Nur acht Minuten dauert die Fahrt, trotzdem ist die Drachenfelsbahn in Königswinter ein richtiges Eisenbahnerlebnis. Von der Talstation am Rand der Altstadt fährt die historische Zahnradbahn hinauf durch das Siebengebirge bis zum Drachenfelsplateau. Unterwegs geht es steil bergauf, vorbei an Schloss Drachenburg und mit immer neuen Ausblicken auf das Rheintal.
Die Bahn fährt bereits seit 1883 auf den Drachenfels und gilt heute als älteste noch betriebene Zahnradbahn Deutschlands. Wo früher Dampflokomotiven schwer am Berg arbeiteten, übernehmen inzwischen historische elektrische Triebwagen den täglichen Betrieb.
Bildplatzhalter: Grüner Triebwagen der Drachenfelsbahn auf der Bergstrecke.
Bildunterschrift: Die Drachenfelsbahn verbindet Königswinter mit dem Drachenfelsplateau im Siebengebirge.
Mit der Zahnradbahn auf den Drachenfels
Die Strecke beginnt an der Talstation in Königswinter auf rund 69 Metern Höhe. Von hier geht es auf nur 1.520 Metern Streckenlänge bis zur Bergstation auf 289 Metern hinauf. Damit überwindet die Bahn knapp 220 Höhenmeter. An der steilsten Stelle beträgt die Steigung 200 Promille beziehungsweise 20 Prozent. Eine normale Eisenbahn könnte eine solche Strecke kaum bewältigen. Deshalb liegt zwischen den beiden Fahrschienen zusätzlich eine Zahnstange. Das Zahnrad des Fahrzeugs greift darin ein und sorgt dafür, dass die Bahn auch auf den steilen Abschnitten sicher fahren und bremsen kann.Zahnradtechnik nach dem System Riggenbach
Die Drachenfelsbahn arbeitet mit dem System Riggenbach. Dabei besteht die Zahnstange vereinfacht aus zwei seitlichen Profilen, zwischen denen querliegende Stege angeordnet sind. In diese greift das Zahnrad des Fahrzeugs ein. Genau diese Technik wurde schon beim Bau der Strecke verwendet. Für Eisenbahnfreunde ist die Fahrt deshalb auch technisch interessant. An den Stationen und entlang der Strecke lässt sich die Zahnstange zwischen den Schienen gut erkennen.Seit 1883 unterwegs
Die Geschichte der Drachenfelsbahn reicht bis in die Anfangszeit der Bergbahnen zurück. Nachdem 1871 in der Schweiz die Rigi-Bahn eröffnet worden war, entstanden auch in Deutschland Pläne für Zahnradbahnen. Im November 1882 begannen die Bauarbeiten am Drachenfels. Bereits im Sommer des folgenden Jahres war die Strecke fertig. Nach ersten Probefahrten und Fahrten mit Ehrengästen begann am 17. Juli 1883 der planmäßige Betrieb zwischen Königswinter und dem Drachenfels. Schon im ersten Betriebsjahr wurde die neue Bahn gut angenommen. Allein in den ersten 127 Betriebstagen beförderte sie mehr als 62.000 Fahrgäste. Bildplatzhalter: Historische Aufnahme oder ehemaliger Dampfzug der Drachenfelsbahn. Bildunterschrift: In den ersten Jahrzehnten wurden die Züge der Drachenfelsbahn von Dampflokomotiven den Berg hinaufgeschoben.Von der Dampflok zum elektrischen Triebwagen
In den ersten Jahrzehnten gehörten Dampflokomotiven zum Bild der Drachenfelsbahn. Bei der Bergfahrt befand sich die Lok talwärts und schob die Personenwagen vor sich den Berg hinauf. 1953 begann die Elektrifizierung der Strecke. Zunächst entstand ein eigener elektrischer Triebwagen. Später folgten weitere Fahrzeuge der Waggonfabrik Rastatt mit elektrischer Ausrüstung von BBC. Heute stehen fünf elektrische Triebwagen zur Verfügung. Die ältesten stammen aus den 1950er-Jahren und prägen mit ihrer klassischen Form und der grünen Lackierung bis heute das Erscheinungsbild der Bahn. Mit maximal etwa 14 bis 18 km/h geht es gemächlich den Berg hinauf. Für die komplette Strecke benötigt die Drachenfelsbahn ungefähr acht Minuten.Zwischenstopp am Schloss Drachenburg
Auf halber Strecke liegt die Mittelstation. Sie befindet sich unmittelbar beim Schloss Drachenburg und bietet sich deshalb hervorragend für einen Zwischenstopp an. Das Ende des 19. Jahrhunderts errichtete Schloss gehört heute zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten im Siebengebirge. Wer genügend Zeit mitbringt, kann hier aussteigen, das Schloss besuchen und anschließend mit einer späteren Bahn weiter zum Drachenfels fahren.Oben auf dem Drachenfels
Von der Bergstation sind es nur noch wenige Schritte zum Drachenfelsplateau. Von hier reicht der Blick weit über den Rhein, Königswinter und bei gutem Wetter bis in Richtung Bonn und Köln. Wer noch etwas weiter laufen möchte, erreicht oberhalb des Plateaus die Ruine der Burg Drachenfels. Der Weg ist zwar kurz, steigt aber noch einmal deutlich an. Gerade die Kombination aus Zahnradbahn, Aussicht und Schloss macht den Drachenfels zu einem Ausflugsziel, bei dem man problemlos mehrere Stunden verbringen kann.Auch die Talstation lohnt einen Blick
Wer sich für Eisenbahntechnik interessiert, sollte nach der Fahrt nicht sofort weitergehen. In der modernisierten Talstation gibt es historische Bilder, Originalteile und Informationen aus mehr als 140 Jahren Bahngeschichte. Im Obergeschoss befindet sich außerdem eine Modellbahnanlage, auf der der Drachenfels, Schloss Drachenburg und Teile des Siebengebirges nachgebildet wurden.Drachenfelsbahn mit Kindern
Für einen Familienausflug eignet sich die Drachenfelsbahn sehr gut. Die Fahrt ist kurz genug, dass sie auch für kleinere Kinder interessant bleibt, gleichzeitig passiert auf dem Weg einiges. Ein Ausflug lässt sich außerdem mit Schloss Drachenburg, der Nibelungenhalle oder einem Spaziergang auf dem Drachenfels verbinden. Kinderwagen können unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls mitgenommen werden.Fahrplan der Drachenfelsbahn
Die Betriebszeiten ändern sich im Laufe des Jahres. Während der Hauptsaison fahren die Bahnen in der Regel im 30-Minuten-Takt. Bei großem Besucherandrang kann auf einen 15-Minuten-Takt verdichtet werden. Im Sommer 2026 fährt die Drachenfelsbahn täglich von 9:00 bis 19:00 Uhr. Im Herbst werden die Betriebszeiten schrittweise verkürzt. Ende November und im Dezember gibt es nur ausgewählte Adventsfahrten. Den aktuellen Fahrplan findest du auf der offiziellen Internetseite der Drachenfelsbahn.Eintritt und Fahrpreise
- Berg- und Talfahrt Erwachsene: 14 Euro
- Einfache Fahrt Erwachsene: 12 Euro
- Berg- und Talfahrt Kinder 4 bis 13 Jahre: 7 Euro
- Einfache Fahrt Kinder: 6 Euro
- Familienkarte Berg- und Talfahrt: 35 Euro
- Hunde: 2 Euro
Adresse und Anreise
- Talstation: Drachenfelsstraße 51, 53639 Königswinter
- Bundesland: Nordrhein-Westfalen
- Streckenlänge: 1.520 Meter
- Spurweite: 1.000 Millimeter
- Maximale Steigung: 200 Promille
- Höhenunterschied: rund 220 Meter
- Fahrzeit: etwa 8 Minuten
- Internetseite: www.drachenfelsbahn.de
Eine kurze Strecke mit viel Eisenbahngeschichte
1,5 Kilometer klingen zunächst nicht nach einer besonders großen Eisenbahnreise. Bei der Drachenfelsbahn steckt aber erstaunlich viel auf dieser kurzen Strecke. Zahnstangentechnik, historische Triebwagen, starke Steigungen und die Geschichte bis zurück ins Jahr 1883 machen die Fahrt auch für Eisenbahnfreunde interessant. Zusammen mit Schloss Drachenburg und dem Blick vom Drachenfels lässt sich daraus außerdem ein schöner Tagesausflug machen. Weitere historische Bahnen, Eisenbahnmuseen und besondere Ausflugsziele findest du auf unserer Eisenbahn-Erlebniskarte.Bildnachweis
- Drachenfelsbahn bei Schloss Drachenburg. Foto: Kreuzschnabel / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.
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