort führt die Gletscherbahn weiter hinauf zum Zugspitzgipfel.
Bildplatzhalter: Zugspitzbahn auf der Zahnradstrecke bei Eibsee oder Riffelriss. Bildunterschrift: Ab Grainau nutzt die Zugspitzbahn eine Zahnstange für die steilen Abschnitte der Bergstrecke.
Seit 1930 auf die Zugspitze
Pläne für eine Bahn auf die Zugspitze gab es bereits Ende des 19. Jahrhunderts. Wirklich konkret wurde das Projekt aber erst in den 1920er-Jahren.
1928 begannen die Bauarbeiten. Bis zu 2.500 Arbeiter waren zeitweise an dem schwierigen Projekt beteiligt. Neben der offenen Bergstrecke musste vor allem der lange Tunnel durch den Fels gebaut werden.
Der erste Abschnitt zwischen Grainau und Eibsee ging bereits 1929 in Betrieb. Noch im selben Jahr folgte die Verbindung von Garmisch-Partenkirchen nach Grainau. Am 8. Juli 1930 konnte schließlich die gesamte Strecke bis zum damaligen Bahnhof am Schneefernerhaus eröffnet werden.
Die Bahn war von Anfang an elektrisch betrieben und als Meterspurbahn ausgeführt. Ursprünglich waren auf der Tal- und Zahnradstrecke unterschiedliche Lokomotiven unterwegs. In Grainau mussten die Züge deshalb entsprechend behandelt und teilweise geteilt werden.
Historische Lokomotiven der Zugspitzbahn
Die ersten Fahrzeuge der Zugspitzbahn sahen deutlich anders aus als die heutigen Triebwagen. Auf der Talstrecke kamen eigene Elektrolokomotiven zum Einsatz, während spezielle Zahnradlokomotiven die Wagen auf den Bergabschnitt übernahmen.
Zwei dieser historischen Fahrzeuge sind heute erhalten. Die Tallokomotive Nr. 3 und die Zahnradlokomotive Nr. 11 aus dem Jahr 1929 befinden sich beim Verkehrszentrum des Deutschen Museums in München.
Interessant ist, wie lange die Fahrzeuge im Einsatz blieben: Beide Lokomotiven wurden erst 2008 endgültig aus dem regulären Bestand der Bayerischen Zugspitzbahn verabschiedet.
Mit Zugspitzbahn und Seilbahn als Rundreise
Für einen Ausflug bietet sich besonders die Rundreise an. Dabei fährt man beispielsweise von Garmisch-Partenkirchen mit der Zahnradbahn hinauf zum Zugspitzplatt.
Vom Zugspitzplatt geht es mit der Gletscherbahn zum Gipfel. Für die Rückfahrt kann anschließend die Seilbahn Zugspitze zum Eibsee genutzt werden. Von dort bringt die Zahnradbahn die Besucher wieder zurück nach Garmisch-Partenkirchen.
So erlebt man innerhalb eines Tages drei völlig unterschiedliche Bergbahnen. Für die komplette Runde sollte man inklusive Aufenthalt mindestens drei bis vier Stunden einplanen. Wer den Gipfel und das Zugspitzplatt in Ruhe anschauen möchte, sollte eher mehr Zeit mitbringen.
Zwischenhalte in Grainau und am Eibsee
Man muss die Strecke nicht unbedingt komplett ab Garmisch-Partenkirchen fahren. Zustiegsmöglichkeiten gibt es unter anderem in Grainau und am Eibsee.
Gerade für Eisenbahnfreunde ist Grainau interessant. Hier beginnt der Zahnradabschnitt und damit der technisch spannendste Teil der Strecke.
Am Eibsee besteht außerdem die Möglichkeit, direkt zur Seilbahn Zugspitze zu wechseln. Wer nur möglichst schnell auf den Gipfel möchte, kann deshalb auch hier starten.
Fahrt mit Kindern
Auch mit Kindern ist eine Fahrt mit der Zugspitzbahn ein besonderes Erlebnis. Schon während der Fahrt gibt es viel zu sehen, und spätestens der lange Tunnel macht deutlich, dass dies keine gewöhnliche Regionalbahn ist.
Oben sollte man jedoch bedenken, dass sich das Wetter auf fast 3.000 Metern Höhe schnell ändern kann. Auch im Sommer können die Temperaturen deutlich unter denen im Tal liegen. Warme Kleidung gehört deshalb ins Gepäck.
Fahrpreise 2026
Das reguläre Zugspitze-Ticket umfasst eine Berg- und eine Talfahrt. Dabei können Zahnradbahn, Gletscherbahn und Seilbahn Zugspitze auch für die Rundreise miteinander kombiniert werden.
- Zugspitze-Ticket Erwachsene: 78 Euro
- Jugendliche 16 bis 18 Jahre: 62,50 Euro
- Kinder 6 bis 15 Jahre: 39 Euro
- Kind im Familientarif: 12,50 Euro
- Einfache Fahrt Erwachsene: 46 Euro
- Kinder unter 6 Jahren: in Begleitung eines Elternteils oder Erziehungsberechtigten kostenlos
Die Preise können sich ändern. Vor der Fahrt empfiehlt sich deshalb ein Blick auf die aktuelle Tarifübersicht der Bayerischen Zugspitzbahn.
Fahrplan der Bayerischen Zugspitzbahn
Die Zahnradbahn fährt ganzjährig, allerdings gibt es im Frühjahr und Herbst Revisionszeiten. Während dieser Wartungsarbeiten können einzelne Anlagen oder die komplette Verbindung zeitweise geschlossen sein.
Die Fahrt vom Zugspitzbahnhof Garmisch-Partenkirchen bis zum Zugspitzplatt dauert ungefähr 75 Minuten. Ab Eibsee sind es noch rund 40 Minuten.
Wer eine Rundreise plant, sollte deshalb vorab den aktuellen Fahrplan prüfen und möglichst früh starten.
Adresse und Anreise
- Startpunkt: Zugspitzbahnhof Garmisch-Partenkirchen
- Adresse: Olympiastraße 31, 82467 Garmisch-Partenkirchen
- Bundesland: Bayern
- Strecke: Garmisch-Partenkirchen – Grainau – Eibsee – Zugspitzplatt
- Streckenlänge: rund 19 Kilometer
- Spurweite: 1.000 Millimeter
- Maximale Steigung Zahnradstrecke: 250 Promille
- Eröffnung der Gesamtstrecke: 8. Juli 1930
- Fahrzeit Garmisch-Partenkirchen – Zugspitzplatt: etwa 75 Minuten
- Internetseite: zugspitze.de
Der Zugspitzbahnhof liegt direkt neben dem normalen Bahnhof von Garmisch-Partenkirchen. Dadurch ist die Anreise mit der Bahn besonders einfach. Für Autofahrer stehen außerdem Parkmöglichkeiten am Zugspitzbahnhof zur Verfügung.
Stand der Informationen: September 2026. Fahrpläne, Preise und Betriebszeiten können sich ändern. Besonders während der Revisionszeiten sollte vor der Anreise der aktuelle Betriebsstatus geprüft werden.
Eine der außergewöhnlichsten Bahnstrecken Deutschlands
Die Bayerische Zugspitzbahn ist viel mehr als nur ein Zubringer zu einer Sehenswürdigkeit. Der Wechsel von normaler Eisenbahn zur Zahnradstrecke, die starken Steigungen und der lange Tunnel machen bereits die Fahrt selbst interessant.
Besonders schön ist, dass sich Eisenbahntechnik und Berglandschaft auf dieser Strecke kaum voneinander trennen lassen. Innerhalb von gut einer Stunde führt die Reise aus dem Tal mitten hinein ins Hochgebirge.
Weitere Zahnradbahnen, historische Eisenbahnen und besondere Bahnstrecken findest du auf unserer Eisenbahn-Erlebniskarte.
Fotonachweis
- Bayerische Zugspitzbahn. Foto: Geoprofi Lars / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
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