DCC Funktionsmapping einfach erklärt: F-Tasten belegen
Bei einer digitalen Modellbahnlok sind die Funktionstasten schnell erklärt: F0 schaltet meistens das Licht, F1 startet bei einer Soundlok häufig das Fahrgeräusch und auf den weiteren Tasten liegen Horn, Rangiergang, Führerstandsbeleuchtung oder andere Funktionen. Doch was passiert, wenn eine Funktion auf einer anderen Taste liegen soll?
Genau dafür gibt es das DCC Funktionsmapping. Damit lässt sich festlegen, welche Funktionstaste welchen Ausgang oder welche interne Decoderfunktion schaltet. So kann beispielsweise eine Führerstandsbeleuchtung von F6 auf F3 verschoben oder ein Rangiergang bei mehreren Loks auf dieselbe Taste gelegt werden.
Das klingt zunächst kompliziert, weil dabei schnell Begriffe wie CV33, AUX1, Mapping-Tabelle oder Index-CV auftauchen. Das Grundprinzip ist jedoch recht einfach.

Was bedeutet Funktionsmapping bei DCC?
Ein Lokdecoder erhält von der Digitalzentrale Befehle wie F0 ein, F1 aus oder F3 ein. Der Decoder muss anschließend wissen, was er mit diesem Befehl machen soll.
Bei einer einfachen Lok könnte die Zuordnung beispielsweise so aussehen:
- F0 schaltet das Spitzenlicht.
- F1 schaltet AUX1.
- F2 schaltet AUX2.
- F3 aktiviert den Rangiergang.
- F4 deaktiviert die Anfahr- und Bremsverzögerung.
Diese Zuordnung ist im Decoder gespeichert. Das Funktionsmapping bestimmt also die Verbindung zwischen der gedrückten Funktionstaste und der daraus folgenden Aktion.
Funktionstaste und Funktionsausgang sind zwei verschiedene Dinge
Eine der häufigsten Verwechslungen betrifft Funktionstasten und Ausgänge. F1 ist beispielsweise keine elektrische Leitung am Decoder. F1 ist zunächst nur ein Befehl, den die Digitalzentrale sendet.
Der Decoder kann diesen Befehl anschließend einem Ausgang wie AUX1 zuordnen. Er kann damit je nach Decoder auch eine interne Funktion aktivieren, etwa den Rangiergang, eine Bremsfunktion oder einen Sound.
Das lässt sich vereinfacht so darstellen:
Funktionstaste F3 → Decoder → Funktionsmapping → AUX1 → Führerstandsbeleuchtung
Ändert man das Mapping, könnte später F5 denselben Ausgang AUX1 schalten. An der Verkabelung der Lok muss dafür nichts verändert werden.
Warum sollte man das Funktionsmapping ändern?
Bei einer einzelnen Lok kann man sich meist an die werkseitige Belegung gewöhnen. Mit einem größeren Fahrzeugbestand wird eine einheitliche Tastenbelegung allerdings sehr angenehm.
Ich finde es beispielsweise sinnvoll, wiederkehrende Funktionen möglichst auf denselben Tasten zu haben. Wenn der Rangiergang bei einer Lok auf F3 und bei der nächsten auf F8 liegt, muss man ständig überlegen.
Typische Gründe für eine Änderung sind eine einheitliche Belegung mehrerer Loks, getrennt schaltbares Schlusslicht, eine eigene Taste für die Führerstandsbeleuchtung, Rangierlicht, Kupplungen oder eine besser passende Anordnung der Soundfunktionen.
Klassisches DCC Funktionsmapping über CV33 bis CV46
Für das klassische DCC Funktionsmapping gibt es einen festgelegten Bereich von Konfigurationsvariablen. CV33 beginnt mit dem vorwärts gerichteten Licht, CV34 ist für das Licht bei Rückwärtsfahrt vorgesehen. Danach folgen die Funktionstasten F1 bis F12.
| CV | Funktion |
|---|---|
| CV33 | F0 / Licht vorwärts |
| CV34 | F0 / Licht rückwärts |
| CV35 | F1 |
| CV36 | F2 |
| CV37 | F3 |
| CV38 | F4 |
| CV39 | F5 |
| CV40 | F6 |
| CV41 | F7 |
| CV42 | F8 |
| CV43 | F9 |
| CV44 | F10 |
| CV45 | F11 |
| CV46 | F12 |
Damit ist zunächst festgelegt, welche CV zu welcher Funktionstaste gehört. Spannend wird anschließend der Wert, der in dieser CV gespeichert wird.
Warum stehen beim Funktionsmapping Werte wie 1, 2, 4 oder 8?
Beim klassischen Mapping werden einzelne Möglichkeiten über Bits festgelegt. Das Prinzip kennst du vielleicht bereits von CV29.
Jedes Bit besitzt einen Zahlenwert. Typische Werte sind 1, 2, 4, 8, 16, 32, 64 und 128. Sollen mehrere Möglichkeiten gleichzeitig aktiv sein, werden die entsprechenden Werte addiert.
Ein einfaches Beispiel: In einer Mapping-CV steht ein bestimmtes Bit für Ausgang 1 und besitzt den Wert 1. Ein weiteres Bit steht für einen anderen möglichen Ausgang und besitzt den Wert 4. Sollen beide Ausgänge über dieselbe Funktionstaste geschaltet werden, ergibt sich daraus der CV-Wert 5.
1 + 4 = 5
Welche Ausgänge mit den einzelnen Bits tatsächlich erreicht werden können, hängt vom Decoder und vom verwendeten Mapping-Verfahren ab. Deshalb sollte man die Werte nicht blind von einem anderen Decoder übernehmen.
Warum eine allgemeine CV-Tabelle schnell problematisch wird
Im Internet findet man immer wieder Tabellen nach dem Muster „Für AUX1 musst du CV35 auf Wert 4 setzen“. Bei einem bestimmten Decoder kann das vollkommen richtig sein. Bei einem anderen Modell kann dieselbe Einstellung etwas anderes bewirken oder überhaupt nicht unterstützt werden.
Das klassische Mapping über CV33 bis CV46 bildet nur einen Teil dessen ab, was aktuelle Decoder können. Hersteller haben ihre Systeme im Laufe der Jahre erweitert. Besonders bei Sounddecodern, vielen Funktionsausgängen und richtungsabhängigen Lichtfunktionen reichen einfache Zuordnungen häufig nicht mehr aus.
Vor einer Änderung sollte deshalb zuerst geklärt werden, welcher Decoder in der Lok steckt. Über CV8 lässt sich bei vielen DCC-Decodern zumindest die Herstellerkennung auslesen. Mehr dazu findest du in unserem DCC CV-Lexikon.
Modernes Funktionsmapping kann deutlich mehr
Bei modernen Decodern bedeutet Funktionsmapping längst mehr als „F2 schaltet AUX2“.
Je nach Hersteller und Decoder können zusätzliche Bedingungen berücksichtigt werden. Eine Funktion kann beispielsweise nur bei Vorwärtsfahrt aktiv sein, nur im Stand gelten oder gleichzeitig mehrere Ausgänge schalten. Auch logische Funktionen wie Rangiergang und Bremsverzögerung lassen sich einbeziehen.
Damit werden interessante Lichtschaltungen möglich. Eine Taste kann zum Beispiel auf einer Lokseite das Schlusslicht abschalten, während das Spitzenlicht weiterhin funktioniert. Das ist praktisch, wenn eine Lok einen Zug zieht und die roten Schlussleuchten auf der Zugseite ausgeschaltet werden sollen.
ESU Funktionsmapping
ESU verwendet bei seinen neueren Decoderfamilien ein umfangreiches Mapping-System. Dabei können Bedingungen, physische Funktionsausgänge und interne beziehungsweise logische Funktionen miteinander kombiniert werden.
Bei diesen Decodern tauchen außerdem CV31 und CV32 auf. Sie dienen als Indexregister und bestimmen, auf welchen internen CV-Bereich zugegriffen wird. Wer hier einzelne CV-Werte direkt programmiert, muss deshalb genau auf die Anleitung der verwendeten Decodergeneration achten.
Bei komplexeren ESU-Konfigurationen ist eine grafische Programmierung mit dem LokProgrammer oft übersichtlicher als das manuelle Eingeben zahlreicher CV-Werte.
Doehler & Haass Funktionsmapping
Auch Doehler & Haass unterstützt die klassische Funktionszuordnung über CV33 und folgende CVs. Abhängig vom Decoder gibt es zusätzliche Möglichkeiten für richtungsabhängige Funktionen, AUX-Ausgänge und das Vertauschen von Funktionstasten.
Gerade bei kleinen Spur-N-Decodern von Doehler & Haass ist das interessant, weil trotz wenig Platz im Fahrzeug inzwischen zahlreiche Licht- und Sonderfunktionen möglich sind.
Soundfunktionen gehören ebenfalls zum Mapping
Bei Sounddecodern kommt eine weitere Ebene hinzu. Eine Funktionstaste kann einen physischen Ausgang schalten, einen Sound starten oder mehrere Aktionen gleichzeitig auslösen.
F2 könnte beispielsweise das Signalhorn auslösen, während F3 den Rangiergang aktiviert. Bei einem anderen Soundprojekt liegen diese Funktionen möglicherweise auf völlig anderen Tasten.
Wer einen größeren Fuhrpark besitzt, kann deshalb überlegen, häufig verwendete Funktionen nach einem eigenen Schema zu sortieren. Dabei sollte vorher dokumentiert werden, wie die ursprüngliche Belegung aussah.
Funktionsmapping mit der Roco z21
Auch mit der Roco z21 lassen sich die für das Mapping benötigten CVs programmieren. Die Z21 App unterstützt sowohl die Programmierung über das Programmiergleis als auch POM, sofern Decoder und gewünschte Einstellung dies unterstützen.
Praktisch ist die Darstellung einzelner Bits. Gerade bei CVs, deren Wert sich aus mehreren aktivierten Bits zusammensetzt, ist das übersichtlicher als das manuelle Rechnen.
Wenn du noch wenig Erfahrung mit CVs hast, findest du im Artikel DCC-Decoder programmieren: CVs auslesen und einstellen zunächst die Grundlagen.
So würde ich beim Funktionsmapping vorgehen
- Decoderhersteller und möglichst den genauen Decodertyp bestimmen.
- Aktuelle Anleitung des Decoders heranziehen.
- Vorhandene Mapping-Werte auslesen und aufschreiben.
- Nur eine Funktion gleichzeitig verändern.
- Neue Einstellung programmieren.
- Funktion direkt testen.
- Erst danach die nächste Taste bearbeiten.
Dieses Vorgehen braucht ein paar Minuten mehr, spart bei einem Fehler aber viel Sucherei. Besonders bei umfangreichen Sounddecodern würde ich nie mehrere unbekannte Mapping-CVs gleichzeitig verändern.
Funktionstaste in der Zentrale ändern oder Decoder programmieren?
Hier gibt es noch eine wichtige Unterscheidung. Viele Zentralen und Apps erlauben es, Funktionstasten mit Namen und Symbolen zu versehen. Dort kann beispielsweise neben F2 ein Hornsymbol angezeigt werden.
Diese Anzeige beschreibt zunächst die Bedienoberfläche. Die eigentliche Zuordnung im Decoder wird über dessen Funktionsmapping festgelegt. Wird nur das Symbol oder die Beschriftung einer Taste geändert, verändert sich dadurch die interne Decoderprogrammierung nicht automatisch.
Was tun, wenn nach dem Mapping eine Funktion verschwunden ist?
Keine Panik. In vielen Fällen wurde lediglich ein falscher Mapping-Wert programmiert. Wenn du die ursprünglichen CV-Werte vorher notiert hast, kannst du diese wieder eintragen.
Prüfe außerdem, ob wirklich die richtige CV beziehungsweise der richtige Indexbereich programmiert wurde. Bei Decodern mit erweiterten Mapping-Systemen kann eine falsche Einstellung von Index-CVs dazu führen, dass ein anderer Bereich verändert wird als geplant.
Wenn die Konfiguration vollkommen unübersichtlich geworden ist, bleibt als letzter Schritt ein Decoder-Reset. Dabei können allerdings auch Adresse, Fahrverhalten und weitere individuelle Einstellungen verloren gehen. Wie das funktioniert, erklären wir ausführlich im Artikel DCC-Decoder zurücksetzen: CV8 Reset einfach erklärt.
Funktionsmapping ist einfacher, als es zunächst aussieht
Hinter dem Begriff Funktionsmapping steckt im Grunde nur die Zuordnung zwischen einem Funktionsbefehl und der gewünschten Aktion im Decoder. Schwieriger wird es erst durch die unterschiedlichen Möglichkeiten moderner Decoder.
Für einfache Decoder reicht häufig das klassische Mapping über CV33 bis CV46. Aktuelle Decoder von ESU, Doehler & Haass, ZIMO und anderen Herstellern bieten wesentlich umfangreichere Möglichkeiten. Hier lohnt sich immer ein Blick in die Anleitung des konkreten Decoders.
Wer systematisch vorgeht und die ursprünglichen Werte vor einer Änderung sichert, kann das Funktionsmapping ohne großes Risiko ausprobieren. Besonders bei einem größeren Fuhrpark lohnt sich der Aufwand. Eine einheitliche Belegung von Licht, Rangiergang, Horn und weiteren häufig genutzten Funktionen macht den Digitalbetrieb deutlich angenehmer.
Weitere Grundlagen, Rechner und Anleitungen rund um Decoder, CVs und DCC findest du in unserem DCC-Hub für die Modelleisenbahn.
