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Baureihe 151 in Nördlingen: Sonderausstellung zum Tag der Schiene 2026

Mehr als fünf Jahrzehnte gehörte die Baureihe 151 zu den markantesten Elektrolokomotiven im schweren deutschen Güterverkehr. Ihre regulären Einsätze bei der Deutschen Bahn sind inzwischen Geschichte. Ganz verschwunden sind die sechsachsigen Kraftpakete aber noch lange nicht. Im September 2026 bekommt die Baureihe im Bayerischen Eisenbahnmuseum in Nördlingen eine eigene Sonderausstellung.

151 073 der BayernBahn mit einem Kesselzug bei Grötzingen. Die Lok gehört zu den für die Sonderausstellung in Nördlingen angekündigten Maschinen.
Foto: InterCity 2063 / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0, Ausschnitt bearbeitet

Fünf Lokomotiven der Baureihe 151 in Nördlingen

Zum Tag der Schiene am 19. und 20. September 2026 steht das Nördlinger Museums-Bw ganz im Zeichen der schweren Güterzuglok. Unter dem Titel „Die Baureihe 151 im Wandel der Zeit“ sollen gleich fünf unterschiedliche Maschinen präsentiert werden.

Spannend ist vor allem die Zusammenstellung. Zu sehen sind unterschiedliche Entwicklungsstufen und Farbgebungen aus mehr als fünf Jahrzehnten Einsatzgeschichte.

  • 151 001-5: erster Prototyp der Baureihe in Chromoxidgrün
  • 151 002-2: zweiter Prototyp, ebenfalls in Chromoxidgrün
  • 151 073-4: erste ab Werk in Ozeanblau/Beige ausgelieferte 151
  • 151 106-2: verkehrsrote Serienlok mit automatischer Kupplung AK69e
  • 151 113-8: Vertreterin der orientroten Epoche

Je nach betrieblicher Situation können weitere Lokomotiven der BayernBahn hinzukommen.

151 001-5 im Jahr 2016 bei Köln-Kalk Nord. Der erste Prototyp der Baureihe gehört zu den besonderen Exponaten der Nördlinger Sonderausstellung.
Foto: Rolf Heinrich, Köln / Wikimedia Commons / CC BY 3.0

151 001: Der Anfang einer erfolgreichen Baureihe

Besonders interessant dürfte die 151 001 sein. Sie war die erste gebaute Maschine der neuen Baureihe und unterscheidet sich in einigen Details von den späteren Serienlokomotiven. In Nördlingen lässt sie sich direkt mit 151 002 und später gebauten Fahrzeugen vergleichen.

Die ersten Maschinen entstanden Anfang der 1970er-Jahre. Die Deutsche Bundesbahn benötigte damals eine leistungsfähige Elektrolokomotive für schwerer und schneller werdende Güterzüge. Die bewährte Baureihe 150 beziehungsweise E 50 stieß bei den gestiegenen Anforderungen zunehmend an ihre Grenzen.

170 Lokomotiven für den schweren Güterverkehr

Zwischen 1972 und 1978 entstanden insgesamt 170 Lokomotiven der Baureihe 151. Mit sechs angetriebenen Achsen, knapp sechs Megawatt Dauerleistung und einer Dienstmasse von 118 Tonnen waren sie vor allem für schwere Güterzüge ausgelegt.

Baureihe151
Baujahre1972 bis 1978
Gebaut170 Lokomotiven
AchsfolgeCo’Co’
Länge über Puffer19.490 mm
Dienstmasse118 t
Dauerleistung5.982 kW
Höchstgeschwindigkeit120 km/h
Stromsystem15 kV, 16 2/3 Hz Wechselstrom
151 038-7 im Jahr 2019 im Bayerischen Eisenbahnmuseum in Nördlingen. Das Foto zeigt die Baureihe bereits in der historischen Umgebung des Museums-Bw.
Foto: Bilder83 / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Von Chromoxidgrün bis Verkehrsrot

Auch optisch lässt sich an der Baureihe ein Stück Eisenbahngeschichte nachvollziehen. Die frühen 151 wurden noch im klassischen Chromoxidgrün der Bundesbahn ausgeliefert. Später folgte Ozeanblau/Beige. Ende der 1980er-Jahre kam Orientrot hinzu, nach der Bahnreform schließlich Verkehrsrot.

Die Nördlinger Ausstellung greift genau diese Entwicklung auf. Mit den unterschiedlichen Lackierungen entsteht im Museums-Bw ein kleiner Zeitstrahl durch mehrere Epochen der Deutschen Bundesbahn und der späteren Deutschen Bahn AG.

151 106 mit automatischer Kupplung

Auch technisch befindet sich ein besonderes Fahrzeug in der Ausstellung. Die verkehrsrote 151 106 besitzt weiterhin die automatische Mittelpufferkupplung AK69e. Solche Kupplungen kamen bei besonders schweren Güterzügen zum Einsatz und gehören zu den auffälligsten Besonderheiten einiger Maschinen der Baureihe.

151 016-3 bei einer früheren Veranstaltung im Bayerischen Eisenbahnmuseum in Nördlingen. Die Aufnahme entstand 2019. Die Lok gehört nicht zu den fünf für September 2026 angekündigten Ausstellungsfahrzeugen.
Foto: Torsten Maue / Wikimedia Commons / CC BY-SA 2.0

Bei der Deutschen Bahn endete 2024 eine Ära

Bei der Deutschen Bahn endete der Einsatz der Baureihe 151 am 30. Juni 2024. Damit verschwand eine Lokomotivbaureihe aus dem DB-Bestand, die über Jahrzehnte eng mit dem schweren Güterverkehr verbunden war.

Einige Maschinen fanden jedoch bei privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen eine neue Heimat. Auch die BayernBahn setzt weiterhin auf die Baureihe und hat in den vergangenen Jahren weitere Exemplare übernommen. Dadurch lässt sich die 151 auch mehr als 50 Jahre nach ihrer Entstehung noch im Betrieb erleben.

Tag der Schiene 2026 im Eisenbahnmuseum Nördlingen

Die Sonderausstellung findet am Samstag, 19. September, und Sonntag, 20. September 2026 im Bayerischen Eisenbahnmuseum statt. Das Museum ist an beiden Tagen von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

  • Termin: 19. und 20. September 2026
  • Öffnungszeiten: 10 bis 17 Uhr
  • Ort: Bayerisches Eisenbahnmuseum, Nördlingen
  • Eintritt: Erwachsene 8 Euro
  • Kinder von 5 bis 14 Jahren: 4 Euro

Neben der 151-Sonderausstellung sind weitere historische Fahrzeuge zu sehen. Führungen durch das Museums-Bw gehören ebenfalls zum Programm. Modellbahnfreunde können außerdem die Schaumodellbahnanlage des MEC Nördlingen besuchen. Zwischen Nördlingen und Donauwörth soll zusätzlich der Donau-Ries-Express unterwegs sein.

Ein interessanter Termin für Fans klassischer Elektroloks

Allein die beiden Prototypen 151 001 und 151 002 gemeinsam vor die Kamera zu bekommen, dürfte für viele Eisenbahnfreunde Grund genug für einen Besuch sein. Zusammen mit den unterschiedlichen Farbvarianten und der 151 106 mit automatischer Kupplung bietet die Ausstellung einen ungewöhnlich breiten Blick auf die Geschichte dieser Baureihe.

Wer die 151 noch aus dem täglichen Güterverkehr kennt, bekommt in Nördlingen ein Stück Bundesbahn- und DB-Geschichte zu sehen. Für Fotografen dürfte das Wochenende ebenfalls einiges bieten. Mehrere Maschinen einer Baureihe in so unterschiedlichen Ausführungen sieht man heute nur noch selten.

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