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Besuch im Eisenbahnmuseum Schramberg im Schwarzwald

Am 25. August 2026 führte uns unser Eisenbahnausflug in den Schwarzwald. Ziel war dieses Mal kein Bahnhof, keine Sonderfahrt und auch kein klassisches Eisenbahnmuseum mit großen Originalfahrzeugen. In Schramberg wollten wir uns etwas ansehen, das man in dieser Form wohl kaum ein zweites Mal findet: das Eisenbahnmuseum Schwarzwald mit der weltgrößten Sammlung von Modellen der Spur 2.

Schon vor dem Besuch war klar, dass die Dimensionen hier etwas anders ausfallen würden als bei unserer Spur N. Der Maßstab 1:22,5 lässt selbst einzelne Lokomotiven zu beeindruckenden Schaustücken werden. Was uns im Museum erwartete, ging allerdings weit über ein paar große Modelle in Vitrinen hinaus.

Mit Zug und Bus nach Schramberg

Für unseren Besuch am Dienstag entschieden wir uns für die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Zunächst ging es mit dem Zug in Richtung Schwarzwald, den letzten Teil der Strecke legten wir mit dem Bus zurück. Bei einem Besuch in einem Eisenbahnmuseum wirkt das zunächst etwas ungewöhnlich, hat aber einen einfachen Grund: Schramberg besitzt heute keinen eigenen Personenbahnhof mehr.

Wer mit der Bahn anreisen möchte, kann Schramberg beispielsweise über die Bahnhöfe Rottweil, Schiltach, Hornberg, Oberndorf oder St. Georgen erreichen und dort auf den Bus umsteigen. Gerade für einen Tagesausflug funktioniert das gut, man sollte die Anschlüsse allerdings vorher etwas planen.

Das Museum liegt im Gewerbepark H.A.U., einem ehemaligen Industrieareal. Schon das Umfeld passt deshalb erstaunlich gut zu der Ausstellung. Alte Industriearchitektur und Eisenbahnmodelle ergänzen sich hier wesentlich besser als ein moderner Museumsbau es vermutlich könnte.

Alle wichtigen Daten zum Museum, die Adresse und weitere Informationen haben wir auch in unserer Gleismomente-Ortsdatenbank zum Eisenbahnmuseum Schwarzwald zusammengefasst.

Schon die Größe der Modelle ist beeindruckend

Wer wie wir hauptsächlich aus der Welt der Spur N kommt, muss seine gewohnten Größenverhältnisse im Museum erst einmal neu sortieren. Spur 2 wird im Maßstab 1:22,5 gebaut. Eine normalspurige Strecke besitzt dabei eine Modellspurweite von 64 Millimetern. Entsprechend groß sind Lokomotiven, Wagen, Gebäude und natürlich auch die Landschaft.

Das Museum zeigt rund 900 Handarbeitsmodelle verschiedener großer Baugrößen. Einen besonderen Stellenwert nimmt die Spur 2 ein. Viele Fahrzeuge sind Einzelanfertigungen, bei denen selbst Leitungen, Gestänge, Armaturen und kleinste Anbauteile nachgebildet wurden. Eine Lokomotive kann dabei aus mehreren tausend Einzelteilen bestehen.

Das merkt man sofort, wenn man etwas länger vor den Vitrinen stehen bleibt. Gerade bei den Dampflokomotiven lohnt es sich, nicht nur die Gesamtansicht anzuschauen. Fahrwerk, Steuerung, Räder, Führerhaus und Beschilderungen besitzen eine Detailtiefe, die auf Fotos teilweise fast wie ein echtes Fahrzeug wirkt.

Die große Anlage „Schwarzwaldbahn“

Einer der ersten Bereiche, bei denen man etwas mehr Zeit einplanen sollte, ist die große Anlage zum Thema Schwarzwaldbahn. Mit etwa 20 Metern Länge und 7,5 Metern Breite besitzt sie Dimensionen, die man bei einer normalen heimischen Modellbahn kaum umsetzen könnte. Insgesamt wurden hier rund 220 Meter Gleis in Normal- und Meterspur verlegt.

Bei einer Anlage dieser Größe verändert sich auch die Wirkung der Landschaft. Berge, Tunnelportale und Bahnhöfe haben genügend Platz und die Züge verschwinden nicht nach wenigen Sekunden wieder in der nächsten Kurve. Besonders lange Wagen und größere Dampflokomotiven kommen dadurch sehr gut zur Geltung.

Schön fanden wir, dass die Eisenbahn hier in eine richtige Landschaft eingebettet ist. Es gibt zahlreiche kleine Szenen neben den Gleisen, Gebäude, Straßen und typische Schwarzwaldmotive. Dadurch schaut man automatisch auch dorthin, wo gerade kein Zug fährt.

„Schramberg an der Schwarzwaldbahn“

Noch dichter wirkt die zweite große Schauanlage „Schramberg an der Schwarzwaldbahn“. Auch sie ist rund 20 mal 7,5 Meter groß, hat aber einen deutlich anderen Charakter. Hier stehen Stadt, Industrie und Bahnbetrieb im Mittelpunkt.

Auf der Anlage liegen etwa 350 Meter Gleis in Normal- und Schmalspur. Dazu kommen zahlreiche Weichen, Drehscheiben und rund 60 handgefertigte Gebäude. Vor allem diese Gebäude machen für uns einen großen Teil des Reizes aus. Es handelt sich nicht um eine Ansammlung identischer Bausätze. Viele Szenen besitzen ihren eigenen Charakter und man entdeckt ständig kleine Details, die beim ersten Blick untergehen.

Sehr interessant ist die Nachbildung des Bahnhofs Bonndorf im Schwarzwald. Allein für dessen Dach sollen rund 8.000 einzelne Dachziegel aus Eisstielhölzern angefertigt worden sein. Solche Details zeigen ziemlich gut, welcher Aufwand hinter den Anlagen steckt.

Auch die Stadtszenen lohnen einen genaueren Blick. Marktplatz, Straßen, Häuser und Figuren bilden einen starken Kontrast zu den großen Fahrzeugen. Gerade auf unseren Fotos sieht man später häufig Dinge, die uns beim Rundgang gar nicht aufgefallen waren.

Betriebswerke wie aus der Dampflokzeit

Zu unseren Lieblingsbereichen gehörten die großen Betriebswerks-Dioramen. Hier passt die Baugröße besonders gut zum Thema. Eine Dampflok neben einem Lokschuppen, einer Drehscheibe oder einer Bekohlungsanlage hat in Spur 2 eine ganz andere Präsenz als in den kleinen Maßstäben.

Das Museum zeigt unter anderem ein kleines und ein großes Betriebswerk. Zu sehen sind typische Einrichtungen aus der Dampflokära wie Drehscheiben, Bekohlungsanlagen, Schlackengruben und weitere Anlagen zur Behandlung der Lokomotiven. Dazu kommt die Anlage Göritz mit einer umfangreichen Lokbehandlungsanlage.

Gerade Modellbahner können hier lange stehen bleiben. Viele Dinge, die man sonst nur stark verkleinert kennt, sind so groß dargestellt, dass ihre Funktionsweise wesentlich leichter nachvollziehbar wird. Für den eigenen Modellbau bekommt man nebenbei jede Menge Ideen für Alterung, Gebäude, Gleisumfeld und kleine Betriebsszenen.

Von der S 3/6 bis zur Mallard

Zwischen den Anlagen wartet eine riesige Zahl einzelner Fahrzeugmodelle. Genau hier sollte man genügend Zeit einplanen. Wer nur zügig an den Vitrinen vorbeigeht, verpasst einen großen Teil des Museums.

Unter den Spur-2-Modellen finden sich bekannte deutsche Dampflokomotiven ebenso wie internationale Fahrzeuge. Zu sehen ist beispielsweise die elegante bayerische S 3/6. Ebenfalls vertreten ist das kleine bayerische „Glaskastl“, das später als Baureihe 98.3 bei der Reichsbahn geführt wurde.

Bei den Schmalspurlokomotiven fällt unter anderem eine Lok der Baureihe 99 nach Vorbild der Harzer Schmalspurbahnen auf. Deutlich exotischer wirkt die amerikanische Three-Truck-Shay, deren ungewöhnlicher Antrieb schon beim großen Vorbild ein Hingucker ist.

Auch britische Eisenbahngeschichte ist vertreten. Besonders markant ist die stromlinienförmig verkleidete LNER A4 „Mallard“. Das Vorbild stellte 1938 mit 202,58 km/h den bis heute gültigen Geschwindigkeitsrekord für Dampflokomotiven auf. Im direkten Vergleich mit klassischen deutschen Dampflokomotiven fällt sofort auf, wie unterschiedlich die Fahrzeugkonzepte und Formen dieser Zeit waren.

Weitere Hingucker sind eine österreichische Schnellzuglokomotive der Reihe 310 in Fotolackierung, die mächtige bayerische Gt 2×4/4 sowie verschiedene Varianten der Baureihe 42. Gerade diese Mischung macht die Vitrinen spannend. Man arbeitet sich beim Rundgang praktisch durch verschiedene Länder und Epochen der Eisenbahngeschichte.

Auch Spur 1 und noch größere Modelle

Obwohl die Spur 2 klar im Mittelpunkt unseres Besuchs stand, sollte man die anderen Bereiche nicht übergehen. Das Museum besitzt beispielsweise historische Märklin-Modelle der Spur 1. Dazu gehören Tin-Plate-Fahrzeuge aus der frühen Zeit der Modelleisenbahn, ein Märklin-Bahnhof aus dem Jahr 1905 und ein Krokodil aus den 1930er-Jahren.

Ein völliger Größenwechsel wartet beim Modell des amerikanischen Union Pacific Big Boy. Das ausgestellte Modell kommt auf eine Länge von rund 1,25 Metern. Daneben wirken viele gewohnte Modellbahnlokomotiven plötzlich ziemlich klein.

Noch eine Stufe größer wird es bei den Modellen der Baugröße V im Maßstab 1:11,3. Hier zeigt das Museum unter anderem kohlegefeuerte Echtdampflokomotiven. Eine ausgestellte Lok nach britischem Vorbild bringt laut Museum rund 90 Kilogramm auf die Waage.

Kleine Szenen, bei denen man zweimal hinschauen muss

Neben den großen Anlagen und Lokomotiven sind es immer wieder die kleinen Szenen, die den Besuch abwechslungsreich machen. Ein Beispiel ist die komplett in Pastelltönen gestaltete Schmalspuranlage „Pastellania“ nach amerikanischem Vorbild. Sie hebt sich optisch deutlich vom Rest der Ausstellung ab.

Technisch interessant ist außerdem das Modell eines Berliner Rollenprüfstands. Hier wird gezeigt, wie Lokomotiven geprüft werden konnten. Teile der Halle sind offen gestaltet, sodass man in Werkstatt und Innenräume hineinsehen kann. Dazu kommt ein Modell des Ausbesserungswerks Braunschweig, das die Instandsetzung von Dampflokomotiven thematisiert.

Genau solche Bereiche haben uns gut gefallen, weil sie über das reine Fahren von Zügen hinausgehen. Eisenbahn besteht eben auch aus Werkstätten, Behandlung, Wartung und all den kleinen Abläufen rund um den eigentlichen Betrieb.

Ein Museum, für das man Zeit mitbringen sollte

Unser Besuch am 25. August hat deutlich länger gedauert, als man beim ersten Blick auf das Museum vielleicht erwartet. Das liegt weniger an langen Erklärungstexten. Man bleibt einfach ständig irgendwo hängen. Erst ist es eine große Dampflok, dann ein winziges Detail an einem Gebäude und wenige Meter später steht man vor einer kompletten Betriebswerkszene.

Für uns war vor allem der Größenunterschied zur Spur N spannend. Bei 1:160 sind wir gewohnt, mit wenigen Millimetern zu arbeiten. In Spur 2 werden daraus Bauteile, an denen Leitungen, Schrauben, Ventile und Gestänge deutlich sichtbar sind. Gleichzeitig merkt man, wie viel Platz eine glaubwürdige Modellbahn in diesem Maßstab benötigt.

Wer sich für Modellbahn, Dampflokomotiven oder historische Eisenbahntechnik interessiert, kann hier problemlos mehrere Stunden verbringen. Auch für Besucher ohne eigene Modellbahn gibt es genug zu entdecken. Die großen Fahrzeuge und die detailreichen Landschaften funktionieren auch ohne tiefere Kenntnisse über Spurweiten, Baureihen oder Epochen.

Unser Fazit zum Eisenbahnmuseum Schwarzwald

Die Reise nach Schramberg hat sich für uns gelohnt. Besonders beeindruckt haben uns die großen Spur-2-Lokomotiven und die beiden weitläufigen Anlagen. Dazu kommen unzählige Modelle in den Vitrinen, die man beim ersten Rundgang kaum vollständig erfassen kann.

Das Eisenbahnmuseum Schwarzwald ist deshalb ein Ziel, das wir Eisenbahn- und Modellbahnfans klar empfehlen können. Wer ohnehin im Schwarzwald unterwegs ist, sollte Schramberg auf die Liste setzen. Für uns war es genau die Art von Ausflug, die gut zu Gleismomente passt: unterwegs mit Bus und Bahn, Eisenbahngeschichte entdecken und am Ende mit einer Speicherkarte voller Fotos nach Hause fahren.

Weitere Informationen:
Unsere Adresse, Öffnungszeiten, Karte und weitere Besuchsinformationen findet ihr direkt beim Eisenbahnmuseum Schwarzwald in der Gleismomente-Ortsdatenbank.

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