Unsere Sichtung
Sichtungsort: Weissach
Die 50 2273 ist eine dieser Dampflokomotiven, bei denen man schon aus einiger Entfernung merkt, dass hier deutlich mehr Masse auf den Schienen steht als bei vielen anderen Museumsfahrzeugen. Wir konnten die Lok in Weissach bei der Gesellschaft zur Erhaltung von Schienenfahrzeugen fotografieren.
Gebaut wurde die Güterzugdampflok 1942 von Henschel in Kassel. Die Baureihe 50 gehörte zu den erfolgreichsten deutschen Einheitsdampflokomotiven. Sie war für den Güterzugdienst vorgesehen, konnte durch ihren vergleichsweise niedrigen Achsdruck aber auch auf Strecken eingesetzt werden, die für schwerere Maschinen ungeeignet waren.
Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb 50 2273 bei der Deutschen Reichsbahn in der DDR. Dort begann 1958 ein zweites Kapitel ihrer Geschichte: Im Raw Stendal wurde die Lok rekonstruiert und erhielt einen neuen Kessel. Anschließend lief sie unter der Nummer 50 3539 als Lokomotive der Baureihe 50.35.
Vom Reichsbahndienst zur Museumslokomotive
Mehrere Jahrzehnte blieb die Lok bei der Deutschen Reichsbahn im Einsatz. 1988 endete ihre reguläre Karriere auf der Strecke. Sie wurde zu einer nicht fahrfähigen Heizlok umgebaut und zuletzt unter anderem im Bahnbetriebswerk Nossen zum stationären Heizen verwendet.
1992 wurde die Maschine ausgemustert und privat übernommen. Danach führte ihr Weg über verschiedene Standorte und Eisenbahnvereine. In den folgenden Jahrzehnten wechselten sich Einsatzzeiten, Abstellungen und umfangreiche Aufarbeitungen ab.
Seit 2022 befindet sich die Lok als private Leihgabe bei der GES in Weissach. Dort wurden die Arbeiten für eine erneute Inbetriebnahme fortgesetzt. Im März 2024 fanden schließlich Lastprobefahrten zwischen Weissach und Heimerdingen statt. Seitdem ist die 50 2273 wieder als betriebsfähige Museumslokomotive unterwegs.
Zurück als 50 2273
Interessant ist vor allem die heutige Nummer der Lok. Obwohl die Maschine seit ihrem Umbau von 1958 jahrzehntelang als 50 3539 unterwegs war, trägt sie heute wieder ihre ursprüngliche Betriebsnummer 50 2273.
Optisch orientiert sich die aufgearbeitete Maschine wieder stärker am Erscheinungsbild einer klassischen Lok der Baureihe 50. Ihre Vergangenheit als Rekolokomotive ist dennoch ein wichtiger Teil ihrer Geschichte. Genau diese Mischung macht die 50 2273 heute besonders interessant.
Mit fünf großen Kuppelachsen, dem langen Kessel und dem Schlepptender wirkt die Lok ausgesprochen mächtig. Gleichzeitig war die Baureihe 50 für eine große Güterzuglok erstaunlich vielseitig. Die Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h konnte sowohl vorwärts als auch rückwärts erreicht werden.
Mit dem Feurigen Elias unterwegs
Heute kann man die 50 2273 regelmäßig vor historischen Sonderzügen erleben. Besonders eng verbunden ist sie inzwischen mit dem Standort Weissach und den Fahrten des Feurigen Elias auf der Strohgäubahn.
Bei unserem Besuch beim Feurigen Elias in Weissach konnten wir die Lok ausführlich fotografieren. Gerade am frühen Morgen war rund um die Werkstatt noch wenig Betrieb und man konnte sich viele Details der Maschine in Ruhe ansehen.
Technische Daten
| Hersteller | Henschel, Kassel |
| Baujahr | 1942 |
| Fabriknummer | 26604 |
| Ursprüngliche Nummer | 50 2273 |
| Nummer nach Rekonstruktion | 50 3539 |
| Bauart | 1’E h2 |
| Spurweite | 1.435 mm |
| Höchstgeschwindigkeit | 80 km/h |
| Treibraddurchmesser | 1.400 mm |
| Laufraddurchmesser | 850 mm |
| Länge über Puffer | 22,94 m |
| Dienstgewicht | ca. 135 t |
| Leistung | ca. 1.625 PSi |
| Kesseldruck | 16 bar |
| Wasservorrat | 26 m³ |
| Kohlevorrat | 8 t |
| Heutiger Standort | GES Weissach |
| Status | Betriebsfähig |
Technische Daten und Fahrzeugdetails
Fahrzeugnummer: 50 2273
Fahrzeugart: Dampflokomotive
Hersteller: Henschel & Sohn, Kassel
Baujahr: 1942
Antrieb: Dampf
Status: Aktiv / betriebsfähige Museumslokomotive
Sichtungsort: Weissach
