Zuletzt aktualisiert am 22.09.2026
Das Hannoversche Straßenbahn-Museum in Sehnde-Wehmingen gehört zu den großen Straßenbahnsammlungen in Deutschland. Auf dem weitläufigen Gelände stehen mehr als 100 historische Fahrzeuge aus zahlreichen deutschen und europäischen Städten.
Viele Straßenbahnen sind betriebsfähig. Ein Museumsbesuch beschränkt sich deshalb nicht auf einen Rundgang durch die Hallen. Historische Wagen fahren regelmäßig über den Rundkurs und die Außenstrecke des Museums.
Straßenbahnen aus ganz Deutschland
Die Sammlung zeigt die Entwicklung der Straßenbahn über viele Jahrzehnte. Zu sehen sind klassische Zweiachser, Großraumwagen, Gelenkwagen, Arbeitsfahrzeuge und modernere Stadtbahnwagen.
Viele Fahrzeuge stammen aus deutschen Städten. Dazu kommen Straßenbahnen aus dem europäischen Ausland, unter anderem aus Amsterdam und Budapest.
Ein Schwerpunkt liegt auf Fahrzeugen aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. West- und ostdeutsche Straßenbahntypen stehen dabei teilweise direkt nebeneinander.
Auch Arbeitsfahrzeuge gehören zur Sammlung. Schleifwagen, Lokomotiven und Güterwagen zeigen, dass Straßenbahnbetriebe weit mehr Fahrzeuge benötigten als die Wagen, die im normalen Linienverkehr unterwegs waren.
Vom Kalibergwerk zum Straßenbahnmuseum
Auch das Museumsgelände selbst hat eine interessante Geschichte. Ab 1897 entstand hier das Kalibergwerk Hohenfels. Der Förderschacht erreichte eine Tiefe von rund 600 Metern, 1902 begann die Förderung.
Das Salz wurde vor Ort verarbeitet und über einen etwa sechs Kilometer langen Eisenbahnanschluss abtransportiert.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde ein Teil der Anlage als Munitionsfabrik genutzt. Nach dem Krieg diente das Gelände zeitweise der britischen Armee und später der Bundeswehr.
Die ersten Straßenbahnen kamen 1973 nach Wehmingen. Ab 1974 wurde das ehemalige Bergwerksgelände dauerhaft für die Straßenbahnsammlung genutzt.
Von der früheren Bergwerksanlage sind bis heute unter anderem das Kesselhaus, der Lokschuppen, die Salzmühle und das Fördermaschinenhaus erhalten.
Eine Sammlung mit bewegter Geschichte
Die Ursprünge der Fahrzeugsammlung reichen bis 1971 zurück. Damals wurden die ersten historischen Straßenbahnwagen auf einem ehemaligen Betriebshof in Rethen abgestellt.
In den folgenden Jahren wuchs die Sammlung sehr schnell. Mitte der 1980er-Jahre standen in Wehmingen mehr als 330 Straßenbahnen aus über 60 Verkehrsbetrieben. Dazu kamen Busse und weitere Fahrzeuge.
Diese enorme Sammlung konnte auf Dauer nicht finanziert und gepflegt werden. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten wurde der Bestand neu geordnet.
Heute konzentriert sich das Hannoversche Straßenbahn-Museum auf ausgewählte Fahrzeuge mit besonderer historischer Bedeutung. Etwa 100 Wagen konnten inzwischen geschützt in Hallen untergebracht werden. Fahrzeuge werden laufend aufgearbeitet und teilweise wieder fahrfähig gemacht.
Mit historischen Straßenbahnen fahren
Einer der größten Unterschiede zu vielen anderen Verkehrsmuseen ist der regelmäßige Fahrbetrieb.
Im Eintrittspreis ist bereits eine Fahrt mit einer historischen Straßenbahn enthalten. Gefahren wird auf dem Museumsrundkurs oder auf der Außenstrecke. Beide Strecken sind jeweils ungefähr 2,4 Kilometer lang.
Welche Fahrzeuge eingesetzt werden, hängt vom jeweiligen Betriebstag und der Verfügbarkeit der Wagen ab. Dadurch kann sich ein erneuter Besuch durchaus lohnen.
Selbst eine Straßenbahn fahren
An ausgewählten Tagen kann man im Hannoverschen Straßenbahn-Museum sogar selbst an den Fahrschalter.
Nach einer Einweisung geht es unter Aufsicht eines Fahrlehrers über das Museumsnetz. Für diese Fahrten werden beispielsweise ein Düsseldorfer Triebwagen, ein Berliner Tatra KT4D oder ein hannoverscher TW 6000 eingesetzt.
Eine einzelne Runde dauert mit Einweisung ungefähr 20 Minuten. Daneben werden Termine angeboten, an denen mehrere Runden und damit etwa eine Stunde Fahrzeit möglich sind.
Die Selbstfahrten kosten extra und müssen je nach Termin vorab gebucht werden.
Modellstraßenbahnen und Technikwelten
Auch Modellbahnfreunde finden im Museum etwas. Regelmäßig wird eine H0-Modellstraßenbahnanlage vorgeführt. Zusätzlich gibt es eine große Modellstraßenbahnanlage im Maßstab 1:22,5.
Im südlichen Teil des Geländes befinden sich außerdem die sogenannten Technikwelten. Dort sind weitere technische Sammlungen untergebracht.
Dazu gehören unter anderem ein Busmuseum mit historischen Linienbussen, ein Fernmeldemuseum sowie das Norddeutsche Museum für HiFi- und Studiotechnik.
Nicht alle Bereiche der Technikwelten sind an jedem normalen Museumssonntag geöffnet. Wer sich dafür interessiert, sollte vorher die jeweiligen Termine prüfen.
Öffnungszeiten 2026
Das Hannoversche Straßenbahn-Museum ist in der Saison 2026 vom 5. April bis 25. Oktober geöffnet.
Sonntag: 11:00 bis 17:00 Uhr
Zusätzlich finden besondere Öffnungstage und Veranstaltungen statt.
Am 31. Oktober 2026 ist das Museum beispielsweise noch einmal von 14:00 bis 20:00 Uhr geöffnet.
Da es regelmäßig Sonderveranstaltungen, Modellstraßenbahntage und besondere Fahrzeugeinsätze gibt, lohnt sich vor der Anreise ein Blick in den aktuellen Veranstaltungskalender.
Eintrittspreise 2026
Der reguläre Eintritt kostet:
- Erwachsene: 8,00 Euro
- Ermäßigt: 7,00 Euro
- Kinder von 6 bis 15 Jahren: 4,50 Euro
- Familienkarte für Eltern mit eigenen Kindern: 21,00 Euro
- HannoverCard: 6,50 Euro
Im Eintritt ist eine Fahrt mit einer historischen Straßenbahn enthalten.
Weitere Fahrten kosten derzeit 1 Euro für Erwachsene und 50 Cent für Kinder.
Adresse und Anreise
Hannoversches Straßenbahn-Museum
Am Straßenbahnmuseum 2
31319 Sehnde-Wehmingen
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Museum aus Hannover unter anderem über die Stadtbahn und anschließend mit dem Bus erreichbar. Von der Bushaltestelle Wehmingen sind es etwa fünf bis zehn Minuten zu Fuß.
Für den Besuch sollte man ruhig mehrere Stunden einplanen. Die Kombination aus großen Fahrzeughallen, historischem Bergwerksgelände und echtem Straßenbahnbetrieb macht Wehmingen zu einem Ziel, bei dem es weit mehr zu sehen gibt als nur abgestellte Museumsfahrzeuge.
Fotonachweis
Tatra KT4D 6016 im Hannoverschen Straßenbahn-Museum. Foto: Mirkone / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0
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