Am Bahnhof Weissach befindet sich die Werkstatt der Gesellschaft zur Erhaltung von Schienenfahrzeugen Stuttgart e.V., kurz GES. Der Verein gehört zu den traditionsreichen Museumsbahnvereinen in Deutschland und kümmert sich seit 1965 um historische Eisenbahnfahrzeuge. Heute ist Weissach einer der wichtigsten Standorte des Vereins und Ausgangspunkt für die Fahrten des „Feurigen Elias“ auf der Strohgäubahn.
Die GES begann ursprünglich mit der Erhaltung historischer Straßenbahnen. Anfang der 1970er-Jahre änderte sich der Schwerpunkt, nachdem Fahrzeuge der Hohenzollerischen Landesbahn übernommen werden konnten. Aus dieser Zeit stammt auch der historische Hohenzollernzug, dessen Fahrzeuge heute unter Denkmalschutz stehen. Zur Sammlung gehören inzwischen Kleinbahnfahrzeuge ebenso wie große Staatsbahnlokomotiven.
Feuriger Elias auf der Strohgäubahn
Besonders bekannt ist die GES durch den Feurigen Elias. Der Museumszug fährt mehrmals im Jahr auf der Strohgäubahn zwischen Korntal und Weissach.
Der historische Zug verbindet klassische Personenwagen mit Dampfbetrieb auf einer Strecke, die selbst bereits Eisenbahngeschichte geschrieben hat. Weissach bildet dabei den Endpunkt der Strohgäubahn und ist zugleich Standort der Vereinswerkstatt.
In der Saison 2026 übernimmt häufig die große Dampflok 50 2273 den Zug. Die Lok wurde 1942 bei Henschel in Kassel gebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb sie bei der Deutschen Reichsbahn und wurde 1958 zur Rekolokomotive 50 3539 umgebaut. Seit 2022 befindet sie sich als private Leihgabe bei der GES in Weissach. Nach umfangreichen Arbeiten konnte sie im März 2024 wieder für den Betrieb abgenommen werden.
Lok 16 und „Margarete“
Im Lokschuppen von Weissach stehen weitere interessante Fahrzeuge.
Die Lok 16 wurde 1928 von AEG für die Kreis Oldenburger Eisenbahn gebaut. 1949 kam sie zur Hohenzollerischen Landesbahn. Die GES übernahm die Maschine 1973. Mit ihren rund 600 PS wurde sie über viele Jahre zur typischen Zuglok des Feurigen Elias auf der Strohgäubahn. Aktuell befindet sich die Lok wegen einer größeren Kesselreparatur in Aufarbeitung.
Direkt daneben kann man bei besonderen Öffnungstagen die kleine Dampflok „Margarete“ entdecken. Sie entstand bereits 1920 bei Smoschewer & Co. in Breslau und arbeitete ursprünglich bei den Fürstlich Hohenzollerischen Hüttenwerken Lauchertthal. Seit 1976 gehört sie zur GES. Heute steht die zweiachsige Lok als Ausstellungsstück im Weissacher Lokschuppen.
Das „Füchsle“
Ein weiterer wichtiger Teil der Sammlung sind Fahrzeuge ehemaliger württembergischer Privatbahnen. Dazu gehört der historische Triebwagen T36 „Füchsle“.
Die GES sammelt und erhält mehrere Fahrzeuge der Württembergischen Eisenbahn-Gesellschaft und der Württembergischen Nebenbahnen. Gerade diese kleineren Triebwagen und Personenwagen geben einen guten Eindruck davon, wie der Verkehr auf württembergischen Nebenbahnen früher aussah.
Werkstatt in Weissach
Der Standort ist zugleich eine aktive Werkstatt. Hier werden Fahrzeuge gewartet, aufgearbeitet und auf ihre nächsten Einsätze vorbereitet.
Eine reguläre tägliche Museumsöffnung gibt es deshalb nicht. Besonders interessant sind die gelegentlichen Tage der offenen Tür, an denen Besucher in die Werkstatthallen schauen und weitere Fahrzeuge der Sammlung besichtigen können.
Am 13. September 2026 fand anlässlich des 120-jährigen Jubiläums der Strohgäubahn ein solcher Tag der offenen Tür statt. Neben den Fahrten des Feurigen Elias zeigte die GES in Weissach Fahrzeuge und öffnete ihre Werkstatt für Besucher.
Der nächste angekündigte Fahrtag des Feurigen Elias ist am 4. Oktober 2026. Geplant sind erneut drei Fahrten zwischen Weissach und Korntal und zurück.
Adresse:
GES Stuttgart e.V.
Bahnhofstraße 42/4
71287 Weissach
Besuchsberichte
Feuriger Elias in Weissach: Besuch beim GES mit Dampflok 50 2273
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