Zuletzt aktualisiert am 22.09.2026
Die Härtsfeld-Museumsbahn in Neresheim ist ein Sonderfall der deutschen Eisenbahngeschichte: Sie fährt auf einer Strecke, die nach der Stilllegung vollständig abgebaut worden war und Jahrzehnte später wieder aufgebaut wurde.
Die „Schättere“
Die Härtsfeldbahn verband ab 1901 Aalen über Neresheim mit Dillingen an der Donau – eine Meterspurbahn quer über die Ostalb. Im Volksmund hieß sie „Schättere“, angeblich nach dem Geräusch, das die Wagen auf der Fahrt machten. 1972 wurde der Betrieb eingestellt und die Strecke danach komplett abgeräumt.
Der Wiederaufbau
1984 gründete sich der Verein Härtsfeld-Museumsbahn e. V. mit dem Ziel, einen Teil der Bahn zurückzuholen. Aus dem Nichts entstand wieder ein Gleis:
- 20. Oktober 2001: Erste drei Kilometer von Neresheim nach Sägmühle wieder in Betrieb
- 1. August 2021: Verlängerung um weitere 2,6 Kilometer zum Härtsfeldsee
- Eine dritte Etappe bis Dischingen ist geplant
Eine Strecke nach Jahrzehnten aus dem Boden neu aufzubauen, ist etwas anderes als eine Museumsbahn auf vorhandenen Gleisen zu betreiben. Wer sich für Bahnbau interessiert, findet hier ein laufendes Beispiel.
Öffnungszeiten und Betriebstage
- Betrieb von Mai bis Oktober 2026, jeweils am ersten Sonntag im Monat, Saisonende 4. Oktober
- Zusätzlich 1. Mai (Saisoneröffnung), Christi Himmelfahrt am 14. Mai mit Lokschuppenführungen und Pfingstsonntag am 25. Mai
- Nikolausfahrt am 6. Dezember 2026
- Museum an Betriebstagen geöffnet von 11 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr
Abfahrten ab Neresheim: 9:35, 11:15, 13:15, 14:55, 16:35 und 18:00 Uhr. Rückkunft jeweils 10:34, 12:14, 14:14, 15:54, 17:34 und 18:54 Uhr.
Stand: September 2026.
Eintrittspreise
- Fahrkarte: 9,00 €, ermäßigt 6,00 €
- Kinder unter sechs Jahren fahren frei
- Nur Dauerausstellung ohne Zugfahrt: 2,00 € für Erwachsene, 1,00 € für Kinder
Stand: September 2026.
Anfahrt
Bahnhof Neresheim, Ulrichstraße, 73450 Neresheim.
Gut zu wissen
Der Bahnhof Neresheim ist Vereinssitz, Museum und Betriebsmittelpunkt zugleich. Das Empfangsgebäude ist ein Fachwerkbau, der die ursprüngliche Anlage noch erkennen lässt; daneben stehen Lokschuppen und Werkstatt.
An Christi Himmelfahrt gibt es Führungen durch den Lokschuppen – der lohnendste Termin für alle, die die Fahrzeuge aus der Nähe sehen wollen, statt nur mitzufahren.
Neresheim selbst ist auch ohne Bahn einen Umweg wert: Die Abtei Neresheim mit ihrer Klosterkirche von Balthasar Neumann liegt oberhalb des Orts.
Für wen sich der Besuch lohnt
Für Schmalspurfreunde und für alle, die sehen wollen, was ein Verein über vierzig Jahre hinweg zustande bringt. Für Modellbahner ist die Anlage in Neresheim ein dankbares Vorbild: ein überschaubarer Endbahnhof mit Lokschuppen, Werkstatt und Umsetzgleis – genau die Größe, die sich auf einer Heimanlage darstellen lässt.
Offizielle Seite: hmb-ev.de
Bildnachweise
- Dampflok 12 am Bahnsteig Neresheim – Foto: Hannes Ortlieb, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
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