Zuletzt aktualisiert am 22.09.2026
Mitten in der traditionsreichen Eisenbahnerstadt Treuchtlingen wartet eine der größeren öffentlich zugänglichen H0-Modellbahnanlagen Deutschlands. Im Miniaturland Treuchtlingen fahren auf rund 250 Quadratmetern bis zu 218 unterschiedliche Zuggarnituren durch eine weitläufige Fantasielandschaft im Maßstab 1:87. Dabei geht es nicht nur um die Eisenbahn. Zwischen Bahnhöfen und Gleisen befinden sich Städte, Dörfer, Berge, Steinbrüche, ein Kohlebergwerk, Bauernhöfe, Industrieanlagen, ein Rummelplatz und viele kleine Alltagsszenen. Zahlreiche bewegliche Elemente und Aktionsknöpfe sorgen dafür, dass es auch abseits der Schienen ständig etwas zu entdecken gibt.250 Quadratmeter Modellbahn in H0
Das Herzstück des Miniaturlands ist die große H0-Anlage im Maßstab 1:87. Die eigentliche Modellbahnfläche umfasst rund 250 Quadratmeter. Die Landschaft ist nicht als exakte Nachbildung einer bestimmten Eisenbahnstrecke angelegt. Stattdessen verbindet Betreiber Bernhard Fackler Motive aus dem Altmühltal und anderen Regionen Deutschlands mit frei gestalteten Modellbahnwelten. Dadurch können bekannte Gebäude, typische Landschaften und ganz unterschiedliche Zuggarnituren auf einer einzigen Anlage zusammenkommen.218 Zuggarnituren
Eine der beeindruckendsten Zahlen des Miniaturlands ist der Fahrzeugbestand. Insgesamt stehen 218 Zuggarnituren für den Fahrbetrieb zur Verfügung. Das Spektrum reicht von historischen Dampflokzügen über klassische Reise- und Güterzüge bis zum Orient-Express und modernen ICE. Natürlich sind nicht alle Züge gleichzeitig sichtbar. Ein großer Teil wartet in verdeckten Abstellbereichen auf seinen nächsten Einsatz.Bis zu 28 Züge gleichzeitig unterwegs
Der technische Aufwand hinter der Modellbahn ist beträchtlich. Nach dokumentierten Anlagendaten liegen insgesamt mehr als 2,5 Kilometer Modellbahngleis auf und unter der Landschaft. Bis zu 28 Züge können gleichzeitig auf der Anlage unterwegs sein. Rund 160 Weichen verteilen die Fahrzeuge auf die zahlreichen Strecken, Bahnhöfe und Abstellbereiche. Neun Schattenbahnhöfe sorgen dafür, dass die Züge für Besucher zeitweise verschwinden und später an anderer Stelle wieder auftauchen können.15 Kilometer Kabel unter der Anlage
Der größte Teil der Technik bleibt für Besucher unsichtbar. Unter der Landschaft verlaufen rund 15 Kilometer Kabel für Gleise, Weichen, Beleuchtung, Steuerungen und zahlreiche bewegliche Funktionen. Die Zugsteuerung erfolgt weitgehend computergestützt. Dadurch können auch auf der komplexen Streckenführung viele Züge gleichzeitig betrieben werden.Bis zu 1,20 Meter Höhenunterschied
Auch vertikal nutzt die Anlage ihren Platz intensiv. Zwischen den verschiedenen Streckenebenen liegen teilweise bis zu rund 1,20 Meter Höhenunterschied. Züge fahren dadurch durch Tunnel, verschwinden in Bergen und tauchen deutlich höher oder tiefer wieder auf. Gerade diese verschachtelte Streckenführung lässt die Modellbahn größer wirken, als es die reine Hallenfläche vermuten lässt.Berglandschaft mit Seilbahnen
Ein großer Teil der Anlage wird von einer ausgedehnten Berglandschaft geprägt. Zwischen Felsen, Wäldern und Bergdörfern verlaufen Eisenbahnstrecken auf mehreren Ebenen. Zusätzlich bewegen sich Seilbahnen über die Landschaft. Dadurch entsteht ein starker Kontrast zwischen Eisenbahn im Tal und der höher gelegenen Bergwelt.Steinbruch und Schotterwerk
Passend zur Landschaft des Altmühltals gibt es auch einen großen Steinbruch. Dort werden nicht nur Steine verladen und verarbeitet. Zwischen Baggern, Maschinen und Schotterwerk haben Modell-Archäologen sogar Dinosaurierfunde entdeckt. Solche kleinen Szenen sind typisch für das Miniaturland und erschließen sich oft erst beim zweiten Blick.Kohlebergwerk und Industrie
Auch Industrie spielt eine wichtige Rolle. Neben Steinbruch und Schotterwerk gibt es ein Kohlebergwerk, Gewerbebetriebe und weitere technische Anlagen. Dadurch können neben Reisezügen auch zahlreiche Güterzüge sinnvoll in die Modellbahnwelt eingebunden werden.Rummelplatz mit beweglichen Fahrgeschäften
Besonders bei Kindern dürfte der große Rummelplatz zu den auffälligsten Bereichen gehören. Zahlreiche Fahrgeschäfte bewegen sich tatsächlich. Viele Funktionen lassen sich über Taster auslösen. Besucher können dadurch selbst kleine Aktionen innerhalb der Modelllandschaft starten.Autos fahren selbstständig
Neben der Eisenbahn gibt es auch Straßenverkehr. Modellautos bewegen sich automatisch durch verschiedene Teile der Landschaft. Damit entsteht nicht der Eindruck einer statischen Miniaturwelt: Züge, Straßenfahrzeuge, Fahrgeschäfte und weitere bewegliche Elemente sorgen gleichzeitig für Bewegung.Vom Stuttgarter Fernsehturm bis zum Ulmer Münster
Obwohl die Landschaft frei gestaltet ist, lassen sich immer wieder reale Vorbilder entdecken. Zu den bekannten Motiven gehörten beziehungsweise gehören beispielsweise der Stuttgarter Fernsehturm, das Ulmer Münster, die Bamberger Feuerwache und Landschaftselemente, die an die Steinbrüche rund um Solnhofen erinnern. Dadurch wird die Anlage zu einer Mischung aus Fantasielandschaft und wiedererkennbaren Motiven aus Süddeutschland.Viele kleine Geschichten
Wer nur die fahrenden Züge verfolgt, übersieht einen großen Teil der Ausstellung. Über die gesamte Anlage verteilen sich kleine Alltagsszenen und humorvolle Details. Auf einem Friedhof findet beispielsweise eine Beerdigung statt, anderswo arbeiten Holzfäller oder Badegäste ziehen ihre Bahnen durch einen Pool. Auch Feuerwehreinsätze, Tiere und zahlreiche Figuren beleben die Landschaft.Die Modellbahn begann 2003
Bernhard Fackler arbeitet seit 2003 an seiner großen Miniaturwelt. Die Anlage entstand ursprünglich nicht am heutigen Standort in Treuchtlingen. Ihre erste Heimat befand sich im nahe gelegenen Pappenheim. Dort entwickelte sich die Modellbahn immer weiter, bis schließlich ein Umzug notwendig wurde.Umzug von Pappenheim nach Treuchtlingen
2008 zog die große Anlage von Pappenheim nach Treuchtlingen. Wegen ihrer Größe konnte sie nicht einfach am Stück transportiert werden. Die Modellbahn musste dafür in zahlreiche größere Segmente zerlegt werden. Anschließend wurden die Landschaftsteile in der neuen Halle wieder zusammengesetzt und an den veränderten Raum angepasst.2019 stand das Miniaturland vor dem Aus
2019 sah es zeitweise so aus, als müsste die Modellbahnausstellung vollständig schließen. Der Mietvertrag für die Halle sollte auslaufen und ein geeigneter Ersatzstandort war nicht gefunden. Die Anlage ist aufgrund ihrer Dimensionen nur schwer umzuziehen. Allein der damalige Aufbau erstreckte sich über ungefähr 34 Meter Länge und 14 Meter Breite. Nach Gesprächen mit Vermieter und Kommunalpolitik konnte der Betrieb zunächst verlängert werden. Das Miniaturland blieb schließlich erhalten und ist auch 2026 weiterhin geöffnet.Noch immer wird weitergebaut
Die Modellbahn ist trotz ihrer Größe kein abgeschlossenes Projekt. Neue Szenen entstehen, ältere Bereiche werden verändert und technische Funktionen erweitert. Der Betreiber beschreibt beispielsweise weitere Bereiche wie Hafen, Flugplatz, Tierpark, Stadtautobahn, Gewerbegebiet und Einkaufszentrum als Teile beziehungsweise Ausbauideen der großen Miniaturwelt.Zusätzliche Sammlungen
Neben der großen H0-Anlage gibt es weitere Sammlungen zu sehen. Dazu gehören eine Ausstellung historischer Märklin-Metallbaukästen, zahlreiche Modellautos und Vitrinen mit Eisenbahnfahrzeugen aus verschiedenen Ländern. Für Kinder stehen außerdem eigene Spielanlagen zur Verfügung. Damit richtet sich das Miniaturland ausdrücklich nicht nur an eingefleischte Modellbahner.Öffnungszeiten 2026
Das Miniaturland ist ganzjährig geöffnet.- Dienstag bis Sonntag: 13:00 bis 17:30 Uhr
- Feiertage: 13:00 bis 17:30 Uhr
- Montag: regulär geschlossen
Eintrittspreise 2026
- Erwachsene: 8,00 Euro
- Kinder bis 12 Jahre: 5,00 Euro
- Kinder bis 3 Jahre: frei
- Familie mit zwei Erwachsenen und einem Kind: 19,00 Euro
- jedes weitere Kind bei der Familienkarte: 3,00 Euro
- Gruppen ab 10 Personen: 6,00 Euro pro Person
Adresse
Miniaturland Treuchtlingen Elkan-Naumburg-Straße 35 91757 TreuchtlingenTreuchtlingen ist selbst eine Eisenbahnerstadt
Ein Besuch des Miniaturlands lässt sich gut mit dem Thema große Eisenbahn verbinden. Treuchtlingen entwickelte sich seit der Eröffnung seiner Eisenbahnverbindungen im 19. Jahrhundert zu einem bedeutenden Bahnknoten. Noch heute treffen hier mehrere wichtige Bahnstrecken zusammen. Wer mehr Zeit mitbringt, kann den Besuch deshalb mit dem Bahnhof, der Eisenbahnausstellung im örtlichen Museum oder einem Spaziergang auf der Treuchtlinger Eisenbahn-Tour verbinden.Lohnt sich ein Besuch?
Das Miniaturland Treuchtlingen eignet sich besonders für Besucher, die große klassische Modelleisenbahnanlagen mit viel Fahrbetrieb mögen. 218 Zuggarnituren, mehrere Kilometer Gleis und zahlreiche bewegliche Szenen sorgen dafür, dass es auch bei einem längeren Rundgang immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt. Die Anlage ist dabei weniger eine streng nach Vorbild gebaute Eisenbahnwelt als eine große persönliche Fantasielandschaft. Genau das gibt ihr ihren eigenen Charakter. Für Familien ist die Kombination aus fahrenden Zügen, Autos, Rummelplatz, Aktionsknöpfen und Spielecke besonders interessant. Für Modellbahner lohnt sich zusätzlich der Blick auf die enorme Technik hinter der Anlage und die über viele Jahre gewachsene Landschaft.
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