Zuletzt aktualisiert am 22.09.2026
Das Frankfurter Feldbahnmuseum zeigt, wie vielseitig kleine Schmalspurbahnen früher eingesetzt wurden. Feldbahnen transportierten Baumaterial, Kohle, Torf, Holz oder landwirtschaftliche Erzeugnisse und waren in vielen Industriebetrieben über Jahrzehnte unverzichtbar.
Im Frankfurter Rebstockgelände ist daraus eine ungewöhnlich große Sammlung entstanden. Mehr als 100 Lokomotiven und rund 200 Wagen gehören heute zum Bestand. Viele Fahrzeuge sind betriebsfähig und verlassen die Museumshallen regelmäßig für Fahrten durch den Rebstockpark.
An den großen Fahrtagen ist meistens auch mindestens eine Dampflok im Einsatz.
Eine Sammlung mit mehr als 50 Jahren Geschichte
Die Geschichte des heutigen Museums begann in den 1970er-Jahren. Eisenbahnfreunde aus dem Rhein-Main-Gebiet hatten eine als Denkmal aufgestellte Feldbahndampflok erworben und wollten sie wieder fahrfähig machen.
1975 entstand daraus der Verein der Frankfurter Schmalspurfreunde. Die erste Fahrzeugsammlung war zunächst in Mainflingen untergebracht.
Schon wenige Jahre später musste der Standort wegen des fortschreitenden Kiesabbaus aufgegeben werden. Die Fahrzeuge zogen anschließend auf das Gelände des ehemaligen DB-Ausbesserungswerks in Frankfurt-Nied.
Auch dort war die Zukunft nicht dauerhaft gesichert. Mitte der 1980er-Jahre fand der Verein schließlich mit Unterstützung der Stadt Frankfurt seinen heutigen Standort am Rebstockpark.
1986 konnte die erste Museumshalle bezogen werden. Im Sommer 1987 öffnete das Frankfurter Feldbahnmuseum erstmals an diesem Standort für Besucher.
Über 100 Lokomotiven
Die Fahrzeugsammlung deckt fast alle typischen Antriebsarten der Feldbahn ab.
Zum Bestand gehören mehr als 20 Dampflokomotiven und rund 40 Diesellokomotiven. Daneben gibt es Benzin- und Benzollokomotiven, Akku- und Elektroloks sowie eine Druckluftlokomotive.
Schienenfahrräder, eine Handhebeldraisine und verschiedene Sonderfahrzeuge ergänzen die Sammlung.
Viele Lokomotiven stammen aus echten Industriebetrieben. Andere waren früher auf Gruben-, Wald-, Torf- oder militärischen Feldbahnen unterwegs.
Dadurch sieht man in Frankfurt Fahrzeuge, die für völlig unterschiedliche Aufgaben gebaut wurden.
Dampflokomotiven von klein bis erstaunlich groß
Ein Schwerpunkt der Sammlung liegt auf den Dampflokomotiven.
Vertreten sind Fahrzeuge bekannter Hersteller wie Orenstein & Koppel, Henschel, Jung, Borsig und weiteren deutschen und internationalen Lokomotivfabriken.
Einige Maschinen sind mehr als 100 Jahre alt und trotzdem wieder betriebsfähig.
Zu den interessanten Fahrzeugen gehört beispielsweise Lok 4 von Orenstein & Koppel. Die 1906 gebaute Dampflok wurde in den vergangenen Jahren umfangreich aufgearbeitet und konnte anschließend wieder in Betrieb genommen werden.
Auch größere Heeresfeldbahn- und Industrielokomotiven gehören zur Sammlung.
Dieselloks und kleine Spezialfahrzeuge
Feldbahnen wurden im Laufe des 20. Jahrhunderts zunehmend mit Verbrennungsmotoren betrieben. Entsprechend groß ist auch die Dieselloksammlung in Frankfurt.
Vertreten sind Fahrzeuge verschiedener Hersteller und Leistungsklassen. Manche Loks sind kaum größer als ein kleines Auto, andere konnten schwere Lorenzüge in Steinbrüchen oder Industriebetrieben bewegen.
Besonders ungewöhnlich sind die sogenannten Schienenkulis. Diese sehr kleinen Fahrzeuge dienten in Betrieben zum Verschieben weniger Wagen oder für leichte Transporte.
Auch Schienenfahrräder und eine Handhebeldraisine können im Museum entdeckt werden.
Rund 200 Wagen
Zu einer Feldbahn gehören nicht nur Lokomotiven.
Das Museum besitzt rund 200 Wagen verschiedener Bauarten. Dazu zählen klassische Kipploren, Personenwagen, Güterwagen und Fahrzeuge für besondere Transportaufgaben.
Bei Veranstaltungen stellt der Verein immer wieder typische Zuggarnituren zusammen.
So können unter anderem Grubenzüge, Torfbahnen, Waldbahnzüge, Kipplorenzüge, Heeresfeldbahnzüge und Kleinbahnzüge gezeigt werden.
Dadurch lässt sich besser erkennen, wie Feldbahnen tatsächlich eingesetzt wurden.
Historische Technik in Aktion
Ein großer Vorteil des Frankfurter Feldbahnmuseums ist, dass viele Exponate noch funktionieren.
Neben den Lokomotiven werden bei besonderen Veranstaltungen beispielsweise historische Bagger, ein Eimerkettenbagger oder andere Geräte vorgeführt.
Gerade der Eimerkettenbagger zeigt sehr anschaulich, wie Material früher gewonnen und anschließend auf Feldbahnwagen verladen wurde.
Werkstätten und Restaurierungsprojekte gehören ebenfalls zum Museum. Fahrzeuge werden hier zerlegt, repariert und teilweise über Jahre wieder in einen betriebsfähigen Zustand versetzt.
Mit der Feldbahn durch den Rebstockpark
An den Fahrtagen können Besucher selbst mitfahren.
Die Museumszüge verlassen das Gelände am Römerhof und fahren auf der 600-Millimeter-Strecke durch den Rebstockpark.
Die ersten Abschnitte dieser Museumsstrecke entstanden Ende der 1980er-Jahre. In den folgenden Jahren wurde sie mehrfach erweitert.
Unterwegs liegen mehrere Betriebsstellen und Bahnhöfe wie Kaiserdamm, Alter Flugplatz und Rebstöcker Wald.
Welche Lokomotive vor dem Zug eingesetzt wird, hängt vom jeweiligen Veranstaltungstag ab. Gerade deshalb kann sich ein erneuter Besuch lohnen.
Fahrtage 2026
Das Frankfurter Feldbahnmuseum besitzt keinen täglichen Museumsbetrieb. Über das Jahr verteilt gibt es mehrere öffentliche Besuchs- und Fahrtage.
Für 2026 stehen aktuell noch folgende Veranstaltungen an:
13. September 2026
Tage der Industriekultur Rhein-Main
Führungen durch Ausstellung, Depot und Werkstätten
Kein Fahrbetrieb
20. September 2026
Tag der Schiene
11:00 bis 17:00 Uhr
Museumsöffnung und Fahrbetrieb
1. November 2026
Lampion-Fahrtag
6. Dezember 2026
Nikolaus-Fahrtag
Zusätzlich gibt es einzelne Öffnungstage ohne Fahrbetrieb und Führungen nach vorheriger Vereinbarung.
Vor der Anreise sollte deshalb immer der aktuelle Veranstaltungskalender des Museums geprüft werden.
Eintritt und Fahrkarten
An regulären Fahrtagen kostet der Eintritt derzeit:
- Erwachsene ab 14 Jahren: 10 Euro
- Kinder von 4 bis 14 Jahren: 5 Euro
- Familien: 20 Euro
Die Eintrittskarte gilt gleichzeitig als Fahrkarte.
Damit können die Museumszüge am jeweiligen Fahrtag beliebig oft genutzt werden. Eine Reservierung ist normalerweise nicht erforderlich.
Führungen
Wer sich genauer für die Technik und Geschichte interessiert, kann an Führungen teilnehmen.
Dabei geht es um den Einsatz von Feldbahnen im Bergbau, in der Industrie, im Bauwesen, in der Landwirtschaft und beim Militär.
Zu besonderen Terminen werden auch Bereiche geöffnet, die an normalen Fahrtagen nicht frei zugänglich sind. Dazu gehören Teile des Depots und der Werkstätten.
Auch für Familien interessant
Das Museum ist nicht nur für eingefleischte Eisenbahnfreunde interessant.
Die Mitfahrt durch den Rebstockpark macht den Besuch auch mit Kindern abwechslungsreich. Dazu kommen die vielen kleinen Lokomotiven und technischen Vorführungen.
Bei größeren Veranstaltungen gibt es häufig Verpflegung und zusätzliche Ausstellungen.
Wer alle Hallen anschauen, einige Fahrzeuge genauer betrachten und mehrfach mitfahren möchte, sollte mindestens zwei bis drei Stunden einplanen.
Adresse und Anreise
Frankfurter Feldbahnmuseum e.V.
Am Römerhof 15f
60486 Frankfurt am Main
Direkt am Museum stehen derzeit nur sehr wenige beziehungsweise zeitweise keine öffentlichen Parkplätze zur Verfügung.
Der Verein empfiehlt deshalb die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder die Nutzung öffentlicher Parkplätze im Bereich des Rebstockparks.
Die Buslinien 50 und 89 halten an der Haltestelle Gymnasium Römerhof (Feldbahnmuseum) fast direkt am Museum.
Bei Fahrtagen kann man teilweise auch im Rebstockpark in einen Museumszug einsteigen und von dort zum Museum fahren.
Das Frankfurter Feldbahnmuseum lohnt sich besonders dann, wenn Fahrbetrieb angekündigt ist. Erst wenn Dampflok, Diesellok und historische Wagen tatsächlich über die schmalen Gleise fahren, bekommt man einen guten Eindruck davon, warum Feldbahnen früher in so vielen Betrieben eingesetzt wurden.
Fotonachweis
Fahrbetrieb im Frankfurter Feldbahnmuseum. Foto: NearEMPTiness / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
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